Mysteriöse H1N1-Infektion in DresdenAnsteckungsweg unklar
In Dresden haben sich fünf Labormitarbeiter mit der Schweinegrippe infiziert. Rätsel gibt die Infektion einer Frau auf: Noch ist völlig unklar, wie sie sich infizieren konnte.
An der Universitätsklinik Dresden sind fünf Labormitarbeiter an der Schweinegrippe erkrankt. Einen entsprechenden Bericht der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" bestätigte Klinikum-Sprecher Holger Ostermeyer. Der Krankheitsverlauf sei in allen Fällen jedoch leicht, so dass sich die Betroffenen zu Hause auskurieren könnten.
Die infizierten Mitarbeiter arbeiten alle am Institut für Mikrobiologie, Hygiene und Virologie der Medizinischen Fakultät. Es wird vermutet, dass die Infektion von einer Laborantin ausging, die aber beruflich keinen Kontakt mit Viren oder erkrankten Patienten hatte. An dem Institut werden Schnelltests für Schweinegrippe ausgewertet.
Kein Kontakt zu infizierten Personen
"Die Frau hat sich nicht infiziert, indem sie mit den Viren oder den Tests zu tun hatte. In dem Institut wird kein Virenstamm aufbewahrt", sagte Ostermeyer. Das Institut werte lediglich die Schnelltests aus. Die Patienten selbst würden sich nicht in dem Gebäude, sondern im Klinikum vorstellen. "Die Frau hatte keinen Kontakt zu Patienten. Es ist völlig offen, wo sie die Infektion herhat."
Insgesamt sind an dem Institut 72 Mitarbeiter beschäftigt. Vorsichtshalber wurde der Alltag nun so organisiert, dass die Mitarbeiter so wenig wie möglich zusammentreffen.
Weltweit 80.000 H1N1-Fälle
Die Weltgesundheitsorganisation hat weltweit bislang etwa 80.000 Schweinegrippefälle und mehr als 330 Tote in rund 120 Ländern gezählt. In Deutschland hat das Robert Koch-Institut bislang mehr als 400 Fälle registriert. Die meisten Infektionen seien mild verlaufen, hieß es. Die Symptome gleichen der einer menschlichen Influenza. Dazu gehören Fieber, Husten und Probleme beim Atmen. Auch Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen können auftreten.