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Von grazil bis gruselig: Die größten Spinnen Deutschlands

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Ihr sollte man besser nicht über den Weg laufen: Die Bananenspinne gilt als eine der aggressivsten und giftigsten Spinnen der Welt. In Deutschland muss man sich über das Tier selten Gedanken machen. Nur manchmal schafft es die Bananenspinne hier in die Schlagzeilen. Dann nämlich, wenn ... (Foto: Techuser / Wikipedia / CC BY-SA 3.0)

Ihr sollte man besser nicht über den Weg laufen: Die Bananenspinne gilt als eine der aggressivsten und giftigsten Spinnen der Welt. In Deutschland muss man sich über das Tier selten Gedanken machen. Nur manchmal schafft es die Bananenspinne hier in die Schlagzeilen. Dann nämlich, wenn ...

Ihr sollte man besser nicht über den Weg laufen: Die Bananenspinne gilt als eine der aggressivsten und giftigsten Spinnen der Welt. In Deutschland muss man sich über das Tier selten Gedanken machen. Nur manchmal schafft es die Bananenspinne hier in die Schlagzeilen. Dann nämlich, wenn ...

... sie in einem Supermarkt aus der Obstkiste krabbelt - am Ende einer langen Reise, die in Südamerika ihren Anfang genommen hatte. In Deutschland lebende Spinnen ...

... sind weitaus freundlicher. Und dennoch gruselt sich der eine oder andere gelegentlich. Denn ...

... wenn auch fast alle der rund 1000 hier beheimateten Spinnenarten draußen leben, so ...

... ist es ausgerechnet eine der größten und haarigsten Spinnen, die den Schutz der Häuser sucht und sich in Wohnungen und Kellerräumen einnistet: die Winkelspinne.

Mit ihrem Körper von bis zu zwei Zentimetern Länge und den dreimal so langen borstigen Beinen jagt die Winkelspinne vielen Menschen einen Schauer über den Rücken.

Dabei sind Winkelspinnen völlig harmlos. Zwar betäuben sie ihre Opfer, die sie in trichterförmigen Netzen fangen, mit einem giftigen Biss. Aber Menschen passen nicht in ihr Beuteschema. Beißen sie tatsächlich einmal zu, kommt es auf menschlicher Haut nur zu einer Rötung.

Wer eine Winkelspinne fangen will, um sie nach draußen zu setzen, hat oft schlechte Karten. Denn diese Spinne ist blitzschnell. In einer Sekunde kommt sie 50 Zentimeter weit. Ein Mittel, das tatsächlich gegen Winkelspinnen hilft, ...

... sind Zitterspinnen. Sie sind weit verbreitet und in fast jedem Haus zu finden. Mit ihren dünnen, glatten Beinen und dem kleinen Körper ist die Zitterspinne das zarte Gegenstück zur Winkelspinne. Und dennoch ist es die Zitterspinne, ...

... die sich die Winkelspinne einverleibt. Nicht umgekehrt. Die Zitterspinne pirscht sich an die Winkelspinne heran und bewirft sie mit Fäden. Ist das Beutetier erstmal in seinen Bewegungen eingeschränkt, wird es von der Zitterspinne eingesponnen. Dann folgt der tödliche Biss.

Eine weitere Größe unter den Achtbeinern Deutschlands: die Wespenspinne. Die Körper ihrer männlichen Vertreter werden nur etwa sechs Millimeter lang, die Weibchen aber bringen es auf bis zu zweieinhalb Zentimeter.

Die Wespenspinne war zunächst nur in der Oberrheinischen Tiefebene, im Rhein-Main-Gebiet und rund um Berlin vertreten, doch inzwischen ist sie weiter verbreitet.

Sie lebt an sonnigen, offenen Standorten, gern dort, wo es viele Heuschrecken gibt.

Ihr Netz baut die Wespenspinne in einer Dreiviertelstunde fertig. Charakteristisch sind Netze mit Zickzacklinien.

