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Mittelalter und Moderne: Indien vereint Extreme

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Indien ist modern und mittelalterlich, prachtvoll und bettelarm. Ein Staat, der viele Völker und Religionen vereint und eine Fülle unterschiedlicher Landschaften zu bieten hat, mit riesigen Ausmaßen und weit über einer Milliarde Einwohner. Der Bildband "India" nimmt die Herausforderung an, das Riesenland in all seinen Facetten darzustellen - hier eine Auswahl. (Foto: dpa)

Indien ist modern und mittelalterlich, prachtvoll und bettelarm. Ein Staat, der viele Völker und Religionen vereint und eine Fülle unterschiedlicher Landschaften zu bieten hat, mit riesigen Ausmaßen und weit über einer Milliarde Einwohner. Der Bildband "India" nimmt die Herausforderung an, das Riesenland in all seinen Facetten darzustellen - hier eine Auswahl.

Indien ist modern und mittelalterlich, prachtvoll und bettelarm. Ein Staat, der viele Völker und Religionen vereint und eine Fülle unterschiedlicher Landschaften zu bieten hat, mit riesigen Ausmaßen und weit über einer Milliarde Einwohner. Der Bildband "India" nimmt die Herausforderung an, das Riesenland in all seinen Facetten darzustellen - hier eine Auswahl.

Die Tempelanlage Alchi ist Unesco-Weltkulturerbe und ein Juwel unter den Klöstern Ladakhs. Die 1000 Jahre alten Tempel bergen einige der wertvollsten Kunstschätze im gesamten Westhimalaja.

In Hemis findet alljährlich im Juni oder Juli das größte und berühmteste Klosterfest statt. Es ist Padmasambhava gewidmet, dem heiligen Patron des tibetischen Buddhismus, der den Buddhismus von Indien nach Tibet brachte. Padmasambhava erscheint unter einem großen Schirm, begleitet von zehn Schutzgottheiten mit furchterregenden Masken.

Der Goldene Tempel am "Nektarteich" in Amritsar im indischen Bundesstaat Punjab. Hari Mandir - der Tempel Gottes - ist das höchste Heiligtum der Sikhs. Erbaut wurde er im 16. Jahrhundert vom fünften Guru der Sikhs, Guru Arjun Dev. Im 19. Jahrhundert unter Ranjit Singh bekam er noch eine goldene Kuppel.

"Rock Garden" in Chandigarh: Für viele Inder ist er die größte Attraktion der Stadt, ein surreales Fantasieland aus Neonröhren, Scherben, zerbrochenen Armreifen, Sicherungsschaltern, Tongefäßen und Schrottgegenständen. Als der Künstler Nek Chand 1957/58 mit dem Bau des Gartens begann, suchte er sein Material aus den Resten von Baustellen der von Le Corbusier entworfenen Stadt zusammen.

Das "Baha’i House of Worship" ist mit seiner Kuppel eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Delhis. Nach der Form der sich entfaltenden Lotusblütenblätter aus weißem Marmor wird der Bau auch Lotustempel genannt.

Jain-Tempelkomplex von Girnar: Der heilige Berg Girnar wird nicht nur von den Jains, sondern wegen seiner Verbindung zu Shiva auch von den Hindus verehrt. Schon im 3. Jahrtausend v.Chr. siedelten sich hier Menschen an. 7000 Stufen und 1000 Höhenmeter sind zu überwinden, bis man einen überwältigenden Blick auf den Tempelkomplex mit 16 Marmortempeln werfen kann.

Jain-Tempel bei Palitana: Auf dem heiligen Berg Shatrunjaya nahe der Stadt Palitana in Gujarat drängen sich über 800 Jain-Tempel und 230.000 Statuen. Es ist der größte Tempelbezirk Indiens und die größte Verehrungsstätte der Jains. Wie der Buddhismus entstand der Jainismus als Reformbewegung aus dem Brahmanismus.

Frauen beim täglichen Wasserholen in Alwar im Bundesstaat Rajasthan.

In Bada Bagh, einem Gartenkomplex bei Jaisalmer, stehen dicht aneinander die Verbrennungsstätten und Kenotaphe (Scheingräber) der Herrscher von Jaisalmer. Die aus gelbem Sandstein erbauten Pavillons, Chhatris genannt, beschützen die Grabsteine der verstorbenen und hier eingeäscherten Adeligen. Die Gedenktafeln unter den Pavillons zeigen Rajputenherrscher und ihre damals beim Tod des Ehemannes verbrannten Gemahlinnen.

Wahrzeichen der Stadt Jaipur, der Hauptstadt Rajasthans, ist der weltweit bekannte "Palast der Winde". Ihren Namen erhielt die mit 953 Fenstern ausgestattete Fassade wegen der raffinierten Luftzirkulation. Unter anderem diente sie den Haremsdamen dazu, die prunkvollen Festumzüge der herrschenden Rajputenfürsten verfolgen zu können, ohne selbst gesehen zu werden.

