Panorama

Fall Kassandra14-Jähriger bleibt in U-Haft

19.10.2009, 14:58 Uhr

Der mutmaßliche Peiniger der neunjährigen Kassandra steht weiter unter dringendem Tatverdacht. Die Einwände der Anwältin des 14-jährigen Verdächtigen, wonach die vorliegenden Beweise keine Haft rechtfertigen würden, lässt das Gericht nicht gelten.

kanalschacht
In diesen Gully in Velbert wurde die neunjährige Kassandra im September geworfen. (Foto: dpa)

Im Fall der sogenannten "Gully-Tat" bleibt der mutmaßliche Peiniger der neunjährigen Kassandra in Untersuchungshaft. Das Landgericht Wuppertal lehnte eine Haftbeschwerde der Anwältin des verhaltensauffälligen 14-Jährigen als unbegründet ab. Die zuständige Strafkammer habe aufgrund der vorliegenden Beweise den dringenden Tatverdacht des versuchten Mordes bejaht, teilte das Gericht mit.

Der 14-Jährige wird verdächtigt, Kassandra brutal misshandelt und lebensgefährlich verletzt in einen Kanalschacht geworfen zu haben. Der Junge hatte das mehrfach bestritten. Das Gericht befand in seiner jüngsten Entscheidung zudem, dass auch die strengen Voraussetzungen der Untersuchungshaft für Jugendliche erfüllt seien.

Förderschüler schwer belastet

Zu den Gründen der Entscheidung wollten sich weder Gericht noch Staatsanwaltschaft äußern. Die Verteidigerin des 14-Jährigen kündigte an, gegen die Entscheidung beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde einzulegen. Kassandra war vor fünf Wochen mit lebensgefährlichen Verletzungen von einem Spürhund in einem Gully in Velbert bei Essen entdeckt worden. Ihr Peiniger hatte den Schacht mit dem schweren Deckel wieder verschlossen.

Die Ermittler sehen den Förderschüler durch Faserspuren und Zeugenaussagen schwer belastet. An Kassandras Jacke waren Faserspuren entdeckt worden, die laut Analyse mit denen seines Pullovers übereinstimmen. Zeugen hatten ihn außerdem zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts gesehen.

Seine Anwältin hatte kritisiert, dass die Beweislage keine Haft rechtfertige. Die Faserspuren seien lediglich materialgleich. An der Plastiktüte, in der Kassandras Jacke gefunden wurde, gebe es zudem Fingerspuren, die nicht von dem 14-Jährigen stammten.

Quelle: dpa