Montag, 21. Januar 2008
Suche einen anderen Weg: Bin Ladens Sohn schreibt
Omar bin Laden, einer der Söhne des El-Kaida-Chefs Osama bin Laden, hat an seinen Vater appelliert, einen "anderen Weg" zu suchen - ohne Gewalt. In einem Interview des US-Senders CNN sagte Omar aber zugleich, dass er seinen Vater nicht für einen Terroristen halte. Osama bin Laden glaube, dass es seine Pflicht sei, Muslime vor Angriffen zu schützen. "Er glaubt, dass dies seine Aufgabe ist - den Menschen zu helfen."
Das am Montag ausgestrahlte Interview wurde laut CNN am Sonntag nahe Kairo geführt. Darin sagt Omar bin Laden, er äußere sich öffentlich, weil er ein Ende der Gewalt erreichen wolle, die von seinem Vater inspiriert worden sei. Er wolle ihm sagen: "Versuche einen anderen Weg zu finden um zu helfen oder Dein Ziel zu finden. Diese Bomben, diese Waffen, das ist für keinen gut..." erklärt der 26-Jährige, der laut CNN in den vergangenen Monaten von seiner britischen Ehefrau Englisch gelernt hat.
Seinen Vater hat Omar nach eigenen Angaben seit 2000 nicht mehr gesehen. Zu diesem Zeitpunkt habe er mit Zustimmung Osamas ein El- Kaida-Ausbildungslager verlassen. Er sei gegangen, weil er nicht mit dem Töten von Zivilisten in Verbindung gebracht werden wollte. Sein Vater habe ihn nicht zurückgehalten. Wo Osama sich jetzt aufhalte wisse er nicht. Omar bin Laden sagte weiter, er sei aber überzeugt, dass sein Vater nie gefunden werde, weil er - wo auch immer - von Ortsansässigen unterstützt werde. Omar soll der viertälteste von mehr als zehn Söhnen des El- Kaida-Chefs Osama bin Laden sein.
Zu den Anschlägen vom 11. September 2001 sagt Omar, er halte sie persönlich für falsch. Auch der Vietnamkrieg sei nicht richtig gewesen, und das gelte auch für das, was in Palästina und im Irak vor sich gehe. Er habe Trauer angesichts der Toten vom 11. September empfunden. "Ich unterstütze den 11. September nicht und auch keinen anderen Krieg, in dem nur Zivilisten sterben."
Der 27-jährige Omar Bin Laden und die fast doppelt so alte Jane Felix-Browne (52) wollen künftig in England leben. Einen entsprechenden Visa-Antrag haben sie bereits bei der britischen Botschaft in Kairo gestellt. Britische Zeitungen berichteten, das Paar habe inzwischen ein von einer Leihmutter ausgetragenes Baby und wolle im Landhaus von Felix-Browne in der nordwestenglischen Grafschaft Cheshire leben.
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