Dienstag, 29. Juli 2008
Vergewaltigungen in Südafrika: 40 Prozent der Schüler betroffen
In Südafrika sind nach einer Studie 40 Prozent aller Schüler unter 18 Jahren mindestens einmal vergewaltigt worden. Das ist das Ergebnis einer Befragung an 1200 Schulen des Kap-Staates, die auf dem Internet-Portal International Journal for Equity in Health des Online-Verlags BioMed Central veröffentlicht wurde. Die Forscher Neil Andersson und Ari Ho-Foster vom CIET Trust in Johannesburg hatten Ende 2002 die sexuelle Gewalt unter Schülern untersucht.
In 20 Prozent aller Fälle gaben die Opfer an, der Täter sei ein Lehrer gewesen. Weitere 28 Prozent wurden von Mitschülern gezwungen, 18 Prozent von einem erwachsenen Familienmitglied und weitere 28 Prozent von einem Lehrer oder einer anderen Person, die nicht zum Familienkreis zählte. Erzwungener Sex mit männlichen Jugendlichen galt bis zu einer Gesetzesänderung im Jahr 2007 in Südafrika nicht als Vergewaltigung, sondern wurde höchstens als unzüchtiges Verhalten geahndet.
Südafrika, das eine der höchsten Vergewaltigungsraten der Welt hat, meldete für 2006 mehr als 52.000 angezeigte Fälle. Für das vergangene Jahr veröffentlichte die Polizei wegen der Gesetzesänderung nur die Anzeigen von April bis Dezember 2007, die bei 36.190 Fällen oder im Schnitt 131 Fällen pro Tag lag. Die Dunkelziffer gilt als weit höher. Mit einer Verurteilung müssen nach Medienberichten nur fünf Prozent der Täter rechnen.
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