Panorama

Pfusch beim Kölner U-Bahn-BauBeton soll Heumarkt sichern

01.03.2010, 18:38 Uhr

Fast 3000 Kubikmeter Beton sollen nun die U-Bahn-Baugrube am Heumarkt so stabil machen, dass sie dem Druck des Grundwassers standhält. Der Pegel steigt langsamer als befürchtet, so dass eine Flutung der Baustelle immer noch nicht nötig ist.

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Bis zum Dienstagabend sollen fast 3000 Kubikmeter Beton eingebracht werden, um die Baugrube in der Innenstadt zu stabilisieren. (Foto: dpa)

Die Betonarbeiten zur Stabilisierung einer gefährdeten U-Bahn-Baustelle in Köln sind nach Angaben der Stadt planmäßig angelaufen. In der Baugrube am Heumarkt soll aus fast 3000 Kubikmetern Beton eine Zwischendecke gegossen werden. Am Dienstagabend werde dann endgültig darüber entschieden, ob eine Flutung der Baustelle noch notwendig ist. "Alles hängt von der Entwicklung des Grundwasserstands ab", sagte eine Sprecherin der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB).

Nach aktuellen Prognosen werde der kritische Grundwasserstand von 39,50 Metern an der Baustelle nicht erreicht, erklärten Stadt und KVB. Die Werte würden jede halbe Stunde kontrolliert. Am Montagvormittag stand das Wasser bei 39,00 Metern und kletterte um etwa einen Zentimeter pro Stunde. Die Experten rechneten in der Nacht zum Mittwoch mit einer Stagnation. Dann wäre kein Fluten nötig. Der Rheinpegel sei zuletzt langsamer gestiegen als erwartet und werde voraussichtlich sogar ab Dienstag wieder fallen.

In der Baugrube fehlen mehr als 80 Prozent der vorgeschriebenen Eisenbügel, so dass der Schacht bei steigendem Rhein-Hochwasser und damit auch höherem Grundwasserstand instabil zu werden droht. Ein Fluten der Grube soll einen entsprechenden Gegendruck erzeugen.

Beim Kölner Bau der Nord-Süd-Bahn gibt es zudem Hinweise darauf, dass Messprotokolle gefälscht wurden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Baugefährdung.

"Einzelne Kriminelle"

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Die Tunneltaufe der Düsseldorfer U-Bahn beobachten Schaulustige an der Baugrube. (Foto: dpa)

In Düsseldorf hat unterdessen die Bohrung der ersten Tunnelröhre für eine geplante U-Bahn begonnen - obwohl es auch dort Hinweise auf ein kriminelles Treiben an den Baustellen gibt. Der nordrhein- westfälische Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) versprach bei der offiziellen Tunnel-Taufe "rückhaltlose Aufklärung". Es seien "einzelne Kriminelle", die die Sicherheit der Baustellen gefährdeten.

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) sagte, die Stadt habe die Überwachung erheblich verschärft: "Die Sicherheit der Menschen steht über allem", sagte Elbers. Die Stadt hatte Strafanzeige gegen zwei Mitarbeiter der Baufirma Bilfinger Berger erstattet. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit die Aufnahme von Ermittlungen gegen die Männer. Düsseldorfer Ermittler waren in Köln, um die Düsseldorfer Verdachtsfälle mit den dortigen Vorkommnissen zu vergleichen.

Quelle: dpa