Venus, Vamp und Frank Sinatra: Filmgöttin Ava Gardner
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"Nur die Garbo übte die gleiche hypnotische Wirkung auf einen aus, so dass man sie anstarrte, als hätte man sie noch nie zuvor gesehen", …Bild 1 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
… beschreibt der deutsch-amerikanische Drehbuchautor Peter Viertel ("African Queen", "Der alte Mann und das Meer") die Aura von Ava Gardner, die am 25. Januar 1990 in London starb.Bild 2 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Männer fielen der Frau mit der "enormen physischen Anziehungskraft" beim bloßen Anblick zu Füßen, so Viertel.Bild 3 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Der spätere Mann von Deborah Kerr und enge Freund von Regisseur John Huston muss es wissen, denn er war einmal kurz mit ihr liiert.Bild 4 von 38 | Foto: AP
Doch eine echte Diva plaudert natürlich nicht über ihr Privatleben (Gardner mit Coco Chanel).Bild 5 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Obwohl es da sicher einiges zu erzählen gäbe über die Ex-Frau von Mickey Rooney, Jazz-Legende Artie Shaw – und Frank Sinatra.Bild 6 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Gardner war nie eine der sauberen Hollywood-Schönheiten, sondern lebte den Glamour extensiv aus (mit Grace Kelly). Sie hatte etwas Elementares, "eine Derbheit, die an Wildheit grenzte, selbst wenn sie sich verzweifelt bemühte, es zu verbergen", beschreibt das John Huston.Bild 7 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Sie glich damit wohl der temperamentvollen Tänzerin Ellinor Kelly, die sie im Film "Mogambo" an der Seite von Clark Gable (Bild) und unter der Regie von John Ford spielte.Bild 8 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Sie stellte die hemmungslose Frau immerhin so lebensecht dar, dass sie dafür ihre einzige Oscar-Nominierung erhielt.Bild 9 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Der Film gehörte zu ihren berühmtesten Streifen, aber weit bekannter waren ihre Affären, die nicht nur Klatsch und Tratsch, sondern mitunter auch öffentliche Empörung auslösten.Bild 10 von 38 | Foto: AP
Ihre Affäre und spätere Ehe mit Sinatra, der sich wegen ihr von seiner Frau Nancy scheiden ließ, kostete den Sänger viele Anhänger. Kolumnisten, die katholische Kirche, ja ganz Hollywood fielen über ihn her, seine Karriere erlebte einen Tiefpunkt.Bild 11 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Die Karriere der Gardner litt wenig, sie konnte viel eher ihren Ruf als "femme fatale" festigen und bekam entsprechende Rollen.Bild 12 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Erst seine oscarprämierte Rolle in dem insgesamt achtmal ausgezeichneten Film "Verdammt in alle Ewigkeit" (Sinatra rechts mit Montgomery Cliff (l) und Burt Lancaster) verlieh seiner Karriere wieder enormen Auftrieb. Manche behaupten allerdings, er hätte die Besetzung allein der Mafia zu verdanken, ein Umstand, auf den später in Coppolas Film "Der Pate" angespielt wurde.Bild 13 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Von 1951 bis 1957 waren Gardner und Sinatra verheiratet, auch wenn die offizielle Trennung bereits 1953 erfolgte. Sie war die Liebe seines Lebens, obwohl es zahlreiche Höhen und Tiefen, Streits und Affären gab.Bild 14 von 38 | Foto: AP
Zweimal wurde sie in dieser Zeit schwanger, zweimal trieb sie ab – und erklärte das auch mit dem Vertrag, den sie damals mit MGM hatte. Die Studios waren darauf bedacht, dass ihre Sexsymbole makellos blieben.Bild 15 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Später schrieb Gardner, dass sie mit Sinatra eine tolle Zeit im Bett hatte, der Ärger aber meist auf dem Weg ins Bad begann.Bild 16 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Ein Waschbecken Sinatras in seinem Haus in Palm Springs ging zu Bruch, weil Gardner eine Champagnerflasche darin zerschlug – es war die Eifersucht auf Lana Turner, die gerade im Pool badete.Bild 17 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Eben jene Turner, die bereits vor Gardner auch mit Klarinettist, Komponist und Bandleader Artie Shaw verheiratet war, sieht man mal von ihren sieben anderen Ehen ab.Bild 18 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Ein so verzwicktes Privatleben machte natürlich auch vor Filmsets nicht halt. Der Dreh von "Die Nacht des Leguan" 1964 unter der Regie von John Huston (m) ist dafür ein Paradebeispiel: Hauptdarsteller Richard Burton wurde von Elizabeth Taylor begleitet, die zwar noch mit Eddie Fisher verheiratet war, aber seit "Cleopatra" kräftig mit ihrem späteren Mann Burton turtelte und …Bild 19 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
… am Set darauf bedacht war, dass Hauptdarstellerin Ava Gardner ihm nicht zu nahe kam. Taylors Ex-Mann Michael Wilding kreuzte als Burtons PR-Manager übrigens auch am Set auf.Bild 20 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Darstellerin Deborah Kerr reiste mit Ehemann Peter Viertel an, einem Ex von Gardner. Regisseur Huston hatte dieses Vergnügen nie, allerdings einmal versucht, Gardner zu erobern - und einen Korb bekommen.Bild 21 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Dann gab es da noch Sue Lyon, die zuvor als Stanley Kubricks "Lolita" für Proteste gesorgt hatte und auch hier eine nymphomanische Teenagerin spielte, die es (im Film) auf den von Burton dargestellten Ex-Priester abgesehen hatte. Ans Set begleiteten sie ihr eifersüchtiger Verlobter und ihre Mutter.Bild 22 von 38 | Foto: picture-alliance / dpa
