Panorama

Dominikanische Republik überfordert200.000 Haitianer geflüchtet

22.04.2010, 16:02 Uhr

In Haiti ist noch nichts wieder normal. Nach dem Erdebeben im Januar kehren immer mehr Menschen ihrer Heimat der Rücken.

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Jungen schleppen Wasser in Port-au-Prince. Die Lage ist immer noch katastrophal. (Foto: AP)

Die Regierung der Dominikanischen Republik hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, ihre Hilfe für Haiti zu beschleunigen. Damit solle verhindert werden, dass immer mehr Haitianer in die Dominikanische Republik auswanderten. Seit dem Erdbeben in Port-au-Prince im Januar sind nach Angaben der Vereinten Nationen rund 200.000 Haitianer in die Dominikanische Republik geflohen. Wie lokale Medien berichteten, drohe damit eine Zuspitzung der Lage auch in der Dominikanischen Republik, die sich mit Haiti die Insel Hispaniola teilt. Bereits vor dem Erdbeben lebten über eine Million Haitianer überwiegend illegal in dem Land.

"Wenn sich die Dinge in Haiti nicht schnell genug entwickeln, wenn sich die ganze Hilfe verzögert und die Lage in Haiti erschwert, dann wird das auch uns treffen", sagte Ramon Flores aus dem Entwicklungsministerium der Dominikanischen Republik. Flores ist Mitglied des dominikanisch-haitianischen Teams, das den Plan zum Wiederaufbau Haitis ausgearbeitet hat. Am 2. Juni soll in Santo Domingo eine internationale Konferenz über Haitis Entwicklung entscheiden.

Durch das Erdbeben sind nach Angaben der Vereinten Nationen zwischen 250.000 und 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 300.000 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Chef der UN-Mission in Haiti, Edmond Mulet, mit. Mindestens eine Million Haitianer seien durch das Erdbeben obdachlos geworden. Die Regierung des verarmten Karibikstaates sprach bisher von 220.000 Toten.

Quelle: dpa/AFP