Kamelmarkt in Pushkar, Rajasthan: Das religiöse Fest Pushkar Mela ist auch Anlass, um Kamele zum größten Markt der Welt zu treiben. Der legendäre Markt mit über 20.000 Kamelen und 200.000 Gläubigen, Akrobaten, Zauberern, Musikanten, Gauklern und Wahrsagern ist ein überwältigendes Erlebnis.

Eines der ältesten religiösen Bauwerke Indiens und das besterhaltene buddhistische Monument ist der große Stupa von Sanchi. Über 1000 Jahre lang, bis zum 12. Jahrhundert, war Sanchi eines der wichtigsten Pilgerzentren. Der große Stupa und die umliegenden Tempelanlagen von Sanchi stehen seit 1989 auf der Liste des Unesco- Weltkulturerbes.

Pilgerzentrum Sonagiri: Das außergewöhnliche Jain-Pilgerzentrum aus dem 16. und 17. Jahrhundert liegt etwas versteckt abseits der Verkehrsverbindungen zwischen Gwalior und Datia auf einer Hügelkette in Sonagiri. Die in glänzendem Weiß erstrahlenden Tempel sind bei den Digambaras, jainistische Mönche, die hier Selbstdisziplin und Sparsamkeit praktizieren und Erlösung suchen, ein beliebtes Ziel.

Das weltberühmte Taj Mahal in Agra. Das Mausoleum der Kaiserin Mumtaz Mahal, die im Alter von 38 Jahren bei der Geburt ihres 14. Kindes starb, besteht aus weißem Marmor. Der Kuppelbau, der von vier schlanken Minaretten umgeben ist, wird entlang des Flussufers von zwei roten Moscheebauten eingerahmt. 20.000 Arbeiter benötigten 22 Jahre, um das Bauwerk zu vollenden.

Straßenverkehr in Lucknow (auch Lakhnau), der Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh.

Gläubige an den Ufertreppen von Varanasi am Ganges. Für die Hindus ist Varanasi die heiligste der heiligen sieben Städte. Auch den Buddhisten ist Varanasi heilig, da Buddha vor 2500 Jahren im nahegelegenen Sarnath seine erste Predigt gehalten hat.

Risikesh, die "Yoga-Hauptstadt der Welt", wurde in den 1960er Jahren bekannt, als hier die Beatles in die Welt östlicher Spiritualität eingeführt wurden. Am östlichen Ufer des Ganges stehen zwei in ihrer orange-roten Bemalung weithin sichtbaren elf- bzw. dreizehngeschossigen Tempel.

Ein weiteres Unesco-Kulturdenkmal in Indien sind die 30 Tempel-Höhlen von Ajanta, die über 1000 Jahre völlig verlassen waren. Das tief eingeschnittene Tal mit den Felsenheiligtümern wurde zufällig im Jahr 1819 von einem britischen Offizier wiederentdeckt. Seit dem 2 Jahrhundert v.Chr. wurden diese Felsentempel und –klöster von buddhistischen Mönchen in die Wände des hufeisenförmigen Tals gehauen. Die Wandmalereien und Skulpturen sind das beste Beispiel für frühbuddhistische Kunst in Indien.

Boote auf Keralas Backwater, einem weit verzweigten Netz von malerischen Lagunen, Seen und flachem Schwemmland. Es erstreckt sich zwischen Kollam, Kochi und Kottayam.

Überbleibsel der früheren Handelsbeziehungen zwischen China und Indien: Chinesische Fischernetze in Kochi, einem wichtigen Umschlagplatz für Gewürze und Meeresfrüchte. Sie sollen bereits im 13. Jahrhundert durch chinesische Kaufleute eingeführt worden sein.

Einmal im Jahr zum Neumond im Monat April findet in Thrissur eines der eindrucksvollsten Volksfeste Indiens statt: das Pooram-Fest. Reich geschmückte Elefanten ziehen dann durch überfüllte Straßen, begleitet von Musikern, die die Besucher mit Trommeln und Blasinstrumenten in einen tranceartigen Zustand versetzen.

Teefeld Nilgiri Hills bei Ooty: Es waren die Briten, die im 19. Jahrhundert mit aus China importierten Samen den ersten Tee in Indien anbauten. Hochplateaus der südlichen Nilgiris bieten auf 2000 Metern Höhe ideale Wachstumsbedingungen für den Teestrauch.

Darjeeling am Fuße des Himalaja mit dem Mount Kanchenjunga im Hintergrund. Tenzing Norgay, dem als Sherpa 1953 zusammen mit Edmund Hillary die Besteigung des Mount Everest gelang, war Leiter des Himalajan Mountaineering Institute in Darjeeling.

Der Bildband "India" von Reiner Sahm ist Ende 2011 bei der Edition Panorama erschienen. Er hat das Format 40 x 29 Zentimeter und 256 Seiten mit 120 zum Teil doppelseitigen Farbfotos. Preis: 68 Euro. (abe)

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