Babygeschrei störte die Ruhe13 Jahre für Dreifachmörderin

Keines der drei Babys eines Ehepaars aus Villmar bei Limburg lebte länger als einige Wochen. Dreifacher Mord, sagt die Staatsanwaltschaft. Die eigene Mutter soll sie erstickt haben. Die Verteidigung spricht von "Totschlags in einem minderschweren Fall".
Weil sie ihre drei Babys jeweils wenige Wochen nach der Geburt getötet hat, muss eine Mutter für 13 Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Limburg verurteilte die Frau wegen Totschlags. Die Angeklagte aus Villmar in Hessen hatte gestanden, in den Jahren 2004, 2006 und 2009 ihre Kinder erstickt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft stopfte sie ihnen ein Spucktuch in den Mund und hielt den Säuglingen die Nase zu. Das Mädchen und die beiden Jungen wurden lediglich zwischen 16 Tagen und 3 Monaten alt.
"Sie fühlte sich mit ihrer Rolle als Mutter überfordert", sagte die Vorsitzende Richterin Karin Walter bei der Urteilsbegründung. Die Frau hatte vor Gericht ausgesagt, dass sie das Geschrei ihrer Kinder nicht mehr ertragen konnte.
Die Ermittler waren erst nach dem Tod des dritten Kindes auf die Frau aufmerksam geworden. Es war ihnen wie auch Gerichtsmedizinern rätselhaft vorgekommen, dass ein plötzlicher Kindstod dreimal in derselben Familie vorgekommen sein sollte.
Dem Vater, der zeitweise in Russland lebte, verschwieg sie die Vorkommnisse und täuschte ihn sogar. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung plädierte auf vier Jahre Haft wegen "Totschlags in einem minderschweren Fall".