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Dienstag, 17. Februar 2009

Verbrechensbekämpfung: Bremen nutzt künstliche DNA

Als erstes Bundesland will Bremen im Kampf gegen Einbrecher künstliche DNA einsetzen, um Täter und ihre Beute aufzuspüren. Mit dem unsichtbaren flüssigen Stoff können Wertgegenstände individuell gekennzeichnet und im Fall eines Diebstahls später dem Besitzer zugeordnet werden, teilte der Bremer Senat mit. Dieben hafte die künstliche DNA an den Fingern oder Kleidungsstücken und sie könnten als Täter überführt werden. Sichtbar werde der Stoff unter einem speziellen UV-Licht. Angesichts guter Erfahrungen mit künstlicher DNA in den Niederlanden und Großbritannien habe Bremen sich zu einem Test entschossen.

Unter Federführung des Landeskriminalamtes soll die neue Strategie der Verbrechensbekämpfung für Bremen und Bremerhaven vorbereitet werden und nach Auswahl geeigneter Testbereiche in der zweiten Jahreshälfte starten. Entscheidend sei, dass jede Charge des künstlichen Kennzeichnungsstoffes wie richtige DNA einzigartig sei, hieß es vom Senat. Eine zweite Möglichkeit bestehe darin, auch Täter mit dem lange anhaftenden Stoff zu markieren. Bei Banküberfällen etwa könnten die Täter durch eine sogenannte DNA-Dusche eindeutig gekennzeichnet und später zweifelsfrei als Täter überführt werden.

In Großbritannien und den Niederlande werde künstliche DNA bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt und habe in bestimmten Bereichen zu einem Rückgang der Delikte um bis zu 80 Prozent geführt. Der Einsatz der künstlichen DNA kann mit Hinweisschildern an Türen und Fenstern kombiniert werden, die potenzielle Einbrecher vor dem Entdeckungsrisiko warnt und somit abschreckt. Bremen habe die im Großstadtvergleich auf 100.000 Einwohner höchste Zahl an Einbrüchen, Autoaufbrüchen und Fahrraddiebstählen in Deutschland - im Jahr 2007 waren das 5800 Taten pro 100.000 Einwohner. Vor allem diese Delikte sollen mit dem Einsatz künstlicher DNA bekämpft werden.

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