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Montag, 01. Juni 2015

Hinter der Bar, am Kochtopf und auf dem Laufsteg: Roboter erobern die Welt

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Roboter werden längst nicht mehr nur in der Industrie eingesetzt, um den Menschen monotone, sich immer wiederholende Handgriffe oder auch schmutzige Arbeit abzunehmen. (Foto: picture alliance / dpa)

Roboter werden längst nicht mehr nur in der Industrie eingesetzt, um den Menschen monotone, sich immer wiederholende Handgriffe oder auch schmutzige Arbeit abzunehmen.

Roboter werden längst nicht mehr nur in der Industrie eingesetzt, um den Menschen monotone, sich immer wiederholende Handgriffe oder auch schmutzige Arbeit abzunehmen.

Sie spielen auch Fußball, wie hier bei den "RoboCup German Open 2015" in Magdeburg. Insgesamt 200 Mannschaften mit knapp 1000 Teilnehmern waren bei diesen Meisterschaften dabei. Die Maschinen mussten in verschiedenen Disziplinen (wie etwa Haushaltsaufgaben) selbstständig handeln und miteinander kommunizieren.

Am Flughafen Düsseldorf hilft seit Juni 2014 der Park-Roboter "Ray" Autofahrern. Die müssen ihren Wagen nur noch auf einem Stellplatz am Parkhauseingang lassen. Dort übernimmt "Ray", der zuerst das Auto vermisst, es dann um einige Zentimeter anhebt und zum Stellplatz transportiert. Für 29 Euro Parkgebühr pro Tag erspart "Ray" das Gekurbel und Gekurve in engen Geschossen ...

... und die Suche auf den Parkdecks nach einer freien Lücke. Die Parkhausbetreiber wollen die Kosten für die neue Technik durch zusätzliche Stellplätze reinholen: Weil "Ray" nur drei statt sechs Meter breite Wege braucht, können auf gleicher Fläche viel mehr Autos untergebracht werden. Außerdem muss kein Abstand zum Türöffnen und zum Rangieren eingehalten werden. Die Autos stehen dicht an dicht mit wenigen Zentimetern Abstand.

Auch in der Gastronomie und beim Bewirten von Gästen werden immer mehr Roboter eingesetzt. Hier zeigt Asimo, ein humanoider Roboter von Honda, im Juli 2014, wie gut er ein Getränk in einen Becher gießen kann.

Bei der Hannover Messe im April 2015 kochte der Prototyp eines Küchenroboters von Moley Robotics eine Suppe. Es gibt mittlerweile sogar ...

... ganze Roboter-Restaurants, wie hier im chinesischen Harbin. Es wurde bereits im Juni 2012 eröffnet und beschäftigt insgesamt 20 Roboter. Diese sind zwischen 1,30 und 1,60 Meter groß, kochen und bringen das Essen an den Tisch. Die Roboter können nach einer Ladezeit von zwei Stunden fünf Stunden lang ununterbrochen arbeiten. Sie haben mehr als zehn verschiedene Gesichtsausdrücke drauf und können die Gäste mit einfachen Sätzen begrüßen.

Das größte Roboter-Restaurant Chinas gibt es in der Stadt Hefei. Es hat eine Fläche von 1300 Quadratmetern; 30 der hilfreichen Maschinen bereiten hier Gerichte zu (offenbar unter der Kontrolle eines menschlichen Kochs), begrüßen die Gäste und servieren.

Ebenfalls in China, in Jinhua, bedienen seit Mitte Mai 2015 diese zwei Roboter die Kundschaft: Xiaolan and Xiaotao wurden gleich als Pärchen entworfen.

Nicht nur in China, auch in Deutschland gibt es Roboter-Gastronomie: In der "Bar der Zukunft" im thüringischen Ilmenau, eröffnet im Juni 2013, bedient Humanoid "Carl" als Bartender die Gäste. Entwickelt und gebaut wurde er vom Mechatroniker Ben Schäfer, der eine Firma für humanoide Roboter hat. "Carl" bereitet Mixgetränke zu und ist in der Lage, mit den Gästen eine einfache Konversation zu führen.

