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Im Umkreis von 1,5 Kilometern um die Bombe herum müssen Anwohner ihre Wohnungen verlassen.
Im Umkreis von 1,5 Kilometern um die Bombe herum müssen Anwohner ihre Wohnungen verlassen.(Foto: dpa)
Mittwoch, 30. August 2017

Bombenentschärfung in Frankfurt: 70.000 Menschen müssen Zuhause verlassen

Ein britischer Blindgänger könnte zur einer Evakuierungsaktion von Rekordformat führen: Im Frankfurter Westend müssen wohl am Sonntag bis zu 70.000 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Auch an Deutschlands größtem Flughafen drohen Ausfälle.

Frankfurt erwartet wegen einer britischen Luftmine mit 1,4 Tonnen Sprengstoff die größte Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte. Experten wollen die wegen ihrer Sprengkraft auch "Wohnblockknacker" genannte Riesenbombe am Sonntag entschärfen. Bis zu 70.000 Menschen müssen die Behörden dafür in Sicherheit bringen, teils muss auch der Luftraum gesperrt werden.

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Aktuell geht nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes keine Gefahr von dem Blindgänger aus, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten. Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war bei Bauarbeiten am Campus Westend der Goethe-Universität gefunden worden. Nach Angaben der Polizei muss ein Gebiet im Umkreis von 1,5 Kilometern um die Bombe herum geräumt werden. Dazu gehören neben dem Frankfurter Polizeipräsidium auch der Hauptsitz des Hessischen Rundfunks sowie einige Krankenhäuser, wie ein Polizeisprecher sagte.

Es handle sich um eine 1,8 Tonnen schwere Sprengbombe vom Typ HC-4000, die im Zweiten Weltkrieg von britischen Bombern abgeworfen worden war, aber nicht gezündet hatte. Der genaue Zeitpunkt für die Entschärfung am Sonntag steht noch nicht fest. Einzelheiten will die Polizei nach Beratungen mit Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst am Donnerstag bekanntgeben. Unter anderem soll ein Bürgertelefon eingerichtet werden, um Fragen der Anwohner zu beantworten.

Womöglich auch Luftverkehr betroffen

Ob die Bombenentschärfung auch Auswirkungen auf den Luftverkehr über Frankfurt hat, ist nach Angaben der Deutschen Flugsicherung in Langen noch unklar. Dies hänge auch von den Windverhältnissen am Sonntag ab. Im Anflug auf den größten deutschen Flughafen würden die Flugzeuge nur bei Ostwind das Gebiet über dem Fundort der Bombe überqueren.

Als bisher größte Evakuierung der Nachkriegszeit gilt eine Bombenentschärfung Ende 2016. Damals mussten in Augsburg rund 54.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Im Mai dieses Jahres wurden in Hannover 50.000 Anwohner in Sicherheit gebracht, weil eine Weltkriegsbombe unschädlich gemacht werden musste.

Die Alliierten hatten während des Zweiten Weltkriegs Luftminen über Deutschland abgeworfen. Diese sollten mit ihrer Sprengkraft eine enorme Druckwelle erzeugen und großflächige Zerstörungen verursachen. Jede Bombe sollte auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern Fenster und Türen zerstören und Dächer abdecken. Ziel war es dabei, dass die nachfolgenden Flugzeuge mit ihren Brandbomben in den bereits beschädigten Häusern eine noch größere Zerstörung verursachen können.

Quelle: n-tv.de

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