Panorama

"Er macht einen Doktor in Mord"Bradford in Angst vor Ripper

27.05.2010, 22:46 Uhr

Nachbarn sagt der Mann, er schreibe seine Doktorarbeit über "Jack the Ripper" und sei zu Recherchen in der Stadt. Nun kommt der 40-Jährige vor Gericht: Er soll drei Prostituierte im Alter von 31, 36 und 43 Jahren brutal ermordet haben.

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Ein undatiertes Foto von Stephen G. aus MySpace. (Foto: REUTERS)

Nach einer Mordserie an englischen Prostituierten, die an den legendären Kriminalfall "Jack the Ripper" erinnert, ist ein 40 Jahre alter Kriminologie-Doktorand angeklagt worden. Ihm wird vorgeworfen, drei Frauen im Alter von 31, 36 und 43 Jahren auf brutale Weise getötet zu haben. Ihnen wurde der Kopf abgetrennt. Der Angeklagte soll am Freitag in Bradford vor Gericht kommen. In der 500.000-Einwohner-Stadt geht die Angst vor einem neuen "Jack the Ripper" um.

Der 40-Jährige studiert an der Universität Bradford Kriminologie und soll unter anderem zum Thema Serien-Morde geforscht haben. Er soll Nachbarn gesagt haben, er würde seine Doktorarbeit über "Jack the Ripper" schreiben und sei zu Recherchen in der Stadt. Der berühmte Serienkiller, der im Londoner Osten in den 1880er Jahren zugeschlagen hatte, wurde nie gefasst. "Er hat gesagt, er mache einen 'Doktor in Mord'", sagte ein Nachbar der Zeitung "Daily Mail".

Suzanne, Shelley und Susan vermisst

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Die vermissten Susan, Suzanne und Shelley (v.l.) (Foto: AP)

Die Prostituierten, deren Vornamen mit dem Buchstaben S beginnen, arbeiteten im Rotlichtbezirk der nordenglischen Großstadt. Die erste Frau gilt seit elf Monaten vermisst, die zweite seit einem Monat. Die 36-Jährige galt erst seit wenigen Tagen als vermisst. Am vergangenen Dienstag fand die Polizei Leichenteile eines Frauenkörpers in einem Fluss. Tags zuvor nahm sie den Angeklagten fest. Nun bestätigte sie den grausigen Verdacht, dass es sich um die 36-Jährige handelt. In einem Bericht der "Sun" heißt es, der Mann habe die Leichenteile zum Teil angegessen, der Kopf der Frau habe einzeln in einem Rucksack gelegen.

Staatsanwalt Peter Mann sprach von einem grausamen Mord. "Die Ereignisse der vergangenen Tage waren verständlich sehr verstörend für die Familien und die Freunde von Suzanne, Shelley und Susan genauso wie für die Öffentlichkeit in Bradford." Es habe genügend Beweise zur Anklage gegeben.

Ob der Angeklagte auch etwas mit dem bislang nicht geklärten Verschwinden zweier Frauen vor rund zehn Jahren zu tun zu haben könnte, wollte die Polizei nicht sagen.

Erinnerungen an "Yorkshire Ripper"

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Die Leiche von Suzanne wurde im Fluss gefunden. (Foto: REUTERS)

Die neueste Mordserie weckt schreckliche Erinnerungen. Bereits in den späten 70er Jahren hatte ein Serienmörder das Rotlichtviertel von Bradford heimgesucht. Insgesamt tötete der Mann in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire über mehrere Jahre hinweg 13 Frauen. Bei sieben anderen versuchte er es - sie überlebten. 1981 wurde er festgenommen und mehrfach zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Serienmörder bekam schnell den Beinamen "Yorkshire Ripper".

Quelle: dpa