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Autismus: In sich selbst gefangen

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In den letzten Jahren steigen die Zahlen von diagnostiziertem Autismus dramatisch an. (Foto: S. Hofschlaeger, pixelio)

In den letzten Jahren steigen die Zahlen von diagnostiziertem Autismus dramatisch an.

In den letzten Jahren steigen die Zahlen von diagnostiziertem Autismus dramatisch an.

Wissenschaftler können nicht genau sagen, ob es tatsächlich mehr Menschen mit Autismus gibt oder ob durch die moderne medizinische Diagnostik und das erweiterte Diagnosespektrum einfach mehr Autisten erkannt werden.

Eine Studie, in der Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern als Ursache für die steigenden Autismusdiagnosen ausgemacht worden waren, wurde bereits wieder zurückgezogen.

In einer anderen Untersuchung konnte jedoch bewiesen werden, dass das Autismusrisiko beim Kind steigt, je älter die Mutter bei der Geburt ist.

Aber was ist Autismus? Wie macht er sich bemerkbar?

Autismus ist eine unheilbare Entwicklungsstörung, deren Ursachen nicht abschließend ermittelt sind.

Bedeutende Rollen beim Entstehen von Autismus spielen Erbfaktoren und biologische Einflüsse wie Hormone oder Infektionskrankheiten.

Autismus ist angeboren. Er wird als eine Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung im Gehirn beschrieben.

Menschen mit Autismus isolieren sich von ihrer sozialen Umwelt.

Das Asperger-Syndrom ist eine leichtere Form des Autismus. Es wird oftmals erst nach dem dritten Lebensjahr diagnositiziert.

Menschen mit dem Asperger-Syndrom leben oft als introvertierte Eigenbrötler sehr zurückgezogen. Mit zwischenmenschlichen Aktionen können sie trotz in der Regel gut entwickelter Sprachkompetenz nicht viel anfangen.

Die Betroffenen beschreiben ihr Anderssein oftmals mit dem Leben auf einem fremden Planeten, dessen Regeln und Bewohner sie nicht verstehen können.

Bei Kindern mit Asperger-Syndrom werden häufig ausgeprägte Spezialinteressen und Inselbegabungen beobachtet.

Die Formen und Facetten des Autismus sind weitreichend, die Übergänge zwischen "Normalität" und Autismus oftmals fließend. Dennoch sind einige Merkmale bei einer Vielzahl von Autisten zu finden.

Kinder und Erwachsene mit Autismus können meist keinen direkten Blickkontakt zu ihrem Gegenüber aufnehmen oder über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.

Mit Körperkontakt, Umarmungen oder Zärtlichkeiten können Autisten nichts anfangen.

Autisten neigen zu stereotypen Verhaltensweisen. Bei Veränderungen oder Abweichungen reagieren sie mit Aufregung, Unsicherheit oder Zorn.

Die intellektuelle Begabung von Autisten reicht von schwerer geistiger Behinderung bis zur Hochbegabung.

Autisten mit einer Inselbegabung werden als Savants bezeichnet. Einer der bekanntesten war Kim Peek (1951-2009). Er kannte 12.000 Bücher auswendig, obwohl er sie nur einmal gelesen hatte.

Peeks Leben wurde in dem Hollywooderfolg "Rain Man" mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle verfilmt. Hoffman erhielt für seine eindrucksvolle Darstellung des Autisten einen Oscar.

Mit modernen Aufnahmetechniken konnten Wissenschaftler 2005 beweisen, dass das autistische Gehirn "männlich" ist.

Soll heißen: An den Hirnen von Autisten fällt die fehlende Vernetzung auf. Das entspricht einer Beobachtung bei Gehirnen von gesunden Männern, die zwar größer als jene von gesunden Frauen, zwischen den einzelnen Hirnabschnitten jedoch weniger vernetzt sind.

Ebenso sind die Gehirnabschnitte, die bei Jungen in einem bestimmten Alter schneller wachsen als bei Mädchen, bei Autisten besonders ausgeprägt.

Darüber hinaus haben viele Autisten ebenso wie viele Männer eine Vorliebe fürs Systematisieren.

Mit Empathie und Emotionen, auf die Mädchen und Frauen besonderen Wert legen, können Autisten meistens nichts anfangen.

Forscher haben außerdem herausgefunden, dass viele Autisten ein besonders gutes Sehvermögen haben.

In einem Experiment haben die autistischen Probanden Details aus 20 Meter Entfernung gesehen, die gesunde Menschen erst aus einem Abstand von sechs Meter erkannt hatten.

Zwar ist Autismus nicht heilbar. Es gibt allerdings einige Therapiemöglichkeiten, um die Symptome zu lindern und damit das Leben der Autisten selbst und ihrer Angehörigen zu erleichtern.

Viele autistische Kinder können gut Kontakt zu Tieren aufnehmen.

Eltern von autistischen Kindern schwärmen von den Erfolgen durch die Therapie mit Delfinen.

Mit professioneller Hilfe und der geeigneten Therapieform können autistische Kinder lernen, auf ihre ganz individuelle Art und Weise Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen.

So haben sie die Möglichkeit, aus ihrem Kokon ein Stückchen weit herauszukommen.

Außenstehende nehmen oftmals an, dass Autisten so gut wie keine Gefühle haben und in Ruhe gelassen werden wollen.

Das stimmt nicht. Bei Autisten kommunizieren bestimmte Gehirnregionen anders miteinander als bei gesunden Menschen.

Autisten können die sozialen Codes wie Lächeln oder Weinen einfach nicht verarbeiten und dementsprechend auch nicht anwenden.

Eltern von autistischen Kindern und erwachsene Autisten, die sich äußern können, legen Wert darauf, Autismus weder als Behinderung noch als psychische Erkrankung zu sehen, ...

... sondern einfach als eine besondere Art, die Welt wahrzunehmen.

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