Panorama

Ölklumpen im MississippiBP setzt auf kleine Kuppel

13.05.2010, 08:32 Uhr
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Das Öl fließt und fließt aus dem Leck in 1500 Meter Tiefe. (Foto: Reuters)

Trotz aller Fehlschläge hofft BP weiter. Mit einer kleinen Kuppel will der Konzern nun das Öl im Golf von Mexiko abfangen. US-Präsident Obama bittet indes den Kongress, mindestens 129 Millionen Dollar freizugeben.

Der Ölkonzern BP unternimmt vor der US-Südküste einen weiteren Versuch zur Eindämmung der Ölpest. So soll nun erneut eine Stahlglocke über das schadhafte Bohrloch in rund 1500 Metern gestülpt werden, erklärte BP. Diese sei kleiner als die Glocke, mit der jüngst vergeblich versucht worden sei, ausströmendes Öl aufzufangen und abzupumpen. Ob das Vorhaben mit der kleineren Glocke gelinge, sei aber noch unklar.

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Ein toter Fisch auf Dauphin Island. (Foto: REUTERS)

An der Küste des US-Bundesstaates Louisiana wurden derweil neue Ölklumpen angeschwemmt. An einem Strand des Ortes South Pass etwa 50 Kilometer südlich von New Orleans an der Mündung des Mississippi seien "klebrige und dunkle" Ölklumpen entdeckt worden, teilte das Ministerium für Fischerei und Umwelt mit. Die Behörden sperrten den Zugang zu den betroffenen Küstenstreifen. In der Luft hing ein leichter Ölgeruch.

Der riesige Ölteppich, der nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko entstanden war, befindet sich nur noch etwa 15 Kilometer vom Festland entfernt. Nach letzten Schätzungen der staatlichen Ozean- und Klimabehörde (NOAA) dürfte der Teppich am Samstag das Festland erreichen.

Seit einer Explosion auf der Bohrinsel Deepwater Horizon am 20. April und deren Untergang fließen durch das offene Bohrloch am Meeresboden nach Angaben des Betreibers BP pro Tag etwa 800.000 Liter Öl ungehindert in den Golf von Mexiko. Der US-Südküste droht eine Umweltkatastrophe im bislang nicht gekannten Ausmaß. BP hat erklärt, für "alle Rechtsansprüche" durch die Katastrophe aufzukommen. Die angerichteten Schäden werden bisher auf 14 Milliarden Dollar geschätzt.

Obama will Gelder freigeben

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An der Unglücksstelle kämpfen die Experten verzweifelt um einen Fortschritt. (Foto: AP)

Zur Bekämpfung der Ölpest im Golf von Mexiko verlangte US-Präsident Barack Obama indes vom Kongress die Freigabe von mindestens 129 Millionen Dollar. "Ich werde keine Anstrengung auslassen, um jeden Schaden, der verursacht wurde, zu beseitigen", schrieb Obama in einem Brief an die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zur Begründung seiner Forderung.

Von dem Geld sollen demnach mindestens 100 Millionen Dollar an die Küstenwache gehen, die sich seit der Explosion und dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" um die Eindämmung des Ölteppichs vor der Südküste der USA bemüht. Die Summe solle aus einem speziellen Fonds zur Bekämpfung von Ölkatastrophen genommen werden, schrieb der Präsident. Darüber hinaus solle das Innenministerium 29 Millionen Dollar erhalten, die für zusätzliche Inspektionen, Studien und andere Maßnahmen genutzt werden sollen, die nicht von den Verursachern der Ölpest oder dem Fonds zur Bekämpfung von Ölkatastrophen abgedeckt würden.

Quelle: rts/AFP