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Weltbekannt, langlebig, bizarr: Verschwörungstheorien

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"Hamlet", der "Sommernachtstraum", "Romeo und Julia": Bis heute ziehen die Tragödien und Komödien ... (Foto: picture-alliance / dpa)

"Hamlet", der "Sommernachtstraum", "Romeo und Julia": Bis heute ziehen die Tragödien und Komödien ...

"Hamlet", der "Sommernachtstraum", "Romeo und Julia": Bis heute ziehen die Tragödien und Komödien ...

... William Shakespeares die Zuschauer in den Bann. Doch schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Zweifel an seiner Autorenschaft laut.

Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford, soll die Stücke verfasst haben. Das Theater aber war eines Edelmannes unwürdig. Deshalb soll de Vere Shakespeare vorgeschoben haben. Diese These hält sich bis heute.

Merkwürdig: Edward de Vere verstarb 1604. Ein Autor namens Shakespeare verfasste aber bis 1612 Theaterstücke.

Mozart: Der Komponist starb am 5. Dezember 1791 an einer Krankheit. Der Leichenbeschauer sprach von "hitzigem Frieselfieber". Der Legende nach soll Mozart von den ...

... Freimaurern, denen er selbst angehörte, vergiftet worden sein. Das Motiv: Mozart habe mit der "Zauberflöte" zu viel über die Riten des Geheimbundes preisgegeben.

Die "Zauberflöte" war nur wenige Wochen vor dem Tod des Komponisten, am 30. September, uraufgeführt worden.

Titanic: Das Schiff galt als unsinkbar. Das war es auch, sagen die Anhänger einer Verschwörungstheorie. Und gleichzeitig, so meinen sie, war die Titanic Teil eines ausgetüftelten Versicherungsbetrugs.

Demnach war es eben nicht die Titanic, die 1912 im Atlantik versank, sondern das Schwesterschiff Olympic. Die hätte nämlich repariert werden müssen, doch waren der Reederei die Kosten zu hoch. Also ...

… wurde sie kalkuliert versenkt. Und die "White Star Line" strich die Versicherungssumme für die Titanic ein. Die Namensschilder der beiden Schiffe sind natürlich vor der Fahrt ausgetauscht worden – so die Theorie.

Hitler: Einer bizarren Theorie zufolge soll sich der Diktator 1945 nicht das Leben genommen haben, sondern …

… in eine unterirdische Festung nach Neuschwabenland, Antarktis, geflohen sein. Von dort soll er versucht haben, mit Reichsflugscheiben (untertassenförmigen Flugzeugen) die Welt zu erobern. Vergeblich, offenbar.

Roswell, New Mexico: Dies ist der Ort, von wo Felix Baumgartner jüngst zu seinem Stratosphären-Sprung aufstieg.

Doch bereits 1947 erregte das Städtchen Aufsehen: Ein UFO soll damals dort abgestürzt sein. Ein Sprecher der US-Luftwaffe sprach von einer "fliegenden Scheibe", die gefunden worden sei. Später war von einem Wetterballon die Rede. Doch die Legende lebte fort.

Auch ein Alien-Körper wurde dabei angeblich entdeckt. Er soll nach Nevada gebracht worden sein, in die ...

... Area 51: Die ist militärisches Sperrgebiet am Groom-Lake-Salzsee in der Wüste von Nevada. Dort befindet sich die längste Landebahn der Welt. Sie misst mehr als acht Kilometer.

Die Geheimhaltungsmaßnahmen der Anlage und die dort angesiedelte Forschung an Experimentalflugzeugen bereiten zahlreichen Gerüchten den Boden.

In der Area 51 sollen abgestürzte UFOs gelagert werden und geheime Gespräche mit Außerirdischen stattfinden. Auch soll es hier Filmstudios geben. Was dort gedreht wurde? Die vermeintlichen …

... Mondlandungen: Niemals nämlich soll ein Mensch auf dem Mond gewesen sein. Die Landung der Apollo 11 mit ...

... Neil Armstrong und Buzz Aldrin im Jahr 1969 soll eine Inszenierung gewesen sein.

Ebenso alle anderen bemannten Mond-Missionen. Die NASA hätte, so heißt es unter den Anhängern der Verschwörungstheorie, einen plausiblen Grund dafür gehabt, die Szenen zu drehen: ...

... Nach Sputnik, Lunik 2 und dem ersten bemannten Raumflug mit Juri Gagarin (im Bild) mussten die USA ihre Überlegenheit über die Sowjetunion demonstrieren.

Kleiner Haken: Die NASA hätte alle am Apollo-Programm beteiligten Personen – zeitweise waren das 400.000 – zum Schweigen verpflichten oder aber täuschen müssen. Kann das gehen?

