Mehrere Tote in MitteleuropaBrandenburg erwartet Hochwasser

Nach anhaltenden Regenfällen in Polen im Einzugsbereich von Weichsel und Oder wird auch in Brandenburg Hochwasser erwartet. Die Situation könnte vergleichbar mit der von 1997 werden, als das Land von einem verheerenden Oder-Hochwasser im Griff gehalten wurde.
Mindestens drei Tote, tausende Evakuierte, Straßen und Felder unter Wasser: Nach tagelangen Regenfällen haben mehrere Länder Mitteleuropas mit Hochwasser zu kämpfen. In Polen war vor allem der Süden des Landes betroffen, in Tschechien und Ungarn waren es vor allem Gebiete im Nordosten. Die Meteorologen warnten vor weiterem Regen. Erst Ende der Woche soll sich die Lage entspannen. Auch in Brandenburg wird Hochwasser erwartet.
"Wir wissen noch nicht, wie hoch das Wasser steigen wird und wie lange es anhält. Das Hochwasser ist aber sicher", sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude. Eine erste Hochwasserwelle werde in vier Tagen erwartet. Die Situation sei in etwa mit der von 1997 zu vergleichen, als Brandenburg von einem verheerenden Oder-Hochwasser heimgesucht wurde.
Drei Tote in Polen
In Polen ertrank eine 60-jährige Frau in Uniszowa bei Tarnow. In Maly Wisnicz östlich von Krakau starb ein vermutlich 45-jähriger Mann in den Fluten, teilte ein Feuerwehrsprecher in Krakau mit. Als vermisst galt ein Mann, der in Przyborow bei Zywiec von der Strömung des Flusses Koszarawa mitgerissen wurde. Er war in den Fluss gesprungen, um seinen Sohn zu retten, der Junge gelangte sicher ans Ufer. In Tschechien ertrank eine 69-Jährige nur sechzig Meter von ihrem Haus in Trinec (Trzynietz) entfernt im Flussbett der Olse (Olsa).
Aus den besonders bedrohten Ortschaften Mitteleuropas wurden tausende Einwohner in Sicherheit gebracht. Im Nordosten Ungarns waren es etwa 2100. Im Bezirk Kleinpolen und in Schlesien mussten 500 Menschen ihre Häuser verlassen. Weitere 2000 Einwohner aus der südpolnischen Region sollten demnächst in sichere Quartiere gerettet werden.
Polen stellt Soldaten zur Verfügung
Das Hochwasser behinderte auch den Verkehr: Nach Angaben der tschechischen Eisenbahn mussten acht Streckenabschnitte gesperrt werden. In Tschechien kam es außerdem zu Engpässen bei der Stromversorgung, in Polen mussten tausende Menschen ohne Trinkwasser auskommen. Wegen Überschwemmungsgefahr wurde die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz südwestlich von Krakau für Besucher geschlossen. Die Archive seien aber vorerst nicht gefährdet, sagte ein Museumssprecher. Die polnischen Behörden wollen demnächst 8000 Soldaten ins Überschwemmungsgebiet schicken.