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"Wir sind nur dieser kleine Piss-Verein": Die Bundesliga in Wort und Witz

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Hamburger SV - Eintracht Braunschweig 4:0 (2:0) (Foto: imago sportfotodienst)

Hamburger SV - Eintracht Braunschweig 4:0 (2:0)

Hamburger SV - Eintracht Braunschweig 4:0 (2:0)

Die erste Ansage des Spiels machten die Fans des HSV mit einer tollen Choreografie: "50 Jahre Bundesliga und immer noch hungrig."

Genau dieser Erfolgshunger macht es Trainer Thorsten Fink (unter dem Plüschtier) so schwer. Die gute Leistung verschafft ihm aber erstmal eine Verschnaufpause: "Jetzt haben wir mal zwei Minuten Ruhe."

Wobei er sich da auch nicht so sicher ist: "Wir wissen, wie schnell das kippen kann."

Kapitän Rafael van der Vaart war so beseelt vom Spiel der Mannschaft, dass er heiße Liebesgrüße auf die Tribüne schickte.

Dort schaute Freundin Sabia Boulahrouz das Spiel. "Sky"-Experte Jens Lehmann kommentierte die Liebesgeste von Rafael van der Vaart (übrigens ohne eine Miene zu verziehen): "Das haben wir ja schon öfter gesehen, nur die Glücklichen auf der Tribüne wechseln."

Kuschelbedürfnis hatte auch Hakan Calhanoglu, der seinem Trainer Fink in die Arme sprang. Der hat damit Erfahrung: "Das habe ich schon öfter erlebt. Das letzte Mal von meiner Frau, als ich meinen Vertrag in Hamburg unterschrieben habe."

Ein ganz anderes Bild herrschte beim punktlosen Aufsteiger Braunschweig. Auf Thorsten Lieberknecht warten harte Arbeitstage: "Ich werde versuchen, die Mannschaft aufzurichten, auch wenn es schwerfällt."

Erst einmal machte er seinem Frust Luft. Liebe Kinder, bitte weglesen: "Es gab immer wieder Momente, wo du merkst: Du bist dieser kleine Piss-Verein, der auch bei den Schiedsrichtern nicht die Wahrnehmung hat. Und der erste abgefälschte Fuck-Ball geht rein."

Schalke 04 - Bayer Leverkusen 2:0 (1:0)

Der umjubelte Mann auf Schalke war Sensationstransfer Kevin-Prince Boateng. Der hat seiner neuen Truppe gleich mal die Schlagzahl vorgegeben: "Ich habe ihnen nur gesagt: Ihr müsst laufen, bis ihr kotzt. Denn so gewinnt man Spiele."

Felipe Santana schätzt die Style-Qualitäten seines neuen Kollegen: "Jetzt spielen hier nur noch Gangster", sagte der Verteidigung in Anspielung auf die Tattoos von Boateng. Der allerdings versteht keinen Spaß ...

"Wir sind erwachsene Männer und haben Familie, da hat das Wort Gangster nichts zu suchen."

Stolz wie, äh, Oscar war Sportdirektor Horst Heldt über seinen Transfercoup: "Dafür haben wir einen Oscar verdient. Bis zum Tag der Präsentation ist nichts nach außen gedrungen."

So richtig fit sah Heldt trotz des Sieges nicht aus. Kein Wunder: "Diese Woche hat einige Jahre gekostet. Ich möchte nicht wissen, was losgewesen wäre, wenn es nicht gutgegangen wäre."

Der erste Sieg in der Bundesliga, die Qualifikation zur Champions League, da frotzelt Heldt sogar über seinen neuen Verteidiger Dennis Aogo. Der war beim HSV nach einem Mallorca-Kurztrip suspendiert worden. "Die Mannschaft bekommt zwei Tage frei und hängt sich an Dennis Aogo ran - und guckt, wohin es geht."

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen 4:1 (1:0)

Der Borussia gelang an diesem Tag fast alles. "Sogar den fünften Treffer haben wir selbst gemacht", juxte Stürmer Max Kruse. Ob Eigentorschütze Nordtveit mitgelacht hat?

Trainer Lucien Favre, der überraschend auch mehrere Einlaufkinder in den Kader berief, war zufrieden: "Am Anfang war es wie erwartet schwer, Bremen hatte nur ein Tor in drei Spielen bekommen. Deshalb mussten wir mit Geduld spielen, die Mannschaft hat das sehr gut gemacht."

Bremens Manager Thomas Eichin zeigte sich gefasst: "Wir müssen nicht glauben, dass wir schon so gut sind, eine Mannschaft wie Borussia Mönchengladbach einfach wegzufiedeln."

