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Wegen des riesigen Medienrummels habe Dao sich an einen geheimen Ort zurückgezogen, berichtet sein Anwalt.
Wegen des riesigen Medienrummels habe Dao sich an einen geheimen Ort zurückgezogen, berichtet sein Anwalt.(Foto: dpa)
Donnerstag, 13. April 2017

Nase gebrochen, Zähne verloren : Anwalt prangert Gewalt gegen Passagier an

Die Gewalt, mit der Polizisten einen Passagier aus einem United-Airlines-Flugzeug zerrten, wirkte nicht nur schlimm auf den Video-Aufnahmen. Der Mann sei tatsächlich schwer verletzt worden, berichtet sein Anwalt. Auf die Fluggesellschaft dürfte ein teurer Prozess zukommen.

Der Mann, der in den USA am Wochenende gewaltsam aus einem Flugzeug herausgeworfen wurde, hat sich laut seinem Anwalt bei dem Vorfall ernsthaft verletzt. Der 69-jährige Arzt David Dao habe eine Gehirnerschütterung erlitten, sich die Nase gebrochen und zwei Zähne verloren, sagte der Jurist Thomas Demetrio bei einer Pressekonferenz in Chicago. Die US-Fluggesellschaft United Airlines entschuldigte sich anschließend erneut.

Video

Das Unternehmen hatte den Passagier am Sonntag gewaltsam aus der Kabine entfernen lassen, weil das Flugzeug angeblich überbucht war. Videos von dem Vorfall zeigten, wie Sicherheitsleute den verletzten Mann über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeugs ziehen. Dies hatte weltweit Empörung ausgelöst. United-Vorstandschef Oscar Munoz entschuldigte sich.

Der Anwalt erhob schwere Vorwürfe gegen United Airlines und die Branche. Seit längerem schikanierten Fluggesellschaften Passagiere. Er erklärte, er werde wahrscheinlich Klage gegen United einreichen. Klagen dieser Art enden in den USA häufig mit hohen Vergleichssummen. Sein Mandat habe gesagt, er wolle nie wieder fliegen. Der Vorfall sei für ihn schlimmer gewesen, "als das, was er erlebt hat, als er Vietnam verlassen hat". Dao floh demnach 1975 auf einem Boot aus Vietnam.

Anwalt beantragt Beweissicherung

Nach dem Vorfall war Dao in Medienberichten mit der Behauptung zitiert worden, er sei ausgewählt worden, weil er Chinese sei. Entsprechende Berichte wurden in China ungeprüft millionenfach geteilt. Die Gerüchte um seine angeblich chinesischen Wurzeln lösten eine Welle der Empörung aus.

Der Anwalt beantragte bei Gericht die Sicherung aller Videos des Vorfalls sowie aller relevanten Dokumente. Dies umfasse auch Cockpit-Aufzeichnungen sowie Personalakten der Mitarbeiter der Luftfahrtbehörde, die den Mann aus dem Flugzeug holten.

Die Airline hatte nach dem Boarding des vollbesetzen Flugs 3411 von Chicago nach Louisville Passagiere gebeten, die Maschine wieder zu verlassen. Grund war, dass eine United-Crew dringend an Bord sollte, weil sie für einen Flug am folgenden Morgen in Louisville bereitstehen sollte.

Die US-Fluggesellschaft will nun alle Passagiere des Flugs 3411 in Höhe des Preises ihrer Tickets entschädigen. United-Vorstandschef Munoz hatte sich nach Kritik und Boykottaufrufen in sozialen Netzwerken mehrfach ausführlich für den Vorfall entschuldigt.

Der demokratische Senator Chris van Hollen kündigte laut Medienberichten eine Gesetzesinitiative an. Nach seinem Willen soll es Fluggesellschaften künftig verboten werden, Passagiere zwangsweise aus einer überbuchten Maschine zu holen. Die Airlines sollten mögliche Probleme bei überbuchten Fliegern außerdem vor dem Einsteigen der Passagiere ins Flugzeug lösen.

Quelle: n-tv.de

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