Panorama

Rückhol-Konferenz geplantÄgypten will Altertümer zurück

24.12.2009, 11:49 Uhr

Ägypten will im kommenden Jahr eine Konferenz für jene afrikanischen und asiatischen Länder ausrichten, aus denen im Laufe der Zeit Altertümer weggebracht wurden.

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Hawass, der Herr über Ägyptens Altertümer, macht ernst. Erst wollte er ... (Foto: picture-alliance/ dpa)

Ägypten will im kommenden Jahr eine Konferenz für jene afrikanischen und asiatischen Länder ausrichten, aus denen im Laufe der Zeit Altertümer weggebracht wurden. Auf der Tagung voraussichtlich Ende März werde erörtert, "wie wir einander bei den Bemühungen um eine Rückkehr der gestohlenen Kunstwerke helfen können", sagte der Chef der ägyptischen Antikenverwaltung, Zahi Hawass, in Kairo. "Unsere Strategie ist es, all das zu beanspruchen, von dem wir Beweise haben, dass es aus Ägypten gestohlen wurde", fügte er hinzu.

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... die Nofretete-Büste aus Berlin nur ausleihen, jetzt fordert er sie offiziell zurück. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Hawass' Äußerungen erfolgten einen Tag, nachdem die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erklärt hatte, die aus Ägypten stammende Büste der Nofretete auch nicht als Leihgabe an das Herkunftsland zu geben. Die bemalte Büste der Gattin des Ketzer-Pharaos Echnaton sei zu empfindlich und deshalb nicht transportfähig, hatte es geheißen. Hawass sagte dazu, die Statue sei "ein Teil von Ägypten". "Sie gehört mehr nach Ägypten als nach Deutschland."

In jüngster Zeit habe Ägypten 5000 Artefakte zurückerhalten, die nach ägyptischer Ansicht unrechtmäßig außer Landes gebracht worden waren, erklärte Hawass. Zuletzt hatte der Pariser Louvre fünf antike ägyptische Malereien nach Kairo zurückgeschickt. Die 3500 Jahre alten Malereien aus dem Grab eines Würdenträgers in der Nähe der Stadt Luxor waren 1975 gestohlen und vom Louvre zwischen 2000 und 2003 erworben worden.

In zahlreichen großen Museen der Welt sind Meisterwerke der alten ägyptischen Hochkulturen ausgestellt. Meist wurden sie in der Kolonialzeit von ausländischen Archäologen in einem Umfeld lockerer Bestimmungen und mangelnder geeigneter Aufbewahrungsstellen im Land mitgenommen. Die Nofrete-Büste war im Dezember 1912 vom deutschen Archäologen Ludwig Borchardt in Tell al-Amarna ausgegraben und nach Berlin gebracht worden. Sie befindet sich heute im Ägyptischen Museum.

Quelle: dpa