Hannover 96 - Mainz 05 4:1 (2:1)

Thomas Tuchel hatte mal wieder wenig nette Worte für den Schiedsrichter übrig, der einen Handelfmeter für Mainz nicht gab: "Es gab keinen Elfmeter, noch nicht einmal eine Ecke. Zu Belohnung gab es eine Verwarnung für mich."

Seine Mannschaft bekam auch ihr Fett weg: "Es war eklatant an der Körpersprache zu sehen, wie wir auf den Ausgleich reagiert haben."

So richtig schlimm wollte Manager Christian Heidel die erste Saisonniederlage nicht finden: "Ich denke nicht, dass wir eine Krisensitzung einberufen werden."

Das Tor für Mainz erzielte Nicolai Müller - seinen 5. Saisontreffer. Ob er auf einen Anruf von Joachim Löw wartet? "Ich sehe noch mal, ob sich jemand verletzt hat, und dann rufe ich selber an."

Ohne Worte.

SC Freiburg - Bayern München 1:1 (0:1)

Huch, da war ja was. Am Dienstag. Stimmt. Die Bayern verdaddelten einen 1:0-Vorsprung in Freiburg.

Pep Guardiola brachte das nicht aus der Fassung, berichtete Kollege Joachim Streich: "Der kann schon ein Unentschieden verkraften, da bleibt der höflich."

Stimmt, zumindest zu seinen Spielern: "Alle Spieler aus meinem Kader haben es verdient, zu spielen, sie haben es gut gemacht."

1. FC Nürnberg - FC Augsburg 0:1 (0:0)

Die Leistung des Clubs war bescheiden, sehr bescheiden. Das sah auch Trainer Michael Wiesinger ein: "Unsere Passqualität war schlecht, wir sind daher der Musik immer hinterhergelaufen."

Trotzdem arbeiteten sich die Nürnberger hinterher an den Schiedsrichtern ab. "Wir haben jede Woche eine Entscheidung gegen uns", sagte Wiesinger.

Besonders umstritten: der Platzverweis gegen Javier Pinola.

Dass Referee Weiner nicht mit sich reden lassen wollte, trieb Raphael Schäfer zur Weißglut: "Der Herr Weiner hat keine Argumente, nur seine Brusttasche. Die Art und Weise von ihm ging gar nicht, aber das sind ja die heiligen Leute in der schwarzen Kleidung." Hauptsache, er konnte wenigstens die Farbe der Karte erkennen.

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl war nur noch erleichtert: "Das späte Tor war für die Nerven nicht angenehm."

Siegtorschütze Kevin Vogt entschuldigte sich: "Wir sind eben eine Arbeitertruppe, uns fliegt nichts zu."

VfL Wolfsburg - Hertha BSC Berlin 2:0 (2:0)

In der Anfangsphase spielte Wolfsburg nicht gut, was Trainer Dieter Hecking gar nicht gefiel: "Das waren die schlechtesten 35 Minuten, die wir bislang in dieser Saison gespielt haben."

Aber dann rutschte ein Ball zu Olic durch, der vollstreckte - und dann spielte Diego gegen Brooks den sterbenden Schwan und holte einen Elfmeter raus. "Das war Unerfahrenheit gegen Erfahrung", sagte Hertha-Trainer Luhukay diplomatisch.

"Du verlierst in drei Minuten die Kontrolle, liegst 0:2 hinten - dann wird es richtig schwer", fügte Luhukay an.

VfB Stuttgart - TSG Hoffenheim 6:2 (3:1)

"Das war überragend, einfach Wahnsinn", sagte Schneider nach seinem Bundesliga-Einstand, den er sich kaum besser hätte erträumen können. Wobei für Träume eh wenig Zeit blieb: "Das war eine sehr intensive Woche mit wenig Schlaf."

Verschlafen wirkte eher die TSG. "Das war desolat", sagte Kapitän Andreas Beck: "Unsere Schwächen wurden eiskalt ausgenutzt."

"Jedem war bewusst, dass wir heute gewinnen mussten", sagte Antonio Rüdiger, der mit seinem ersten Bundesliga-Treffer zum 1:0 den Startschuss abgab.

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund 1:2 (1:1)

Matchwinner für die Borussen war Henrikh Mkhitaryan. Und dann sagte er auch noch artig: "Ich fühle mich total wohl in Dortmund, aber ich glaube, wir müssen noch viel besser werden."

Bei aller Freude über die Tabellenführung ließ es sich Jürgen Klopp nicht nehmen, den Frankfurter Greenkeeper anzugehen: "Für 80 Prozent der technischen Fehler war der stumpfe Rasen verantwortlich."

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