Beste Voraussetzungen für ein ordentliches Chaos, zumal der Film in einem mexikanischen Dorf gedreht wurde, das nur per Boot erreichbar war (Bar am damaligen Drehort). Regisseur Huston ergriff drastische Maßnahmen: Er kaufte vor den Dreharbeiten fünf vergoldete Derringer-Gewehre und übergab sie Burton, Taylor, Gardner, Kerr und Lyon.Bild 23 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Jeder bekam außerdem vier goldene Patronen – mit den Namen der jeweils vier anderen beschrieben. Die erwartungsfroh angereisten Journalisten wurden allerdings enttäuscht, alle Beteiligten überlebten. Nur ein Regieassistent brach sich die Wirbelsäule, als sein Balkon zusammenbrach.Bild 24 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Die Gardner hatte da ihren Ruf als exotischer Vamp längst weg.Bild 25 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Seit 1941 war sie in Hollywood und hatte sich zur Leinwandgöttin und Venus gemausert, die sie in der Musical-Adaption "One Touch Of Venus" auch spielte. Diese Karriere war ihr allerdings nicht in die Wiege gelegt, auch wenn die Geburt von Ava Lavinia Gardner am 24. Dezember 1922 vielleicht ein Geschenk des Himmels war.Bild 26 von 38 | Foto: AP
Als siebtes und letztes Kind eines armen Baumwoll- und Tabakfarmers in North Carolina besuchte sie nach der High School ein College für Sekretärinnen. 1941 machte ihr Schwager, ein Fotograf, ein Porträt von ihr. Die Aufnahme war so gut, dass er sie im Schaufenster seines New Yorker Studios ausstellte. Kurz darauf wurde ein Agent des Filmriesen MGM auf das Bild aufmerksam.Bild 27 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Ava Gardner bekam einen Vertrag, brach die Schule ab und ging nach Hollywood – wo sie zunächst einen Sprachtrainer bekam, der ihr den Carolina-Slang abgewöhnen sollte. Es folgten kleine Rollen und 1942 auch ihre erste Ehe mit MGM-Schauspieler Mickey Rooney, die jedoch bereits im folgenden Jahr wieder geschieden wurde.Bild 28 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Ihre zweite Ehe mit Jazzer Artie Shaw dauerte auch nicht viel länger, auf die Hochzeit 1945 folgte die Scheidung im Jahr darauf.Bild 29 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Auch eine Affäre mit dem exzentrischen Filmproduzenten und Flugpionier Howard Hughes wurde ihr nachgesagt. Seine Heiratsanträge lehnte sie allerdings ab.Bild 30 von 38 | Foto: AP
Ihrer Filmkarriere tat dies keinen Abbruch. 1946 erlebte sie ihren Durchbruch in "Rächer der Unterwelt" an der Seite von Burt Lancaster, am Drehbuch zu der Hemingway-Geschichte schrieb John Huston mit.Bild 31 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Der Film machte sie zum Sexsymbol (mit Lana Turner und deren Freund). Allerdings sah sie ihren Beruf durchaus realistisch: "Ich war niemals wirklich eine Schauspielerin. Unter uns Kids von MGM war das niemand. Wir sahen einfach nur gut aus."Bild 32 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Etliche der Filme, die folgten, sind klassisches Hollywood-Kino: "Schnee am Kilimandscharo" nach Hemingway, "Die Ritter der Tafelrunde", "Mogambo", "Die barfüßige Gräfin" an der Seite von Humphrey Bogart, "Knotenpunkt Bhowani", die erneute Hemingway-Adaption "The Sun also Rises", "55 Tage in Peking" mit Charlton Heston (Bild), "Sieben Tage im Mai", "Die Bibel" etc.Bild 33 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Ihre Glanzzeit hatte sie in den 50er Jahren, als sie wegen der Ehe mit Sinatra auch permanent in den Klatschspalten zu finden war. Nach der Scheidung von ihm ging sie 1957 nach Spanien, wo sie sich durch Hemingway für den Stierkampf begeisterte (Szene aus "The Sun Also Rises").Bild 34 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
So lernte sie auch einen ihrer Liebhaber kennen, den Torero Luis Miguel Dominguí (im Bild mit Torero Angel Peralta). "Es war irgendwie verrückt", sagte sie dazu später.Bild 35 von 38 | Foto: AP
In den 60ern begann ihr Stern zu sinken. Die Rolle der Mrs. Robinson in "Die Reifeprüfung" bekam sie nicht, spielte dafür aber in "Mayerling", einem ihrer besten Filme, Kaiserin Sissi. In den 70ern folgten einige Katastrophenfilme, darunter "Erdbeben". In den 80ern trat sie nur noch sporadisch auf.Bild 36 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
Da lebte sie bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in London. Gardner hatte zunehmend gesundheitliche Probleme, vor allem mit ihren Lungen. 1986 (das Bild zeigt sie im Januar) erlitt sie zwei Schlaganfälle, war danach teilweise gelähmt und ans Bett gefesselt.Bild 37 von 38 | Foto: Reuters
Am 25. Januar 1990 starb sie 67-jährig an einer Lungenentzündung, ihre letzten Worte sollen "Ich bin so müde!" gewesen sein. Sie wurde in North Carolina begraben, neben ihren Eltern und Geschwistern. (Text: Markus Lippold)Bild 38 von 38 | Foto: ASSOCIATED PRESS
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