| SA | 9° / 23° |
| SO | 10° / 22° |
Mit ihm fing alles an: Ferdinand Graf von Zeppelin war es, der Ende des 19. Jahrhunderts das Luftschiff erfand.
Inspiriert von Heißluftballons, die - vom Wind getragen - oft genug ihr Ziel verfehlten, ...
... entwickelte Zeppelin einen lenkbaren, motorbetriebenen Ballon. Seinen Plänen zufolge sollte ein starres, längliches Aluminiumgitter mit einer Stoffhülle überzogen werden. Für den Auftrieb sorgte eine Wasserstoff-Füllung. Propeller sollten das Gefährt antreiben, über Höhen- und Seitenruder ließ es sich steuern.
Am 2. Juli 1900 war es tatsächlich so weit: Der Starrluftschiff-Prototyp LZ 1 war startklar. Um 20.03 Uhr stieg Graf von Zeppelin damit am Bodensee 400 Meter in den Himmel auf. Er legte 6,5 Kilometer zurück. Die Zeppelin-Ära hatte begonnen.
Rund 120 Zeppeline (übrigens bis heute ein Markenname) wurden in den nächsten vier Jahrzehnten gebaut.
Parallel dazu entwickelte sich der Motorflug.
Doch es waren die Luftschiffe, die die Lüfte dominierten.
Große technische Fortschritte brachte der Erste Weltkrieg mit sich. Die Luftkreuzer standen beim Militär aller beteiligten Nationen hoch im Kurs. In Deutschland wurde der Konstrukteur Schütte-Lanz (hier im Bild die "SL II") auf diesem Weg vorübergehend zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten der Zeppelin GmbH.
Auch leichtere halbstarre, nur mit einem Teilskelett ausgestattete Luftschiffe waren inzwischen gefertigt worden. In einem solchen flog Roald Amundsen 1926 über den Nordpol.
Eine weitaus größere Tour hatte die "LZ 127", auch "Graf Zeppelin" genannt, im Jahr 1929 vor sich.
Sie ging auf Weltfahrt. Über Tokio und Los Angeles flog sie nach Lakehurst bei New York und dann zurück nach Friedrichshafen.
Auch danach war die "Graf Zeppelin" noch lange im Einsatz. Insgesamt legte sie 590 Fahrten und rund 1,7 Millionen Kilometer zurück.
Die "Graf Zeppelin" galt als das erfolgreichste Luftschiff. Hier ein Blick in die Passagier-Lounge auf ihrem Weg nach Brasilien im Jahr 1933.
Noch etwas größer als die 236 Meter lange "Graf Zeppelin" war die "USS Macon". Dieser Riese transportierte keine Reisenden, ...
... sondern ganze Flugzeugträger. Kleinere Flugzeuge konnten aus dem Luftschiff direkt in den Himmel starten. Nach nur zweijährigem Einsatz jedoch besiegelte der Absturz der "USS Macon" im Februar 1935 das Ende der US-amerikanischen Starrluftschifffahrt.
Eine Expedition des Monterey Bay Aquarium Research Institute fand das "USS Macon"-Wrack 1990 in 450 Meter Tiefe bei Point Sur vor der südkalifornischen Küste.
Deutschland setzte den Großluftschiffbau fort. 1936 startete der größte jemals gebaute Zeppelin, die "Hindenburg", zur Jungfernfahrt nach Südamerika. In nur dreieinhalb Tagen hatte er sein Ziel erreicht.
Ein Speisesaal und ein Gesellschaftsraum sowie Schlafkabinen mit 72 Betten für die Passagiere befanden sich an Bord des Zepplins. Die "Hindenburg" war der Stolz der deutschen Luftfahrt.
Schon am 3. Mai 1937 aber startete sie in Frankfurt zu ihrer letzten Fahrt. Mit Kurs auf Lakehurst überquerte sie den Atlantik, Wind und Gewitter erschwerten die Fahrt. Bei der Landung am 6. Mai dann brach in der Nähe des Hecks plötzlich Feuer aus. Wasserstoff und Diesel entzündeten sich und ...