John F. Kennedy: Der 35. Präsident der Vereinigten Staaten ist, davon sind viele überzeugt, am 22. November 1963 letztlich nicht ...

... von dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald ermordet worden, sondern durch die Mafia.

Aus Rache für die steigende Zahl von Razzien sollen Gangsterbosse monatelang geplant haben, das Oberhaupt des Kennedy-Clans zu töten.

Dies sollte allerdings durch einen Außenstehenden geschehen, der nicht mit der Mafia in Verbindung gebracht werden konnte.

Auch die CIA könnte, so heißt es, ihre Finger im Spiel gehabt haben. Kennedy hatte ihre Befugnisse einschränken wollen.

Paul McCartney: Der Musiker ist, so die Legende, bereits 1966 bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Seinen Part bei den Beatles soll fortan ein Double übernommen haben.

Der Beleg? Man spiele den Song "Revolution Number Nine" rückwärts ab. Aus "number nine, number nine, number nine" wird auf diese Weise "Turn me on, dead man. Turn me on, dead man." Spielt man "I’m So Tired" rückwärts, murmelt John Lennon: "Paul is a dead man. Miss him, miss him." Und im Song "Strawberry Fields Forever" singt John: "I buried Paul."

Platten, die rückwärts abgespielt wurden, zeigten starke Abnutzungserscheinungen. Wer weiterhin eine intakte Platte haben wollte, musste also ein zweites Exemplar dazukaufen. Die Beatles hat's gefreut.

Lady Di: Die britische Kronprinzessin wurde, davon geht jeder vierte Brite aus, Opfer eines Mordkomplotts.

Der Autounfall, bei dem Diana am 31. August 1997 ums Leben kam, war Verschwörungstheorien zufolge kein Zufall.

Vielmehr, so heißt es, steckte der britische Geheimdienst MI6 dahinter – und letztlich das britische Königshaus.

Die Windsors hätten von einer neuen Schwangerschaft Dianas erfahren, ihrer Heirat mit dem ägyptischen Kaufhausbesitzersohn Dodi Al-Fayed jedoch niemals zugestimmt - so die These.

Die Anschläge vom 11. September 2001: Sie sollen von den USA wissentlich zugelassen oder gar selbst geplant und ausgeführt worden sein.

Auf diese Weise sollen sich die USA einen Vorwand für die Militäraktionen gegen den Irak und Afghanistan verschafft haben.

Die Theorie lässt sich in ihren Details widerlegen. Doch eines stimmt: Die offiziellen Gründe für den Irak-Krieg waren tatsächlich vorgeschoben.

Kondensstreifen: Die flugzeuggenerierten Wolken sollen, so die Vertreter der Chemtrail-Theorie, immer wieder bestimmte Chemikalien enthalten. Angeblich starten regelmäßig Flieger, um die Atmosphäre gezielt mit Substanzen wie Barium und Aluminiumstaub zu besprühen.

Sinn der Sache? Die Aktion finde im Rahmen eines militärischen Projekts statt, meinen manche. Wetter und Klima sollen damit beeinflusst und womöglich zur modernen Kriegsführung eingesetzt werden. Fragt man Meteorologen und Physiker, löst sich diese Theorie ganz schnell in Luft auf.

Der Klimawandel: Er ist in den Augen von Verschwörungstheoretikern kein menschgemachtes Phänomen, sondern ...

... eine ganz natürliche Entwicklung. Angeblich haben ...

... Wissenschaftler, Politiker und Medien den Klimawandelmythos gemeinsam geschaffen.

Wozu? Um sich Forschungsgelder, Wählerstimmen und Umsätze zu sichern - so die Anhänger der Legende.

Bielefeld: Die Metropole Ostwestfalens ist die Stadt, die gar nicht existiert.

Alles, was man je von Bielefeld gesehen hat, ...

... ist gefälscht. Das gilt auch für die Kennzeichen an Bielefelder Autos.

Wer dahintersteckt? "Sie" natürlich. Wahlweise also die Regierung, Geheimorganisationen, Außerirdische oder aber Geheimdienste.

Und Achim Held. Er war es, der nach einer lustigen Studentenparty 1994 im Internet erwähnte, dass es Bielefeld nicht gebe. Die These fand ihre Anhänger. 2010 kam ein Film dazu ins Kino.

Die Bielefeld-Verschwörung ist eine Satire. Aber sie macht deutlich, wie Verschwörungstheorien funktionieren, wie sie aufgebaut sind, wie sie wirken, wie sie sich verbreiten. Und klar ist: Eine Legende lebt dann, wenn viele Menschen daran glauben wollen.

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