In Berlin ist Müllroboter Reiner unterwegs. Der sprechende Mülleimer ermutigt im Mauerpark Passanten, darunter vor allem Kinder, ...

... ihn mit ihrem Müll zu füttern, vom Taschentuch bis zum Zigarettenstummel. "Ich will nur Müll, ich bin einer der 21.500 Papierkörbe in der Stadt", sagt er.

Ein etwas anderer Müllroboter wird seit Juli 2014 in Nürnberg getestet. "Simon" soll der Stadt beim Kampf gegen den Schmutz helfen. Aufsammeln kann er den Müll nicht, aber er übermittelt den Fundort an einen Laptop. Die vierrädrige Maschine ist mit einer Kamera ausgerüstet, die Müll erkennen, orten und klassifizieren kann. So richtig praxistauglich ist "Simon" jedoch noch nicht - "Detailprobleme müssen noch gelöst werden", sagt Entwickler Michael Schmidpeter von der Technischen Hochschule.

Auch in der Medizin können Roboter sehr nützlich sein: Hier operiert ein Arzt im chinesischen Hefei einen Patienten mithilfe eines Chirurgie-Roboters.

Für Armamputierte wurde dieser Roboterarm entwickelt. Das "DEKA Arm System" wurde nach der "Star Wars"-Figur Luke Skywalker benannt und kann mehrere Bewegungen gleichzeitig ausführen - ein großer Fortschritt gegenüber den bisher gebräuchlichen Kunstarmen.

Wo, wenn nicht im Weltall, haben Roboter ihre Berechtigung: Auf der ISS werden sie sowohl eingesetzt, um den Raumfahrern bestimmte Arbeiten abzunehmen als auch zu Tests, etwa für die Erforschung von Einsatzgebieten von Robotern. So wie hier "Robonaut 2" im Januar 2013 - er steuert Ventile an einer Schaltwand. Mit seinen menschenähnlichen Händen kann "R2" dieselben Werkzeuge benutzen wie die menschliche ISS-Besatzung. Zudem wurde seine Funktionsfähigkeit in der Schwerelosigkeit getestet.

Mehr als Begleiter und zur Unterhaltung war "Kirobo" gedacht: Er wurde mit dem japanischen Raumfahrer Koichi Wakata im August 2013 zur ISS geschickt. Mit dem 34 Zentimeter großen Androiden sollte herausgefunden werden, inwieweit ein Roboter zum Gefährten für isoliert lebende Menschen werden könnte.

Seit Dezember 2014 setzt der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé in Japan Roboter als Verkäufer seiner Kaffeemaschinen ein. Der humanoide Roboter "Pepper" des japanischen Telekommunikationskonzerns Softbank ist 121 Zentimeter groß und 28 Kilogramm schwer, kann Stimmlagen, Gesichtsausdrücke und Gesten erkennen und soll sogar Emotionen der Kundschaft deuten.

Bis Ende 2015 will Nestlé die Verkaufsroboter in 1000 seiner Geschäfte einsetzen. Einen "Pepper" kann man sich seit Februar 2015 auch selbst kaufen: Softbank will rund 2000 Euro pro Stück dafür haben.

Mittlerweile sehen die humanoiden Maschinen - Roboter, deren Konstruktion der menschlichen Gestalt nachempfunden ist - den Menschen immer ähnlicher.

Im Eingangsbereich des Kaufhauses Nihonbashi Mitsukoshi in Tokio begrüßt eine Dame im Kimono namens Aiko Chihira die Kunden, bei der man nicht auf den ersten Blick erkennt, dass sie kein Mensch aus Fleisch und Blut ist.

Die Roboterdame wurde von Toshiba entwickelt. Sie beherrscht die Zeichensprache, kann sich selbst vorstellen und Kunden den Weg durchs Kaufhaus weisen.

