Mittwoch, 26. November 2008
Nackedeis im Kindergarten: Behörden drehen durch
Kein Musterbeispiel für Integration findet dieser Tage in Duisburg statt. Das örtliche Jugendamt musste einen Kindergarten der Stadt nach Elternprotesten für vier Wochen schließen, nachdem einige Kinder monatelang unbekleidet gespielt hatten. Wie ein Stadtsprecher mitteilte, wollte der Amtsleiter die Eltern darüber informieren, bei der auch der Vorsitzende des Duisburger Beirates für Zuwanderung und Integration anwesend sein sollte. Ein türkischer Vater hatte sich öffentlich gegen die Praxis in dem Kindergarten gewandt.
Alle werden versetzt
Die Erzieherinnen hätten die Nacktheit beim Spielen unter Aufsicht in einem abgetrennten Raum erlaubt, nachdem Kinder sich mehrfach aus eigener Initiative beim Spielen ausgezogen hatten, berichtete der Sprecher. Fünf bis zehn Jungen und Mädchen von insgesamt 120 Kindern im Alter bis zu sechs Jahren hätten das Angebot wahrgenommen. "Das Verhalten der Kindergartenleitung war eindeutig falsch, zumal nicht alle Eltern vorher informiert wurden und die Behörde nichts davon wusste", sagte der Sprecher. Das Jugendamt habe das Spielen der Nackedeis sofort unterbunden, die Kindergartenleiterin wurde beurlaubt. Auch das übrige Team müsse versetzt werden, weil die Eltern das Vertrauen verloren hätten, sagte der Sprecher.
Fürsorgepflicht verletzt?
Die vierwöchige Zwangspause vom 1. Dezember an über Weihnachten solle einer neuen Leiterin die Gelegenheit geben, ihr Team zusammenzustellen, sagte der Sprecher. Die Staatsanwaltschaft Duisburg prüft, ob der Kindergarten möglicherweise seine Fürsorgepflicht verletzt hat. Es sei noch nicht entschieden, ob in dieser Sache ermittelt werde, sagte ein Sprecher.
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