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Samstag, 10. Januar 2009

Fahrlässige Tötung: Althaus droht Anklage

Nach seinem schweren Skiunfall in Österreich muss Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) voraussichtlich mit einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung rechnen. Nach einem Bericht des "Spiegel" geht der Salzburger Anwalt der Hinterbliebenen der bei dem Unfall tödlich verletzten Skiläuferin davon aus, dass die Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen Anklage erheben wird. Das ergebe sich zwangsläufig aus dem Unfallgeschehen, erklärte Anwalt Alexander Rehrl. Sachverständige und die Anwälte beider Parteien haben demnach den Unfallort mittlerweile begutachtet.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge war Althaus etwa 40 Stundenkilometer schnell, als er am Neujahrstag auf der Skipiste in der Steiermark mit der Skifahrerin zusammenprallte. Die 41-jährige Frau fuhr langsamer. Beide Skifahrer trafen fast frontal aufeinander. Althaus war Berichten zufolge entgegen der Fahrtrichtung links abgebogen und die andere Piste, auf der die Frau unterwegs war, ein Stück hochgefahren.

Keine Verfahrenseinstellung

Der österreichische Anwalt von Althaus räumt dies auch ein. Althaus habe sich aber weder "rücksichtslos, ungewöhnlich, noch auffällig" verhalten. Nach Auskunft des Sprechers der Staatsanwaltschaft im österreichischen Leoben, Walter Plöbst, muss ein tödlicher Unfall nach österreichischem Recht vor Gericht verhandelt werden, auch wenn dem Überlebenden nur eine Teilschuld angelastet werde. Es gebe in solchen Fällen keine Möglichkeit, das Verfahren einzustellen. Die Schuldfrage soll aber erst durch Expertengutachten geklärt werden. Laut Staatsanwaltschaft sollen die Ermittlungen voraussichtlich in etwa vier Wochen abgeschlossen sein.

Althaus hatte bei dem Skiunfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Er war am Freitag mit einem Hubschrauber aus Österreich nach Thüringen zurückgebracht worden, wo er am Uniklinikum Jena weiterbehandelt wird. "Der Ministerpräsident verbrachte eine ruhige erste Nacht, hat gut gefrühstückt und freut sich, wieder in Thüringen zu sein", sagte Regierungssprecher Fried Dahmen am Samstag der dpa.

Althaus gefährdete andere

Der Anwalt der Hinterbliebenen kündigte nach Medienberichten Schadensersatzforderungen gegen Althaus an. "Der Ministerpräsident hätte so fahren müssen, dass er niemanden gefährdet. Das war anscheinend nicht der Fall", sagte Rehrl zu "Focus". Zur Höhe der Forderung äußerte er sich nicht. Er hoffe auf eine außergerichtliche Einigung. Andernfalls werde er eine Zivilklage anstreben.

Noch kein Plan B

Der Skiunfall von Althaus und die Folgen waren auch Thema im CDU- Bundesvorstand in Erfurt. Vize-Ministerpräsidentin Birgit Diezel berichtete über den aktuellen Gesundheitszustand und ging auch auf die Beerdigung von Beata C. ein. Dabei ging es nach Teilnehmerangaben aber nicht um einen möglichen "Plan B" bei der Frage der CDU- Spitzenkandidatur in Thüringen, obwohl auch erwähnt wurde, dass offen sei, wann der Regierungschef vollständig genesen ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der gesamte CDU-Vorstand sandten Althaus Genesungswünsche.

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