Die Giftklauen der Wespenspinne, der auch Bienen, Wespen, Schmetterlinge und Libellen zum Opfer fallen, sind für den Menschen ungefährlich. Sie sind zu kurz, um unsere Haut durchbrechen zu können. Das geht nur an so dünnen Stellen wie den Ohrläppchen. Dann wären Rötung, Schwellung und leichter Schmerz die Folge.

Ebenfalls groß und auffällig: die gerandete Jagdspinne, auch Listspinne genannt.

Sie lebt am Ufer stehender oder langsam fließender Gewässer, in Hochmooren, Feuchtwäldern und Gärten. Die Jagdspinne kann über Wasser laufen und bei Gefahr sogar untertauchen. In schnellen Bewegungen tötet sie Insekten, Kaulquappen und kleine Fische mit einem Giftbiss.

Zweimal im Jahr kann das Jagdspinnen-Weibchen bis zu 1000 Eier legen.

Sein Körper wird anderthalb bis gut zwei Zentimeter groß. Die Männchen sind mit einem Zentimeter etwas kleiner.

Auch dieses hübsche Tierchen ist in einigen Regionen Deutschlands verbreitet, allerdings gehört die Alopecosa fabrilis hier zu den gefährdeten Arten. Die Wolfsspinne lebt in Sandgebieten, so also in den Dünen, in Kiefernwäldern, der Heide und auf Trockenrasen.

An ihren Augen ist sie gut zu erkennen: Alopecosa fabrilis hat acht Augen in drei Reihen. Die mit der Tarantel verwandte Spinne ist deutlich kleiner, als es auf den Bildern den Anschein hat, doch sie gehört zu den größeren der Gattung: Der Körper der Weibchen wird gut anderthalb Zentimeter lang, der der Männchen einen guten Zentimeter.

Noch stärker gefährdet als Alopecosa fabrilis ist in Deutschland die Rote Röhrenspinne. Sie kommt nur in bestimmten, meist wärmeren Gegenden vor, so etwa am Kaiserstuhl, am Kyffhäuser, in der Lausitz und in der Lüneburger Heide. Sie lebt an sonnigen Hängen oder Felsrändern.

Es sind die Weibchen, die größer werden (etwa anderthalb Zentimeter Körperlänge), jedoch die Männchen mit dem scharlachroten Hinterkörper. Die Weibchen sind auch dort schwarz.

In sieben bis zehn Zentimeter tiefen Röhren im Erdboden fängt die Rote Röhrenspinne Käfer, Tausendfüßler etc. Das Männchen stirbt nach der Paarung, das Weibchen, nachdem die Jungen geschlüpft sind und es den Nahrungsbrei für den Nachwuchs produziert hat. Das Weibchen wird dann zum Futter für die Jungspinnen.

Weitaus häufiger zu sehen: die Gartenkreuzspinne. Sie lebt auf Streuobstwiesen, in Kiefernwäldern und Hochmooren. Weibchen dieser Art werden fast zwei Zentimeter groß, Männchen etwa halb so groß.

Gartenkreuzspinnen ernähren sich von den Insekten, die sich in ihren Netzen verfangen. Das sind meist Wespen, Hummeln, Bienen, Fliegen und Schmetterlinge.

Ist die Beute einmal gefangen, injiziert die Gartenkreuzspinne durch einen Biss Verdauungsenzyme. Diese zersetzen das Innere der Opfer. Dann geht es an die Mahlzeit.

Ist die Spinne satt, spinnt sie ihre Beute ein und hängt sie als Vorrat ins Netz. Menschliche Haut können Kreuzspinnen nur an den dünnsten Stellen durchdringen. Ihr Biss ist in der Wirkung vergleichbar mit einem Mückenstich.

Eine Verwandte der Gartenkreuzspinne ist die Eichblatt-Radnetzspinne. Auch hier ...

... sind es die Weibchen (rechts im Bild), die größer werden als die Männchen (links im Bild). Eichblatt-Radnetzspinnen gibt es auf offenen Flächen aller Art. Selbst auf 2500 Metern Höhe in den Alpen sind sie noch anzutreffen.

