Bilderserie

Lebewesen ohne Pigmente: Albinismus

Bild 1 von 29
Fehlende Pigmente in Augen, Haaren und Haut: Die angeborene Störung der Biosynthese der Melanine ist eine Seltenheit sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Fehlende Pigmente in Augen, Haaren und Haut: Die angeborene Störung der Biosynthese der Melanine ist eine Seltenheit sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Fehlende Pigmente in Augen, Haaren und Haut: Die angeborene Störung der Biosynthese der Melanine ist eine Seltenheit sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Der Sammelbegriff für diese Störung nennt sich Albinismus. Sie wird durch einen rezessiven Erbgang weitergegeben. Der Stoffwechseldefekt, der beim Menschen mit einer Häufigkeit von 1:20.000 auftritt, ist nicht therapierbar.

Es gibt verschiedene Formen des Albinismus. Dementsprechend gibt es Menschen und Tiere, deren Haare nicht ganz weiß sind. Auch die Haut- oder die Augenfarben variieren.

Menschen und Tiere mit Albinismus bekommen ganz leicht Sonnenbrand und dürfen sich deshalb nicht ungeschützt der Sonne aussetzen.

Dieses englische Polizeipferd, ein Albino mit dem Spitznamen "Sunny", muss an sonnigen Tagen am ganzen Körper mit Sonnencreme geschützt werden.

Menschen mit Albinismus haben keine roten Augen. Ihnen fehlt Melanin, die Unterpigmentierung im Auge. Ohne Melanin wird das Auge besonders lichtempfindlich. Betroffene schützen sich mit Sonnenbrillen.

Nur durch Lichtreflexe erscheinen die Augen rot. Das ist so ähnlich wie bei einigen Fotografien mit Blitzlicht. Bei grellem Blitzlicht wird abrupt in das menschliche Auge geleuchtet, das dann rotes Licht reflektiert.

Melanin hängt auch mit der Entwicklung der Sehnerven beim Menschen zusammen, deshalb können Menschen mit Albinismus oftmals nicht räumlich und nicht scharf sehen.

Es gibt sogar Betroffene, denen die Farbpigmente nur in den Augen, nicht aber in den Haaren und der Haut fehlen. Kontaktlinsen können die Lichtempfindlichkeit und die Sehschärfe der Augen ausgleichen.

Schimmel haben keinen Albinismus, denn ihre Haut ist schwarz. Zudem sind die Augen pigmentiert.

Nur in den Haaren des Schimmels wird kein Melanin eingelagert, so dass ihr Fell weiß oder grau ist.

Auch Eisbären haben eine schwarze Haut und leiden nicht an Albinismus. Das weiße Fell ist im Schnee die ideale Tarnung und schützt durch eine bestimmte Struktur vor der Kälte.

Albinismus bei Tieren ist heute längst nicht so gut erforscht wie beim Menschen,...

...obwohl Albino-Tiere bevorzugt für Tierversuche eingesetzt werden, denn die pigmentlose Haut ist angeblich besser geeignet für bestimmte Versuche.

Die genetischen Ursachen und die gesundheitlichen Folgen von Albinismus sind ähnlich wie beim Menschen.

Auch die Sehschäden bei den Tieren scheinen ähnlich gelagert zu sein wie beim Menschen.

Leider können nicht alle Tiere ihre Augen so gut schützen wie dieses Schwein.

Sowohl bei Menschen als auch bei Tieren werden die Betroffenen wegen ihres Aussehens oft ausgegrenzt.

Je größer die Farbunterschiede innerhalb einer Rasse sind, umso größer sind auch die Diskriminierungen.

Menschen mit Albinismus, wie beispielsweise der Sänger Salif Keita, müssen um ihre soziale Akzeptanz kämpfen.

Auf dem afrikanischen Kontinent leidet jeder Zehntausendste unter der Stoffwechselstörung.

Die Menschen mit Albinismus sind vor allem in Ostafrika gleich mehrfach gefährdet, berichtet das Rote Kreuz.

Sie sind einerseits ständig auf der Flucht, weil sie fürchten müssen, Opfer eines Ritualmordes zu werden. Vor allem in Tansania ist der Aberglaube verbreitet, das das Blut der Albinos magische Kräfte besitzt.

Andererseits haben diese Menschen keinen natürlichen Schutz vor der Sonne in ihrer Haut, so dass die Gefahr Hautkrebs zu bekommen, extrem hoch ist.

Kinder und Jugendliche mit Albinismus leben oftmals ohne ihre Familein und abgegrenzt von der Außenwelt in Sonderschulen oder Notunterkünften der Polizei, ...

... weil sie besonderen Schutz benötigen. Die Zukunft der Kinder mit Albinismus allerdings ist ungwiss.

Betroffene werden ungern als "Albinos" bezeichnet. Die meisten ziehen die neutralere Form "Menschen mit Albinismus" vor.

Früher sind Menschen mit Albinismus als Kuriositäten im Zirkus vorgeführt worden. In einigen Regionen wurden ihnen übersinnliche Kräfte zugesprochen. Heute werden Albino-Tiere...

...gern und zahlreich von Fotografen in Szene gesetzt. (Alle Bilder dpa / AP)

weitere Bilderserien