... das Heck stürzte auf die Erde.
Innerhalb von 34 Sekunden stand der Zeppelin komplett in Flammen. Zwei Drittel der 97 Menschen an Bord konnten sich retten.
Die Zerstörung der "Hindenburg" setzte der Ära der großen, personenbefördernden Luftschiffe ein abruptes Ende.
Anders als im Ersten kamen im Zweiten Weltkrieg dann vor allem sogenannte Blimps zum Einsatz. Wie ein Ballon sind sie prall mit Gas gefüllt. Auf eine feste Tragstruktur, ein inneres Gerüst, wird bei ihnen verzichtet.
Blimps dienten zu Kriegszeiten zum Beispiel der Überwachung und Lokalisierung von U-Booten und sinkenden Schiffen.
Auch die heutzutage am Himmel entlangziehenden Luftschiffe ...
... sind meist keine Zeppeline, sondern kleinere Blimps.
Ihre Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig. Manch einer gebraucht sie als privates Transportmittel, ...
... doch meist werden sie zu Forschungszwecken, ...
... für Werbung ...
... zur Sicherheitsüberwachung bei Großveranstaltungen, ...
... beim Militär (hier ein Blimp der israelischen Armee) ...
... oder auch als mobile Mess-Station eingesetzt. Dieses Luftschiff zum Beispiel dokumentiert Daten zur Radioaktivität über Paris.
Mittlerweile sind aber auch die echten Zeppeline wieder im Kommen. Das halbstarre Modell "NT" (Neue Technologie) erhob sich erstmals 1997 in die Lüfte.
Es ist 75 Meter lang und anders als seine Vorgänger nicht mehr mit Wasserstoff, sondern mit nicht brennbarem Helium gefüllt.
In der Gondel haben zwölf Personen Platz. In einer Flughöhe von 350 Metern können sie an großen Panoramafenstern die Welt an sich vorbeiziehen sehen.
Grundsätzlich sollen die modernen Vielzweck-Zeppeline (hier ein Blick aus dem Cockpit) ...
... neue Märkte erschließen, die weder vom Hubschrauber noch vom Flugzeug abgedeckt werden können.
Gleiches gilt für die modernen Fracht-Blimps. Mit einer Geschwindigkeit von 125 km/h, niedrigen Treibstoffkosten und einer weitaus größeren Tragfähigkeit als eine Boeing 747 ...
... könnten sie künftig ihren Beitrag leisten zum Luftfracht-Transport über weite Strecken.
Dieses Bild hatte auch die CargoLifter AG aus dem brandenburgischen Brand vor Augen. Doch zur groß angelegten Produktion des Fracht-Luftschiffs CL 160, das mit 260 Metern Länge 160 Tonnen transportieren sollte, ist es nie gekommen.
Die Insolvenz war schneller. So wird die Produktionshalle seit Langem ...
... anderweitig verwendet.
Doch andere Unternehmen greifen die Vision auf. So hat zum Beispiel Boeing ein Luftschiff zum Transport schwerer Lasten auf dem Plan.
Auch die in Großbritannien konzipierten "Skycats" sind im Gespräch: Hightech-Blimps, die dank ihrer Luftkissentechnik überall landen können, auch auf dem Wasser.
Die neue Landetechnik macht eine Laderampe möglich - das US-amerikanische Militär zeigte sich bereits interessiert. Ganz zivil betrachtet ließen sich mit Skycats aber auch Erdbeeren transportieren, und zwar doppelt so viele wie mit einer Standard-Frachtmaschine. Dabei werden 90 Prozent weniger Treibhausgase emittiert.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass beim Luftschiff ein energieraubender Start entfällt und mit ihm natürlich auch die entsprechenden Bahnen.
Luftschiffe brauchen keine Flughäfen. Auf Transportknotenpunkte sind sie daher ebenso wenig angewiesen. Auch entlegenen Gegenden könnten sie den Einstieg in den internationalen Handel ermöglichen. So erleben die Luftschiffe vielleicht zum zweiten Mal seit ihrem Bestehen einen Höhenflug: als zukunftsfähige Transportmittel.
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.