Panorama

Heldin von Fort HoodAmerikaner feiern Polizistin

07.11.2009, 09:34 Uhr

Kimberly Denise Munley beendete den Amoklauf des Militär-Psychiaters Nidal Malik Hasan. Als die 34- jährige Polizistin über Funk von den dramatischen Ereignissen auf dem Militärstützpunkt erfuhr, zögert sie keine Sekunde und rettete so möglicherweise vielen Soldaten das Leben.

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Sgt. Kimberley Munley zögerte keinen Augenblick als sie den Amokläufer vor sich hatte. (Foto: AP)

Wie die "New York Times" berichtete, wollte die Polizistin am Donnerstagmittag gerade ihren Wagen zur Reparatur bringen, als über Funk die Nachricht von dem Amoklauf auf dem Militärstützpunkt Fort Hood kam.

Als sie am Ort des Geschehens eintraf, sah sie nach Angaben der Zeitung sofort Hasan, der mit der Waffe in der Hand einem verwundeten Soldaten hinterherjagte. Wie die "New York Times" weiter berichtete, zog die zierliche Polizistin ihre Waffe und feuerte auf den Todesschützen, der sich sofort zu ihr drehte und auf sie feuerte. Sie rannte weiter auf ihn zu, feuerte weiter. Auch er schoss weiter. Beide erlitten mehrfache Schussverletzungen, und beide brachen schließlich zusammen.

"Sie wusste, was zu tun war"

Nach Informationen der "Washington Post", in der es hieß, Hasan habe zuerst auf die Polizistin geschossen und sie habe dann zurückgeschossen, erlitt Munley Schussverletzungen in beiden Oberschenkeln und im Handgelenk. Hasan wurde von zumindest von einer Kugel in der Brust getroffen.

Ob die Polizistin, die als begeisterte Jägerin und Surferin gilt, allein verantwortlich für das Ende des Amoklaufs mit 13 Toten war, blieb unklar. Chuck Medley, der Leiter des Notfalldienstes auf dem Stützpunkt, jedenfalls ist sich sicher: "Sie ist eine wahre Heldin. Sie hatte die Ausbildung, sie wusste, was zu tun war, und sie hatte den Mut, es zu tun - und indem sie es tat, rettete sie das Leben Unzähliger."

Obama lobt Mut der Helfer

Derweil würdigte US-Präsident Barack Obama in seiner wöchentlichen Videoansprache den Mut und den Einsatz der Helfer in Fort Hood. Amerika habe auf dem texanischen Armeestützpunkt "das Schlimmste" gesehen, was Menschen anrichten könnten, aber auch "das Beste". Soldaten und Zivilisten seien den Verletzten zu Hilfe geeilt, hätten ihre Hemde in Stücke gerissen, um Wunden zu verbinden, und sie hätten den Schützen niedergeschossen, obwohl sie selbst verletzt gewesen seien, sagte der Präsident.

Trauer und Motivsuche

Quelle: dpa