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Sonntag, 03. Mai 2015

"Die abhandene Welt": Katja Riemann singt und ist handzahm

Von Sabine Oelman

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Bevor wir uns komplett Katja Rieman widmen, widmen wir uns doch erst einmal ihrem neuen Film "Die abhandene Welt".

Bevor wir uns komplett Katja Rieman widmen, widmen wir uns doch erst einmal ihrem neuen Film "Die abhandene Welt".

Bevor wir uns komplett Katja Rieman widmen, widmen wir uns doch erst einmal ihrem neuen Film "Die abhandene Welt".

In dem Melodram von Margarethe von Trotta (l.) geht Riemann auf die Suche nach ihrer unbekannten Schwester.

Ein zufällig im Internet gefundenes Foto der US-amerikanischen Opernsängerin Caterina Fabiani (Barbara Sukowa), bringt das Leben von Paul Kromberger (Matthias Habich) und dessen Tochter Sophie (Katja Riemann) völlig durcheinander.

Paul scheint in dem Bild seine verstorbene Frau Evelyn, Sophies Mutter, wiederzuerkennen. Sophie macht sich auf den Weg nach New York, um die Unbekannte (Barbara Sukowa) aufzusuchen. Ein netter Empfang ist was anderes.

"Die abhandene Welt" erzählt eine wunderbare, wenn auch oft recht wunderliche Familiengeschichte zweier Frauen, die mehr miteinander zu tun haben, als sie es sich wünschen.

Seine Familie kann man sich nicht aussuchen (das sah Karin Dor in ihrer Rolle allerdings anders), und so wird das Leben aller Protagonisten ordentlich durchgemsicht.

Margarete von Trottas Film wurde von der FBW (Deutsche Film- und Medienbewertung) mit dem Prädikat "besonders Wertvoll" ausgezeichnet. Die Begründung muss den Mitwirkenden runtergehen wie Butter: ...

... Katja Riemann und Barbara Sukowa seien diese Rollen auf den Leib geschrieben, jedes Detail und jede Geste wirke authentisch, heißt es. Und das Rätsel des Plots sei so raffiniert verschachtelt, dass von Trotta eine erstaunliche Spannung aufbauen und bis zum Schluss halten kann. ...

... Weiter geht's: "Jede Nuance ist im Buch, der Regie und der Darstellung vom gesamten Ensemble meisterlich gestaltet. Und so ist dies zugleich ein tiefer und ein leichter, ein kunstvoller und ein unterhaltsamer Film."

Und das, obwohl weder Sukowa noch Riemann zu den Gesichtern gehören, die wir in jeder Vorabendproduktion des Deutschen Fernsehens sehen. Oder vielleicht gerade deswegen?

Katja Riemann (hier mit ihrer TochterPaula) hat den Ruf, ...

... nicht die Unkomplizierteste zu sein.

Dabei sagt sie meist nur einfach das, was ihr passt.

Und wie es ihr passt.

Das scheint sie recht erfolgreich an ihre Tochter weitergegeben zu haben.

Katja Riemann hat aber ihren Frieden mit ihren Kritikern gemacht

Sie habe lange gebraucht, um mit der Popularität ...

... und dem Leben unter öffentlicher Beobachtung klarzukommen, ...

... verriet sie kürzlich dem Magazin "Reader's Digest".

Gerade zu Beginn ihrer Kino-Erfolge mit "Abgeschminkt" (1993) ...

... oder "Der bewegte Mann" (1994) habe sie als Aushängeschild gegolten ...

... und sei von den Kritikern nicht geschont worden.

"Es gab Artikel, die unfassbar schmerzlich waren."

Riemann räumt jedoch ein, ...

... auch selbst in Interviews "bisweilen barsch gewesen" zu sein.

"Das war das Resultat von Angst, die mich lange begleitet hat."

Kritik sehe sie heute deutlich gelassener: ...

... "Frustration führt einen nirgendwo hin. ...

... das ist ein ziemlich enges Gefühl."

Sie sei ja bereits ein bisschen älter - ...

... "und irgendwo dahinten ist einmal Schluss".

Deswegen versuche sie, sich ihr Leben schön zu machen.

Ihr letzter Kassenerfolg war die Komödie "Fack ju Göhte" mit mehr als acht Millionen Zuschauern.

Aber Katja Riemann ist uns nun schon lange vertraut.

Mit Benedict Freitag sahen wir sie 1985 in "Ein Sommer in Lesmona", ...

... 1995 in "Stadtgespräch" mit August Zirner, ...

... mit Peter Sattmann war sie von 1990 bis 1998 liiert.

Ihn lernte sie bei den Dreharbeiten zu "Von Gewalt keine Rede" kennen ...

... und bekam mit ihm 1993 Tochter Paula.

Neben ihrer Filmkarriere hat Katja Riemann noch anderes im Sinn: ...

... Sie engagiert sich für die Menschenrechte und im Kampf gegen Kinderarmut, Kinderhandel und die Beschneidung junger Mädchen in Afrika.

Für ihr Engagement erhielt sie 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Sie ist überhaupt öfter in komischen Rollen oder in Kinderfilmen (hier: Bibi Blocksberg) zu sehen.

Trotzdem wird gern jede Gelegenheit, auf ihr herumzuhacken, genutzt.

Dieses schlimme Interview auf dem roten Sofa in der NDR-Sendung "Das!"!!

Da haben sich weder der Moderator noch sie selbst mit Ruhm bekleckert. Ein verstörendes Schauspiel von "er ist nicht sonderlich gut vorbereitet und stellt bekloppte Fragen" und "sie macht nicht mit".

Apropos Schauspiel - das macht sie auch regelmäßig, wie hier in "Drei Schwestern" mit Nicolette Krebitz und Jasmin Tabatabai.

Katja Rieman hat einfach keine Lust, sich auf halbe Sachen einzulassen.

An ihre frühen Erfolge, ...

... wie auch zum Beispiel in "Bandits", ...

... knüpft sie heute ohne Mühen wieder an.

Den Bambi bekam sie 2007.

Sie ist vielseitig, ...

... und singen kann sie wie gesagt auch noch.

Demnächst dann wieder in "Fuck ju, Göhte", Teil zwei. (Hier mit Ulrich Nöthen in "Ein fliehendes Pferd")

Acht Millionen Zuschauer haben den gesehen. "Deswegen drehen wir ja die Fortsetzung", sagt sie und freut sich drauf.

Nochmal zurück zu "Die abhandene Welt": die ist die bisher persönlichste Geschichte Margarethe von Trottas. Und eine wahre noch dazu.

Erst mit 37 erfährt von Trotta durch einen Zufall, dass sie noch eine Schwester hat. Ihre geliebte Mutter hatte ihr nie erzählt, dass sie die ältere Schwester zur Adoption freigegeben hatte. Bis in den Tod lebte sie mit der Lüge.

Nichts Geringeres als diese traumatische Erfahrung verarbeitet die Grande Dame des deutschen Films in ihrem neuen Werk.

Und auch wenn die Story an manchen Stellen ein wenig zu kitschig geraten sein mag, zu überladen erscheint: ...

... Das Darsteller-Ensemble wirkt zwar etwas "theater-haft" an mancher Stelle, jeden für sich aber sieht man gerne. Ab 7. Mai 2015 in den deutschen Kinos. (mit dpa)

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