Donner, Blitz und WolkenbruchBerlin und Hamburg unter Wasser
Nach der Hitze schüttet es wie aus Eimern: Regen überflutet in Hamburg Straßen und Keller. Ein Mann wird verletzt, als ein Blitz in seiner Nähe einschlägt. Auch in Berlin kommt es zu Überschwemmungen.
Neue heftige Unwetter haben in Teilen Deutschlands mehrere Menschen verletzt. Windböen rissen Bäume um. Vielerorts gab es Sachschäden. Im Nordosten Bayerns lösten Gewitter und Regen zahlreiche Unfälle aus, bei denen mindestens zehn Menschen zu Schaden kamen. In Niederbayern wurden Straßen überschwemmt und mussten vorübergehend gesperrt werden. In Berlin liefen etliche Keller voll. Über der Hauptstadt tobten für anderthalb Stunden Sturmböen. In Hamburg herrschte zeitweise Ausnahmezustand.
In Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern wurde eine 65 Jahre alte Frau in ihrem Haus von einem Blitz getroffen und verletzt, berichtete die Polizei. Starke Regenfälle überfluteten auch in Teilen von Niedersachsen Straßen und ließen Keller volllaufen.
Hamburg stark betroffen
In Hamburg war der Berufsverkehr zeitweise zum Erliegen gekommen. Dort fielen erbsengroße Hagelkörner vom Himmel, Unterführungen sowie U-Bahn-Eingänge wurden vom Starkregen überschwemmt. Auch Keller von Geschäften, Bürogebäuden, Hotels und Theatern liefen voll. Ein Mann kam schwer verletzt ins Krankenhaus, nachdem in der Nähe ein Blitz eingeschlagen war. " Er saß im Büro im siebten Stock hinter einem Fenster und hat elektromagnetische Impulse abbekommen", erklärte der Sprecher.
Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers waren unter anderem das Rathaus, der Hauptbahnhof, eine Einkaufspassage in der Innenstadt, mehrere Hotels und das US-Konsulat von Wassereinbrüchen betroffen. Auf den überfluteten Straßen blieben Autos stecken, an einer Hauptverkehrsstraße sackten unterspülte Hausfassaden ab und drohten einzustürzen. Insgesamt zählte die Feuerwehr 1293 wetterbedingte Einsätze.
Zusammen mit den mehr als 900 sonstigen, nicht witterungsbedingten Einsätzen sei dies die höchste Einsatzhäufigkeit der Hamburger Feuerwehr innerhalb von 24 Stunden "in den letzten Jahren, wenn nicht den letzten Jahrzehnten" gewesen, erklärte der Sprecher mit Blick auf die Dramatik der Lage. In den hauptsächlich betroffenen Bereichen in der Innenstadt und im Osten der Stadt hätten Straßen "Seen und Flusslandschaften" geglichen, sagte er. Noch immer liefen Unwettereinsätze, weil Tiefgaragen und Keller leergepumpt werden mussten.
Nach Angaben der Bundespolizei wurde der Hamburger Bahnverkehr massiv gestört. Eine S-Bahnstrecke musste gesperrt werden, weil Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Der Hauptbahnhof sei nach schweren Wassereinbrüchen teilweise geräumt worden, auch ein Gleis und ein S-Bahnsteig wurden zeitweise gesperrt. Am Hamburger Flughafen gab es kurzzeitig keine Starts und Landungen.
Gewitter in Berlin
Auch in Berlin sorgte am Montagabend ein Unwetter für Probleme. Verglichen mit Hamburg blieb die Lage dort aber vergleichsweise ruhig. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers mussten die Rettungskräfte in der Hauptstadt innerhalb von knapp einer Stunde zu 82 witterungsbedingten Einsätzen ausrücken. 24 davon galten umgestürzten Bäumen.
Etliche Keller liefen voll, besonders im Südosten der Stadt sowie in Mitte und Prenzlauer Berg. Die Einsatzkräfte mussten auch Bäume und abgerissene Äste von den Straßen holen. Der Flugverkehr war an beiden Berliner Flughäfen - Tegel und Schönefeld - beeinträchtigt. Acht Maschinen, die eigentlich in Tegel landen sollten, wurden nach Schönefeld umgeleitet. Hagel und heftiger Wind führten zu Verspätungen, wie ein Flughafensprecher sagte.
Vor allem im Nordosten ist örtlich wieder mit Gewittern und starkem Regen zu rechnen, warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Seit dem Wochenende gibt es in Deutschland Unwetter.