Mittwoch, 08. September 2010
Umgestürzte Anne-Frank-Kastanie : Berlin bekommt ein Stück ab
Die vom Sturm gefällte Anne-Frank-Kastanie wurde am 26. August in Amsterdam in Stücke geschnitten ...
(Foto: dpa)
Das Jüdische Museum in Berlin bekommt ein Stück der kürzlich von einem Sturm gefällten Anne-Frank-Kastanie in Amsterdam. Auch jüdische Museen in New York, Tel Aviv und Amsterdam sollen Teile des Baums erhalten, den Anne Frank einst als Zeichen der Lebensfreude und Hoffnung von ihrem Hinterhausversteck aus betrachtete und ihrem weltberühmten Tagebuch beschrieb. Das gaben die Stiftung "Support Anne Frank Tree" und die Besitzer der Kastanie am Mittwoch in Amsterdam bekannt.
Der mehr als 150 Jahre alte, 23 Meter hohe Baum auf dem Nachbargrundstück des Kriegsverstecks der Familie Frank war am 23. August umgestürzt. Der Stamm war seit Jahren von Pilzen befallen und wurde durch ein Stützkorsett aufrechtgehalten. Aus aller Welt gingen nach Anfragen und Vorschläge zur Nutzung der Baumreste ein. Sie reichten von dem Antrag, aus der Kastanie Möbel herstellen zu dürfen, bis hin zu dem Vorschlag, aus den Baumresten Papier herzustellen und darauf Sonderausgaben des Tagebuchs zu drucken.
... und weggeräumt.
(Foto: picture alliance / dpa)
Zu den jetzt positiv beschiedenen Bitten um Teile des Baumes gehört auch die des italienischen Bildhauers Giuseppe Penone. Er will aus einem Teil des Stamms eine Skulptur schnitzen, die später im Kröller-Müller-Museum im niederländischen Nationalpark Hoge Veluwe aufgestellt wird.
Die Familie Frank und weitere deutsche Juden, die sich im hinteren Teil des Hauses Prinsengracht 263 vor den Nazis verborgen hielten, wurden 1944 verraten und in verschiedene Konzentrationslager gebracht. Anne starb im März 1945 kurz vor der Befreiung des KZ Bergen-Belsen an Typhus. Nur ihr Vater überlebte. Er veröffentlichte ihre Aufzeichnungen unter dem Titel "Das Hinterhaus".
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