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Tereschkowa machte den Anfang: 50 Jahre Frauenpower im All

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Valentina Tereschkowa: Sie war die erste Frau im All. Im Alter von 25 Jahren begann sie mit der Ausbildung zur Kosmonautin. Ein Jahr später, ... (Foto: RIA Novosti archive, image #612748/Alexander Mokletsov/CC-BY-SA 3.0)

Valentina Tereschkowa: Sie war die erste Frau im All. Im Alter von 25 Jahren begann sie mit der Ausbildung zur Kosmonautin. Ein Jahr später, ...

Valentina Tereschkowa: Sie war die erste Frau im All. Im Alter von 25 Jahren begann sie mit der Ausbildung zur Kosmonautin. Ein Jahr später, ...

... am 16. Juni 1963, flog Tereschkowa dann für drei Tage in den Weltraum. Die Mission kostete sie beinahe das Leben. "Lange habe ich dieses Geheimnis bewahrt, aber es gab eine schwere Panne", erzählt die "kosmische First Lady" heute.

Durch einen Fehler im Steuersystem konnte das im Orbit kreisende Wostok-Raumschiff nämlich nicht das Landemanöver einleiten.

Aus Moskau erhielt Tereschkowa neue Daten für den Bordcomputer. Dann katapultierte sie sich in 7000 Metern Höhe aus der Kapsel und landete mit einem Fallschirm in der Nähe von Nowosibirsk.

Auch heute noch, mit 76 Jahren, wäre Tereschkowa bereit, der Raumfahrt ihr Leben zu opfern.

"Ich würde unheimlich gerne zum Mars fliegen, um zu schauen, ob es dort Leben gab", sagt Tereschkowa. "Und falls dem so ist, würde ich gerne wissen, welche Katastrophe dieses Leben ausgelöscht hat."

Tereschkowa - hier mit Juri Gagarin 1963 in New York - geht davon aus, ...

... dass der erste bemannte Flug zum Roten Planeten wegen der Entfernung eine Reise ohne Rückkehr sein wird. "Das erschreckt mich nicht", sagt Tereschkowa. "Ich würde es tun."

Die Fehlerberichte von Tereschkowas erstem Flug blieben bis zum Zusammenbruch der UdSSR im Tresor (hier der Empfang sowjetischer Kosmonauten 1963 in Berlin; Tereschkowa in der Mitte). Der Sieg gegen den großen Konkurrenten NASA im Kalten Krieg sollte unbefleckt bleiben.

Es war auch diese Konkurrenz, die Tereschkowa überhaupt die frühe Fahrt in den Orbit beschert hatte: "Es ist kein Geheimnis, dass die Sowjetunion im Wettlauf mit den USA aus Propagandagründen die erste Frau ins All bringen wollte", sagt sie. (Beim Fußballspiel DDR-Ungarn im Oktober 1963 gehörte sie, wie hier zu sehen, mit Gagarin zu den Ehrengästen.)

Einen "Beweis für die Gleichberechtigung der Geschlechter im Sozialismus" nannte Kremlchef Nikita Chruschtschow damals den Flug Tereschkowas.

Tatsächlich aber konnte von echter Gleichberechtigung nicht die Rede sein. Tereschkowa blieb 20 Jahre lang die einzige Frau im All. Bis nämlich ...

... 1982 mit Swetlana Sawizka die zweite Russin in den Weltraum aufbrach.

Sawizkaja war Teil einer dreiköpfigen Crew an Bord einer Sojus. Und sie war die erste Frau, die zum Weltraumspaziergang ausstieg.

Als dritte und bisher letzte Russin flog Jelena Kondakowa Richtung Sterne. Das ist mittlerweile 16 Jahre her.

"Frauen haben in der russischen Raumfahrt einen schweren Stand", sagt Tereschkowa. Doch diese Feststellung lässt sich durchaus allgemeiner fassen.

Auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA hat bislang nur wenige Frauen in den Weltraum geschickt. Eine einzige, um genau zu sein: die Französin Claudie Haigneré.

Sie besuchte 2001 die Internationale Raumstation ISS.

Damit war Haigneré die erste und bislang eben einzige ESA-Astronautin im All.

Aktuell hat das ESA-Astronautenkorps 14 Mitglieder, 13 davon sind männlich. Die Frau im Team, hier ganz rechts im Bild, ...

... ist die Italienerin Samantha Cristoforetti. 2014 soll Cristoforetti an Bord einer Sojus zur ISS starten. Von einer Langzeitmission ist die Rede.

Frauen bewerben sich nicht so häufig als Raumfahrerin. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ihnen die Vorbilder fehlen. Allein die NASA schickt regelmäßig Astronautinnen in den Orbit, zuletzt, im Mai 2013, Karen Nyberg.

Schon 2008 war Nyberg für acht Tage zur ISS gereist - damals an Bord der Discovery.

Jetzt hat eine Sojus sie zur Internationalen Raumstation gebracht. Diesmal bleibt Nyberg für sechs Monate.

45 Frauen (hier Eileen Collins, 1995 die erste Shuttle-Pilotin) ...

... waren mittlerweile für die NASA im Weltraum im Einsatz (Susan Helms beim Unterwassertraining in einem ISS-Modul).

Allerdings waren Astronautinnen auch in den USA nicht von Anfang an eine Selbstverständlichkeit. Über die Gleichberechtigung im All musste in den 70er Jahren per Gerichtsurteil entschieden werden. (Hier Shannon Lucid, die erste Frau, die ein halbes Jahr auf einer Raumstation verbrachte. 1996 war die Mir für 188 Tage ihr Zuhause.)

Am 18. Juni 1983 - und damit 20 Jahre nach Tereschkowa - war es dann auch in den USA soweit: Sally Ride ...

... flog mit der Challenger in den Weltraum. Sie war die erste Amerikanerin im All.

Damals war Ride knapp 32 Jahre alt. So jung hat bis heute kein anderer US-Astronaut die Erdumlaufbahn erreicht.

Den Rekord für die längste Zeit im All hält unter den Frauen Sunita Williams. Ihr erster Raumflug im Jahr 2006 ging zur ISS. Erst nach 195 Tagen kehrte Williams zur Erde zurück.

Williams ist auch die Frau mit den meisten Außenbordeinsätzen, sieben insgesamt. Hier konfiguriert sie 2006 die Elektronik an der ISS neu.

Insgesamt war Williams mehr als 50 Stunden außerhalb eines Raumfahrzeugs im All tätig. Auch das ist ein Rekord.

Bei ihrem ISS-Aufenthalt 2012 übernahm Williams (hinten Mitte) zudem drei Monate lang das Kommando auf der Raumstation. Damit war die ISS zum zweiten Mal unter weiblicher Führung.

Erste ISS-Kommandantin war 2006 Peggy Whitson. Sie feierte auf diesem Posten auch Weihnachten 400 Kilometer über der Erde.

37 Frauen waren bislang auf der Internationalen Raumstation zu Besuch (Karen Nyberg), ...

... 29 von ihnen aus den USA (Nicole Stott).

Die erste Frau im Weltraum, die weder aus den USA noch aus der UdSSR stammte, war die Britin Helen Sharman (links). 1991 flog sie an Bord einer Sojus zur Mir. Mit Sharman betrat Großbritannien Neuland: Sie war der erste Mensch, den das Vereinigte Königreich ins All schickte.

532 Menschen waren schon im Kosmos unterwegs, darunter 57 Frauen. Doch die Liste setzt sich fort. Hier grüßt die Japanerin Naoko Yamazaki von der ISS, auf der 2014 auch ...

... Jelena Serowa erwartet wird. Sie wird die erste Russin auf der Internationalen Raumstation sein - und die vierte Russin auf Weltraum-Mission. 50 Jahre nach Tereschkowa.

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