| FR | 8° / 22° |
| SA | 9° / 23° |
"Dann hat Jesus bei der Auferstehung nicht nur die Leichentücher, sondern auch noch seine Knochen vergessen", macht sich ein Christ darüber lustig, als er von der vermeintlichen Entdeckung des Grabes Jesu mitsamt seiner Knochen erfährt.
"Wir haben erstmals festgestellt, dass da Jesus und seine ganze Familie begraben liegen", behauptete der Hollywood-Regisseur James Cameron.
Cameron stellt in New York seinen Film "Die Grabhöhle von Jesus" und die Expertise von "namhaften Archäologen, DNA-Experten und Schriftforschern" zusammen mit einem Buch zu dem Film vor. (Hier mit seinen drei "Titanic"-Oscars)
"Unser Film wird die Grundfesten der christlichen Kirche erschüttern", meint Produzent Simcha Jacobovici.
Der Archäologe Amos Kloner war an der Entdeckung und Erforschung der Grabhöhle IAA-80 vor 27 Jahren beteiligt und hat eine ganz andere Gewissheit:
"Wieder mal haben Filmemacher einen Weg gefunden, viel Wind um nichts zu machen, um ordentlich Geld zu verdienen."
Die Wahrheit ist - wie so oft bei archäologischen Funden - reine Spekulation.
Auf dem Jerusalemer "Berg des Bösen Rats" sind beim Bau des "Armon-Hanatziv-Viertels" viele intakte Grabhöhlen aus dem ersten Jahrhundert gefunden worden.
Hier in der Dov-Gruner-Straße, unter einem fünfstöckigen Sozialwohnungsbau mit russischen Einwanderern, wurde im März 1980 von zwei Bauherren die Grabhöhle entdeckt.
Kloner hat über die Höhle und ihre Inhalte 1996 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Atiqot XXIX trocken und ohne christologische Spekulation publiziert.
Von der in den Fels gehauenen Grabkammer gehen nach Osten, Westen und Süden tiefe Nischen ab, in denen zehn Knochenkästen aus Kalkstein lagerten.
Einige Ossuarien (Knochenkästen) waren mit typischen Rosetten und Zickzackmustern geschmückt, andere waren schmucklos.
Die eingeritzten Namen in Griechisch und Hebräisch klingen wie ein Familientreffen aus dem Neuen Testament: Maria, Josef, Jesus, Mathias, Jose, Judas, Sohn des Jesus.
Nach Auslegung der Forscher ist einmal die Mutter von Jesus und das andere Mal Maria Magdalena gemeint.
Aus den Angaben über Judah folgern die Gelehrten, dass Jesus einen Sohn gehabt haben könnte.
Rechts über der Rosette der Name JESUS auf Althebräisch.
"Die Namen sind reiner Zufall. Ich halte es für undenkbar, dass sich eine Familie aus Nazareth über drei bis vier Generationen hinweg in Jerusalem begraben ließ", sagt Kloner heute. (Im Bild: Darstellung des Jakobus, der älteste der vier Brüder von Jesus von Nazaret.)
Kloner, nach dem Film befragt, meinte nur: "Ich bin Wissenschaftler und beteilige mich nicht an unseriösen Spekulationen." (Fotos: Varda Polak Sahm / Text: Ulrich W. Sahm)
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.