Panorama

Prozess gegen Strauss-Kahn Anwälte beklagen Polizei-Leck

27.05.2011, 07:30 Uhr
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(Foto: AP)

Die Anwälte des ehemaligen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn erheben schwere Vorwürfe gegen die New Yorker Polizei. So soll diese den Medien vertrauliche Informationen zugespielen. Die Juristen wiederum seien in Besitz kompromittierender Informationen über das Opfer.

Die Anwälte des wegen sexueller Gewalt angeklagten ehemaligen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn haben der New Yorker Polizei vorgeworfen, Medien vertrauliche Informationen zuzuspielen. Durch die Veröffentlichung der Informationen zum Nachteil für Strauss-Kahn könnte das Recht auf einen fairen Prozess gefährdet sein, hieß es in einem Brief an die Staatsanwaltschaft von Manhattan. Diese müsse alles tun, um die undichte Stelle sofort zu schließen.

Als Beispiel führten die Anwälte des unter dem Vorwurf der versuchten Vergewaltigung stehenden Franzosen Medienberichte über DNA-Tests an. Demnach stimmten dessen DNA-Proben mit Spuren auf der Kleidung seines mutmaßlichen Opfers überein.

Informationen über das Opfer?

Die Anwälte gaben an, im Besitz von Informationen zu sein, die die Glaubwürdigkeit des 32-jährigen Zimmermädchens massiv untergraben könnten. Die Bezirksstaatsanwaltschaft zeigte sich irritiert über öffentliche Ankündigung vermeintlich neuer Informationen. Diese seien nicht bekannt. Ein Polizeisprecher wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Der Anwalt der Einwanderin aus Guinea wertete das Schreiben als einen Versuch, seine Mandantin als schlechten Menschen darzustellen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuletzt angegeben, dass die Beweise gegen Strauss-Kahn umfangreich wären und täglich wüchsen. Der nächste Gerichtstermin ist für den 6. Juni angesetzt. Bei einer Verurteilung drohen dem ehemaligen IWF-Chef nach New Yorker Recht zwischen 15 und 20 Jahren Haft.

Quelle: rts