Dienstag, 01. Juni 2010
Zehntausende schlafen im Regen: "Agatha" wütet in Mittelamerika
Mit Windgeschwindigkeiten von 65 Kilometern pro Stunden und riesigen Regenmengen hat der erste Tropensturm der Saison Mittelamerika getroffen. Helfer bergen immer neue Opfer.In den vom Tropensturm "Agatha" ausgelösten Regenfluten in Mittelamerika sind mittlerweile 149 Menschen zu Tode gekommen. Im vom Unwetter am stärksten betroffenen Guatemala starben durch Erdrutsche und bei Überschwemmungen mindestens 123 Menschen. Viele würden noch vermisst, berichteten die Behörden. In Honduras stieg die Zahl der Toten auf 17, in El Salvador verloren mindestens 9 Einwohner das Leben.
Die meisten Menschen starben durch Erdrutsche, die ihre Häuser zum Einsturz brachten. Zehntausende Menschen in der Region mussten in Notunterkünfte gebracht werden. Allein 45.000 mussten ihre Häuser wegen des herannahenden Sturmes räumen, andere flohen aus ihren bereits zerstörten Dörfern. Aus dem Ausland kamen Hilfszusagen, Mexikos Präsident Felipe Calderón bot die Nutzung eines grenznahen Flughafens an.
Guatemalas Präsident Álvaro Colom sagte, die Zerstörungen seien schwerwiegender als nach den Wirbelstürmen "Mitch" (1998) und "Stan" (2005), die 268, beziehungsweise 669 Menschen das Leben gekostet hatten. Insgesamt wurden in den vergangenen Tagen in den drei Ländern über 150.000 Einwohner vorsorglich aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht.
Lage bleibt kritisch
Wirbelsturm "Agatha", der die Regenmassen seit dem vergangenen Donnerstag herantransportierte, war am Wochenende für kurze Zeit zu einem Tropensturm geworden. Doch bei seinem Auftreffen auf die Berge Guatemalas schwächte er sich zu einem tropischen Tief ab. Die Lage wurde jedoch in der gesamten Region als gefährlich eingestuft, da es weiter regnete. Die durch den Sturm ausgelösten Regenfälle ließen die Flüsse so anschwellen, dass von Entwarnung noch keine Rede sein konnte. Viele Städte und Dörfer in den Bergen Guatemalas waren von der Außenwelt abgeschnitten.
Vor allem in Guatemala richtete der Dauerregen große Zerstörungen an. Brücken stürzten ein, Straßen wurden weggespült. Wassermassen, Geröll- und Schlammlawinen schnitten Ortschaften von der Außenwelt ab. Zahlreiche Eingeschlossene mussten mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser gerettet werden.
Außerdem wurde auch der wiedererwachte Vulkan Pacaya im Zentrum des Landes wieder aktiv und spie nach mehreren Explosionen glühende Steine und Asche in die Luft. Vor allem der Ascheregen bedrohte nahe liegende Ortschaften. Außerdem wurde die Anlieferung von Hilfsgütern erschwert.
dpa/AFP/rts
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