Samstag, 31. Oktober 2009
Eigene Gefängnisse zu voll: Belgien mietet Zellen im Ausland
Die Niederlande und Belgien sind ab sofort Zellen-Nachbarn. Der Grund: Angesichts der massiven Überfüllung seiner Gefängnisse hat Belgien im Ausland Platz für seine Häftlinge anmieten müssen.
Die belgischen Gefängnisse sind chronisch überfüllt. Immer wieder kommt es zu Revolten.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Dem Nachbarland würden für drei Jahre Zellen für mindestens 500 Häftlinge zur Verfügung gestellt, teilte das niederländische Justizministerium in Den Haag mit. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet worden. Dies sei in Europa ein "einmaliges Abkommen", betonte das Ministerium. Die belgischen Häftlinge sollen im südniederländischen Tilburg unterkommen.
Die Gefängnisse in Belgien haben 10.400 Insassen und liegen damit um 2000 über ihrer eigentlichen Kapazität. Immer wieder kommt es zu Gefangenenrevolten. Erst in der Nacht zum Freitag hatte ein Spezialkommando der Polizei in einem Gefängnis im flämischen Löwen einen Häftling erschossen, um eine Geiselnahme zu beenden. Daraufhin traten die Wärter in den meisten Gefängnissen des Landes in einen Streik, um gegen die Überbelegungen und die daraus resultierenden Folgen zu protestieren.
AFP
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