Ebenfalls häufig und besonders im Juli oft zu sehen: die Labyrinthspinne. Wie die eingangs erwähnte Winkelspinne gehört auch sie zu den Trichterspinnen. Sie baut ...

... ein Trichternetz und wartet in oder vor dem Schlupfwinkel auf Beute. Das können ...

... zum Beispiel Heuschrecken oder Bienen sein, denn die Labyrinthspinne lebt auf trockenen Wiesen oder an Wegrändern. Wie bei vielen anderen Spinnenarten wird nach der Paarung oft auch das Männchen verzehrt. Der Körper von Labyrinthspinnen ist bis zu 14 Millimeter groß. Etwas größer sind ...

... diese Tierchen: Drassodes lapidosus. Sie werden bis zu zwei Zentimeter groß. Diese Spinnenart lebt in Dünen, lichten Wäldern und auf Wiesen. Manchmal findet man sie auch in Häusern. Drassodes lapidosus kann Menschen beißen. Gefährlich ist ihr Biss aber nicht. Es kommt lediglich zu einer Hautrötung.

Die einzige für den Menschen giftige Spinne in Deutschland ist der Dornfinger. Eigentlich ist er im Mittelmeerraum zu Hause, doch er treibt sich auch in der Rheinischen Tiefebene rum, in Brandenburg und im Ostseeraum.

Der Dornfinger lebt auf warmen, trockenen Wiesen mit hohem Gras oder auch an Bahndämmen und Grabenrändern. Er baut Ruhe- und Brutgespinste, aber keine Fangnetze. Stattdessen geht er nachts auf Jagd. Auch machen sich die Männchen dann auf die Suche nach einem Weibchen.

Dabei kann es passieren, dass sich ein Dornfinger ins Haus verirrt. Zwei von zwölf Dornfinger-Bissen betrafen schlafende Menschen. Eine weitere Bissmöglichkeit besteht, wenn beim Mähen von Hand Gespinste des Dornfingers zerstört werden. Dann fühlt er sich provoziert.

Der Dornfinger kann menschliche Haut mit seinen Giftklauen durchdringen. Ein Biss ist ähnlich schmerzhaft wie ein Wespen- oder Bienenstich. Der Schmerz dehnt sich auf das gesamte gebissene Gliedmaß aus. Selten kommt es zu Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen oder Kreislaufproblemen. Nach einem bis anderthalb Tagen sind die Symptome meist abgeklungen. Ein Arztbesuch ist dennoch angeraten.

Abschließend noch ein Blick auf die Tapezierspinnen. Sie sind die einzigen Vertreter der Vogelspinnenartigen in Mitteleuropa. Zu finden sind sie an felsigen Hängen, in Kiefernwäldern und Heidelandschaften. Allerdings gelten sie als stark gefährdet und sind entsprechend selten. In einem Fall ...

... ist der Biss einer Tapezierspinne, Atypus affinis, in Deutschland bekannt geworden. Die Spinne hat einen auffälligen Kiefer. Beißt sie, kann die Wunde stark bluten. Das Gift ist für den Menschen kaum gefährlich, doch die Symptome (entzündliche Wunde, Fieber, Schwäche) halten lange an. - Von den Vogelspinnenartigen ist der Schritt ...

... zur Vogelspinne selbst nur ein kleiner. Die Goliath-Vogelspinne ist eine der größten Spinnen der Welt. Ihr Lebensraum ist der tropische Regenwald Südamerikas. Verglichen mit ihr sind alle in Deutschland beheimateten Achtbeiner winzig: Theraphosa blondi, so ihr wissenschaftlicher Name, erreicht ...

... eine Körperlänge von zwölf Zentimetern; ihre Beinspannlänge beträgt mitunter ganze dreißig Zentimeter. Einige südamerikanische Ureinwohner freut's: Bei ihnen steht Theraposa blondi auf dem Speiseplan. Große Spinne, viele Proteine. Und von Ekel keine Spur.

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