Schatz in der SchubladeAlte Japan-Kunst entdeckt
Ostasien-Experten eines Kölner Auktionshauses haben bei einer Familie am Niederrhein eine umfangreiche Sammlung mit 100 alten japanischen Holzschnitten entdeckt.
Das Konvolut von Blättern bedeutender Meister wie Hokusai, Utamaro oder Harunobu habe 80 Jahre lang "unberührt in einer Schublade gelegen", sagte der Inhaber des Auktionshauses Lempertz, Henrik Hanstein. Im Jahr 1930 war die Sammlung der "durchweg hervorragend" erhaltenen Holzschnitte im Museum Krefeld ausgestellt worden.
Ein rheinischer Sammler habe "mit zielsicherem Gespür" zwischen 1912 und 1932 die berühmten Holzschnitte gesammelt, die in der Zeit des "Japonismus" großen Einfluss auf die europäische Kunst hatten, so Hanstein. Der Sammler habe bei damals namhaften Händlern etwa in Berlin gekauft, die wiederum die Kunstwerke teils direkt aus Japan bezogen hätten. Seine Nachfahren schenkten den Blättern dann keine größere Beachtung mehr.
Zu den besten Stücken gehöre das Blatt "Unter der Woge vor der Küste von Kanagawa" von Katsushika Hokusai (1760-1849) aus der Serie "36 Ansichten des Berges Fuji", dessen Wert allein auf 18.000 Euro geschätzt werde. Dies erklärte der Inhaber des Auktionshauses, das die Sammlung am 12. Dezember in Köln bei einer Versteigerung anbieten wird.