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Das gesamte Wasser, das bei der Erzeugung eines Produktes verbraucht und verschmutzt wird oder verdunstet, wird diesem Produkt als "virtuelles Wasser" zugeschrieben.
So lässt sich jedem Produkt im Supermarkt, im Möbel- oder im Autohaus eine konkrete Literangabe zuordnen: Wie viel Wasser wurde für die Herstellung des Produktes tatsächlich verbraucht?
Diese Verbrauchszahlen sind oft überraschend. Denn anders als die Angaben auf einer Wasseruhr, sind uns Berechnungen mit "virtuellen" Litern noch recht fremd.
Für ein Rinder-Steak von etwa 300 Gramm war der Einsatz von etwa 4500 Litern Wasser nötig. Das entspricht 25 gefüllten Badewannen. Wo verbirgt sich diese Wassermenge in einer doch sehr überschaubaren Portion Fleisch?
Ein Rind säuft nicht nur viel, sondern frisst auch viel Gras, das zum Wachsen ebenfalls Wasser benötigt. Reichen die natürlichen Niederschläge aus, mag es noch gehen, muss das Gras bewässert werden, steigen die Wassermengen erheblich.
Wird das Rind mit Soja ernährt, benötigt es pro Kilo Fleisch 10 Kilogramm Soja. Für die Produktion jedes Kilos Soja müssen wiederum 1000 Liter Wasser eingesetzt werden.
In der Intensivtierhaltung steigt die virtuelle Wassermenge für ein Kilogramm Rindfleisch schnell auf 100.000 Liter, ...
... auch deshalb, weil die Menge des durch die Tierhaltung verschmutzten Wassers größer wird. Denn die Exkremente so vieler Tiere können nicht mehr auf traditionelle Weise als Dünger zurück auf die Felder gebracht werden.
Selbst ein Hamburger mit Rinderbulette benötigt noch 2400 Liter Wasser.
Fleisch ist ein besonders starker Wasserfresser. 1 Kilogramm Hühnerfleisch erfordert 3900 Liter, ...
... 1 Kilogramm Schweinefleisch 4800 Liter.
Doch auch jede Kilokalorie pflanzlicher Nahrung braucht zum Wachsen etwa 1 Liter Wasser. Es verdunstet beim Stoffwechsel der Pflanze.
So kommen auf 1 Kilogramm Reis 3000 Liter Wasser, ...
... auf 1 Kilogramm Sojabohnen 2300 Liter, ...
... auf 1 Kilogramm Weizen 1350 Liter Wasser, ...
... auf 1 Kilogramm Mais 450 Liter, ...
... und auf 1 Kilogramm Kartoffeln 160 Liter Wasser.
Für einen Liter Milch sind 1000 Liter Wasser nötig, ...
... für 500 Gramm Käse 2500 Liter, ...
... für ein Ei 135 Liter.
Ein Glas Wein von 125 Milliliter enthält fast 1000 Mal so viel virtuelles Wasser, nämlich 120 Liter.
In einemGlas Apfelsaft (200 Milliliter) stecken 190 Liter, ...
... in einem Glas Orangensaft 170 Liter Wasser.
Für eine Flasche Bier werden 150 Liter Wasser eingesetzt, ...
... für eine Tasse Kaffee mindestens 140 Liter.
Eine Tasse Tee hingegen kommt in der Herstellung mit 35 Litern Wasser aus.
Eine Tomate von etwa 70 Gramm schlägt mit 13 Litern zu Buche.
In einer Tüte Kartoffelchips (200 Gramm) stecken beachtliche 185 Liter Wasser.
Auch in nicht essbaren Produkten verbirgt sich viel virtuelles Wasser: Für die Produktion eines einzigen DIN-A-4-Blattes sind nach Angaben der Unesco 10 Liter Wasser erforderlich, ...
... für einen Mikrochip mit einem Gewicht von zwei Gramm 32 Liter.
Ein Paar Leder-Schuhe braucht 8000 Liter Wasser, ...
... ein Baumwoll T-Shirt 4100 Liter, ...
... eine Jeans 5400 Liter.
Für einen Neuwagen werden satte 450.000 Liter virtuelles Wasser veranschlagt.
Hinzu kommen noch "neue" Wasserfresser. Für die Produktion eines Liters Bioethanol werden beispielsweise zwischen 4500 und 5000 Liter Wasser benötigt. In den Tropen sind es deutlich mehr.
Wenn wir mit virtuellem Wasser rechnen, ...
... kommen wir bereits für ein kleines Frühstück auf 365 Liter.
Und nicht nur den morgendlichen Kaffee importieren wir oft ausgerechnet aus Ländern, in denen Wasser Mangelware ist.
Um die globalen Wasserressourcen zu schonen, empfiehlt es sich daher, auf regionale Produkte der Saison zurückzugreifen und ...
... sich weitgehend fleischlos zu ernähren.
Kleidung sollte vorzugsweise aus Biobaumwolle sein. Zurzeit wird etwa die Hälfte des deutschen Wasserbedarfs über ausländische Produkte importiert.
Doch mit geschärftem Bewusstsein lässt sich da noch was drehen.
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