Montag, 25. August 2008
"Todesstrafe für Kinderschänder": Brauner Spuk in Leipzig
Vier Tage nach dem Fund der Leiche der ermordeten Michelle haben 500 Demonstranten - darunter viele Neonazis - in Leipzig die Todesstrafe für Kinderschänder gefordert. Der Protestzug startete am Montagabend vor der Grundschule des getöteten Mädchens und endete in dem nahen Park, wo die Leiche der Achtjährigen gefunden worden war.
Die Menschen riefen "Keine Gnade für Kinderschänder" und "Kinderschänder - Todesstrafe". Etwa hundert Teilnehmer trugen uniformähnliche Kleidung, wie sie in der rechtsextremen Szene üblich ist. Mit Megafonen gaben Neonazis Anweisungen für Schweigeminuten und Verhalten während der Kundgebung. Angemeldet hatte die Demonstration eine Leipzigerin, die in dem Viertel von Michelles Familie wohnt.
Polizei sucht weiter
Derweil sucht die Leipziger Polizei weiter nach Spuren zum Täter und wertet Hinweise aus. Eine heiße Spur gebe es noch nicht, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Zum Schuljahresbeginn betreuten Psychologen in der Grundschule der getöteten Achtjährigen vor allem die jüngeren Schüler. Der sächsische Landespolizeipräsident Bernd Merbitz forderte die Eltern in einem offenen Brief auf, ihre Kinder zur Vorsicht gegenüber fremden Menschen zu erziehen.
Polizeisprecher Voigt erklärte, die Sonderkommission mit ihren 177 Mitgliedern konzentriere sich bei ihren Ermittlungen auf drei Hauptbereiche: Zum einen suche die Spurensicherung weiter die Umgebung des Teiches ab, in dem die Leiche lag. Eine zweite große Gruppe von Kriminalisten werte die bislang 400 Hinweise aus der Bevölkerung aus. Eine dritte Arbeitsgruppe überprüfe die Alibis von Sexualstraftätern, die der Polizei bekannt sind.
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