Auch zu einer kurzen, einfachen Konversation ist sie in der Lage. (Fragen außerhalb ihres Programms überfordern Aiko Chihira jedoch.) Kürzlich bekam sie ein "Upgrade" und spricht seitdem auch Chinesisch. Sie bewegt ihre Lippen, 43 Motoren in ihrem Gesicht sorgen für die Mimik.

An einer Grundschule in Tokio wurde, allerdings bisher nur zu Demonstrationszwecken, ein Roboter namens "Saya" als Lehrerin eingesetzt. Sie spricht verschiedene Sprachen; ihr Gesicht ist zu Ausdrücken wie Glück, Überraschung, Trauer, Angst, Wut oder Ekel fähig.

Wenn der mal nicht echt aussieht: Der Roboter "The Incredible Bionic Man" steht im Smithsonian National Air and Space Museum in Washington. Er ist der weltweit erste funktionierende bionische Mann aus Prothesenteilen und künstlichen Organen. Er wird "Frank" genannt (kurz für Frankenstein) und ist mit 200 Prozessoren und einer Million Sensoren bestückt.

"Frank" verfügt über ein funktionierendes Kreislaufsystem samt Herzschlag. Mithilfe einer Fernbedienung kann er laufen und sprechen.

Auch HRP-4C, genannt "Miim", kann laufen. Der weiblich aussehende humanoide Roboter ist 1,58 Meter groß und wiegt 43 Kilogramm inklusive Batterien. Ihre Figur wurde einer durchschnittlichen jungen Japanerin nachempfunden. "Miim" bewegt sich mithilfe von 30 Motoren wie ein Mensch, 8 sorgen für verschiedene Gesichtsausdrücke. Die Roboterdame kann dank Spracherkennungssoftware auf Sprache reagieren ...

... und erkennt Töne und Geräusche. "Miim" kann auch singen - mithilfe eines Stimmsynthesizers. Der japanische Modedesigner Yumi Katsura setzte sie vor einigen Jahren bereits ein, um ein Hochzeitskleid vorzuführen.

Der humanoide Roboter namens "Han" von Hanson Robotics hat eine Haut aus "Frubber"; das ist ein elastisches Polymer, das die menschliche Haut nachahmt. Über etwa 40 Motoren können seine verschiedenen Gesichtsausdrücke gesteuert werden - per Smartphone-Befehl. "Han" kann einfache Fragen beantworten und könnte etwa beim Kundendienst eingesetzt werden, so die Hersteller.

Dieser humanoide Roboter namens "Kansei" (das japanische Wort für Sensibilität) macht den Gesichtsausdruck für "Angst" neben dem Wort "Bombe" bei einer Demonstration in der Kawasaki-Meiji-Universität in Tokio. "Kansei" ist zu 36 verschiedenen Gesichtsausdrücken in der Lage. Nach der Eingabe eines Wortes in seine Software werden dabei Assoziationen aus einer Datenbank von 500.000 Wörtern gezogen, in der gesamten Gefühlsbandbreite zwischen angenehm und unangenehm. Daraus entsteht dann die entsprechende Mimik.

Der humanoide Roboter "Yangyang" wurde Ende April 2015 auf der Global Mobile Internet Conference in Peking vorgestellt. Der Android wurde entwickelt mit dem Ziel, der Robotik unter Jugendlichen zu mehr Popularität zu verhelfen. "Yangyang" kann sprechen, den Kopf bewegen, ...

... Händeschütteln und sogar Menschen umarmen. Die Haut besteht aus Silicagel, um die Textur der menschlichen Haut möglichst echt nachzubilden. "Yangyang" hat zudem eine ganze Reihe ...

... von beeindruckend realistischen Gesichtsausdrücken drauf.

Werden Roboter bald so täuschend menschenähnlich aussehen, dass wir sie mit ihrem Original verwechseln könnten? Der dänische Wissenschaftler Henrik Scharfe macht hier mit seinem Double, einem sogenannten Geminoiden, schon mal die Probe aufs Exempel. (abe)

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