Mittwoch, 27. Mai 2009
Von Hunden und Katzen aufgezogen: Bellendes Mädchen entdeckt
In Sibirien sind die Behörden auf ein Mädchen gestoßen, das offenbar mehr Kontakt mit Tieren als mit Menschen hatte.
(Foto: AP)
In einer verdreckten Wohnung in Sibirien haben Jugendamtsmitarbeiter ein fünfjähriges Mädchen gefunden, das sich durch Bellen zu verständigen versucht und sich auch in anderen Dingen wie ein Hund verhält. Das Mädchen habe mit Verwandten sowie mit zahlreichen Katzen und Hunden in einer Wohnung in der ostsibirischen Stadt Schita gelebt, teilte die russische Polizei mit.
Die Fünfjährige habe das Haus nie verlassen dürfen und sich offenbar besser mit den Hunden als mit den Menschen verstanden. Sie habe nicht gelernt zu sprechen, sondern versuche, sich durch Bellen verständlich zu machen. "In all den Jahren hat es das Mädchen nur geschafft, die Tiersprache zu lernen", hieß es in der Erklärung. Das Kind verstehe allerdings Russisch.
Erinnerungen an Mowgli
Die Kleine sei ungewaschen gewesen und habe schmutzige Kleider getragen. "Rund fünf Jahre lang wurde das Mädchen von einigen Hunden und Katzen 'aufgezogen'", hieß es in der Erklärung. Die Polizei nannte das Mädchen in Anspielung auf die Hauptfigur aus Rudyard Kiplings Bestseller "Das Dschungelbuch" Mowgli - der in der Geschichte von Wölfen aufgezogen wird.
Das Mädchen wurde den Angaben zufolge in eine Betreuungseinrichtung gebracht, wo es medizinisch und psychiatrisch betreut werde. Dort springe das Mädchen gegen die Tür und belle, wenn ihre Betreuer den Raum verließen. Das Kind schlecke Essen lieber direkt vom Teller, als einen Löffel zu benutzen. Die Polizei kündigte an, eine Untersuchung wegen Kindesmisshandlung einzuleiten.
AFP
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