Dienstag, 27. Mai 2008
Überflutungsgefahr in China: 150.000 Menschen evakuiert
Im Erdbebengebiet in Südwestchina sind aus Angst vor einem Dammbruch Zehntausende Menschen aus der Gefahrenzone gebracht worden. Einsatzmannschaften versuchten fieberhaft, eine Öffnung in einen natürlichen Damm bei Tangjiashan im Norden Sichuans zu bauen, um das Wasser des anschwellenden Erdbeben-Sees so weit wie möglich kontrolliert abzulassen. Die Arbeiten der Soldaten und Experten, die Bagger und Schaufellader in die unwegsame Gegend geflogen haben, sollen noch etwa eine Woche dauern. Der große Wall, der durch einen Erdrutsch im Jian-Fluss entstanden war, hat einen großen See aufgestaut. Starke Regenfälle lassen den Wasserstand steigen, was den Druck auf den Damm verstärkt. Der See ist mittlerweile auf mehr als 725 Meter angestiegen. Der Wasserspiegel steht damit nur noch 26 Meter unterhalb der Dammkrone. Einige Dörfer wurden durch die steigenden Wasserstände schon überflutet.
Zwei neue Nachbeben mit der Stärke 5,4 und 5,7 erschütterten am Dienstag die Region und versetzten die Menschen erneut in Panik. Gut zwei Wochen nach dem Erdbeben stieg die Zahl der Toten nach offiziellen Angaben auf knapp 67 200. Rund 20.000 Menschen seien noch vermisst, so dass die Zahl der Todesopfer nach Befürchtungen der Regierung auf mehr als 80.000 steigen könnte. Verletzt wurden mehr als 360.000 Menschen.
Möglicherweise Evakuierung von 1,2 Millionen
Von den Evakuierungen in der Gefahrenzone um den Damm von Tangjiashan waren nach Angaben der Stadtregierung von Mianyang 150.000 Menschen betroffen. Nach weitergehenden Plänen müssen möglicherweise sogar 1,2 Millionen Menschen aus der Gefahrenzone gebracht werden. Es gibt im Erdbebengebiet 35 solcher Seen, die sich nach Bergrutschen gebildet haben, sowie rund 70 durch das Erdbeben beschädigte Staudämme und Wasserprojekte, von denen ebenfalls Gefahr ausgeht.
DRK und Bundeswehr helfen
Für die fünf Millionen Obdachlosen im Katastrophengebiet schickt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) 1500 Zelte in die chinesische Provinzstadt Chengdu. Die Zelte böten Platz für 9000 Menschen, teilte das DRK mit. Der erste Hilfsflug wurde vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Die Maschine startete am Dienstag in Lahore in Pakistan. Der zweite Hilfsflug sollte am Donnerstag ebenfalls von dort folgen. Seit Montag ist auch ein mobiles Krankenhaus der Organisation im Erdbebengebiet in Betrieb. Am ersten Tag wurden hier etwa 200 Patienten behandelt.
Die Bundeswehr schickt Zelte, Decken und Generatoren in die Erdbebengebiete in China. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) habe angewiesen, 80 Zelte für insgesamt 700 Personen sowie die dazugehörigen Warmluft- und Stromerzeugeraggregate bereitzustellen, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Sie sollen kommende Woche mit der Fluggesellschaft China Air in die Volksrepublik gebracht werden. Jung entspricht damit einer Bitte des chinesischen Verteidigungsministeriums. Weiter Detailfrage würden derzeit mit der chinesischen Botschaft in Berlin geklärt.
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Panorama
-
Waschmaschinentür verriegelt sich
Kind steckt in Waschtrommel fest
-
Rekordstau von 249 Kilometern Länge
In São Paulo geht nichts mehr
-
Bikinizone verhunzt
Frau bekommt Schmerzensgeld
-
Softwarekonzern hat nachgezählt
Mehr Handys als Zahnbürsten
-
Kriminalität in Deutschland
Jeder Vierte hat Angst vor Mord
-
In Hamburg in die Elbe gehüpft
Polizei fahndet nach Schweinen
-
Mit Streifenwagen "erlöst"
Polizei "schläfert" Katze ein
-
Erkenntnisse nach Amokalarm
Waffen gehören dem Vater
-
Französin droht mit implantierter Bombe
Frau zwingt Linienflug zu Boden
-
Weniger heiß, dafür beständiger
Wetter schaltet auf "Frühsommer"
-
Lego im Wert von über 30.000 Dollar
Manager klaut Spielzeug
-
Er lebt
Mann springt in Niagarafälle

