Als britische Wissenschaftler vor drei Jahrzehnten das erste Retortenbaby der Welt "erschufen", hielt die Welt den Atem an.Bild 1 von 22 Heute, am 25. Juli 2008, will jenes Wunderkind vor allem Ruhe von dem Trubel. "Ich werde meinen 30. Geburtstag ganz ruhig angehen", sagt Louise Brown.Bild 2 von 22 Doch selbst wenn die blond gelockte Britin ihr Geburtstag kalt lässt - für viele markiert er ein wichtiges Datum.Bild 3 von 22 Denn Browns Geburt am 25. Juli 1978 war gleichzeitig die Geburtsstunde der künstlichen Befruchtung.Bild 4 von 22 Sie gab Millionen unfruchtbaren Paaren Hoffnung auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches und gleichzeitig Kirchenvertretern und Ethikern Anlass zur Kritik.Bild 5 von 22 Was damals als Wunder galt, ist mittlerweile medizinischer Alltag: Seitdem Brown das Licht der Welt erblickte, wurden weltweit etwa 3,5 Millionen Babys durch künstliche Befruchtung außerhalb des Mutterleibs gezeugt.Bild 6 von 22 "Es ist schon etwas schaurig, dass ich das erste Retortenbaby bin", erklärt Brown, "aber ich lebe ein ganz normales Leben." In der Schule hätten sie früher lediglich einige Kinder gefragt, "wie ich denn in das Reagenzglas gepasst habe". (Foto: Brown mit Prof. Edwards)Bild 7 von 22 Ende 2006 bekamen sie und ihr Mann Wesley ein eigenes Kind. "Aber Cameron ist auf natürliche Weise entstanden", ergänzt Brown.Bild 8 von 22 Ihre eigenen Eltern Lesley und John hatten dagegen neun Jahre verzweifelt versucht, ein Kind zu zeugen. Das Paar aus Bristol beschloss schließlich, sich zusammen ...Bild 9 von 22 ... mit den Ärzten Patrick Steptoe (rechts) und Robert Edwards auf ein bis dahin noch nie geglücktes Experiment einzulassen.Bild 10 von 22 Den Fortpflanzungsmedizinern gelang die Verschmelzung von Samen- und Eizelle im Labor, und Lesley Brown wurde als erste Frau durch die Einpflanzung dieser befruchteten Eizelle schwanger.Bild 11 von 22 Die Weltpresse schlug vor dem Oldham and District Hospital nahe Manchester ihre Zelte auf und wurde Zeuge, als Louise geboren wurde.Bild 12 von 22 Alle Untersuchungen haben gezeigt, dass das Baby ziemlich normal ist", verkündete Steptoe damals erleichtert, schließlich war befürchtet worden, dass das Kind Abnormitäten zeigen könnte.Bild 13 von 22 "lt's a girl!" titelte die Daily Mail. Für die Exklusivgeschichte soll das Blatt den Browns 1,3 Millionen Mark bezahlt haben. Von Anfang an war Louise Brown auch ein Medienstar.Bild 14 von 22 Die katholische Kirche sah in der sogenannten In-Vitro- Fertilisation (IVF) allerdings einen Angriff auf die Schöpfung. Ethiker befürchteten, dass der Schritt zum Menschen-Klonen nun nur noch ein kleiner sei.Bild 15 von 22 "Katholiken wird gesagt, sie sollen es nicht tun, und sie tun es doch überall. Was all die Päpste damit lediglich erreicht haben, ist, dass die Leute ihnen den Gehorsam verweigern", sagt Professor Edwards, der heute 82 Jahre alt ist.Bild 16 von 22 Trotz der Hoffnung, die Browns Geburt vielen Paaren gegeben hat: Eine künstliche Befruchtung ist immer noch ein extremer Eingriff, "eine komplizierte, emotional und körperlich herausfordernde Prozedur", wie Mike Macnamee, Chef der Bourn Hall Klinik in Cambridgeshire betont.Bild 17 von 22 Wegen strenger Regularien im eigenen Land suchen viele deutsche Paare Hilfe im Ausland. In Deutschland ist die Behandlung zudem vor allem eine Frage des Geldbeutels.Bild 18 von 22 Während die privaten Krankenkassen Behandlungen bei Ehepaaren voll finanzieren, unterstützen die gesetzlichen Kassen die ersten drei Versuche bei Frauen zwischen 25 und 40 Jahren nur zur Hälfte, Paare ohne Trauschein bekommen gar keine Hilfe.Bild 19 von 22 Eine häufigere Komplikation der künstlichen Befruchtung sind Mehrlingsschwangerschaften. Im Jahr 2000 waren genau 15,6 Prozent aller IVF-Geburten Zwillinge und 1,6 Prozent sogar Drillinge. (Foto: die ersten Retortenvierlinge, geboren 1984 in Melbourne)Bild 20 von 22 Pro Jahr kommen in Deutschland etwa 1,2 Prozent der Kinder durch IVF zur Welt - im Vergleich zu den nordischen Ländern, wo es bis zu 3,5 Prozent sind, ist das wenig.Bild 21 von 22 In einer aktuellen Studie zeigen Wissenschaftler, dass IVF-Kinder genauso gesund sind und sich ähnlich psychisch entwickeln wie Jungen und Mädchen, die auf natürlichem Wege befruchtet wurden. (Alle Bilder dpa, AP, Reuters; Material: dpa)Bild 22 von 22