Donnerstag, 01. Juli 2010
Polizei sucht mit Spürhunden: Berliner Jugendrichterin verschwunden
Wegen ihrer Härte gegenüber jugendlichen Straftätern ist sie ist bundesweit bekannt: Kirsten Heisig. Seit Mittwoch wird die Berliner Richterin vermisst. Die Polizei sucht mit Spürhunden nach der Juristin. Ihr Auto haben die Beamten bereits gefunden, inklusive persönlicher Gegenstände.Zwei Tage lang hat die Polizei mit Hochdruck nach der prominenten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig gesucht. Eine Hundertschaft von Beamten durchkämmte zuletzt mit Stöcken und Hunden ein Waldstück am Heiligensee - ohne Ergebnis. Die Suche wurde zunächst eingestellt, soll aber am Freitag fortgesetzt werden, sagte ene Polizeisprecherin.
Keine Anzeichen für Straftat
Die 48-jährige Juristin, die durch ihr hartes Vorgehen gegen jugendliche Kriminelle bundesweit bekannt wurde, war zuletzt am Montagabend gesehen worden. Ein Bekannter hatte sie am Mittwoch als vermisst gemeldet. Daraufhin wurde ihr Auto wurde im Berliner Stadtteil Heiligensee gefunden.
Bisher gebe es keine Anzeichen für eine Straftat, sagte Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD). Sie könne das aber nur unter Vorbehalt sagen. Vermutet werde ein persönlicher Hintergrund. Die Polizei ging eigenen Angaben zunächst davon aus, die Frau unversehrt zu finden. Der Name der Richterin wurde nicht genannt, allerdings ist die Vermisste nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa die Richterin Kirsten Heisig.
Im Auto der Vermissten wurden persönliche Dinge gefunden, darunter ihr Ausweis. Der Wagen war verschlossen und ordentlich geparkt. Ein Abschiedsbrief von der Mutter zweier Töchter wurde nicht gefunden. Anhaltspunkte für eine Entführung gebe es bislang nicht, hieß es bei der Polizei.
Jugendrichterin in Problembezirk
Heisig ist als Jugendrichterin für den Problembezirk Neukölln mit einem hohen Ausländeranteil zuständig. Sie gilt als Initiatorin des nach dem Bezirk benannten "Neuköllner Modells". Es sieht schnelle Strafen für kleinere Delikte von Jugendlichen vor, aber auch erzieherische Maßnahmen, mit denen sie wieder auf den rechten Weg gebracht werden sollen.
Die Polizei hatte am Donnerstagnachmittag die Suche nach der Vermissten in dem rund zwei Quadratkilometer großen Waldstück ausgeweitet. 60 Beamte waren mit Suchstöcken im Einsatz. Sie unterstützten Kollegen, die bereits mit vier Hunden in dem Gelände unterwegs waren. In der Nacht zuvor war die Suche ebenfalls abgebrochen worden. Ein Hubschrauber konnte nicht eingesetzt werden, weil es wegen der Hitze Schwierigkeiten mit der Wärmebildkamera gab.
dpa
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