Panorama

Ein wortgewaltiger KrisenmanagerBürgermeister Ray Nagin

01.09.2008, 12:25 Uhr

Als Hurrikan "Katrina" im August 2005 dNew Orleans verwüstete und Hunderten von Menschen das Leben kostete, wetterte Bürgermeister Ray Nagin zornig und wortgewaltig über die Bundesbehörden. Nun steht dem erprobten Krisenmanager schon der zweite Hurrikan als Bürgermeister bevor.

Ray Nagin scheut keine Herausforderung. Kurz nachdem er im Mai 2002 sein Amt als Bürgermeister von New Orleans angetreten hatte, ließ er knapp 100 Beamte verhaften und 30 Behörden neu organisieren. Sein erklärtes Ziel: Die Stadtverwaltung von der grassierenden Korruption säubern. Weltweite Popularität erlangte er gut drei Jahre später. Als der Hurrikan "Katrina" im August 2005 die Louisiana-Metropole am Mississippi verwüstete und Hunderten von Menschen das Leben kostete, wetterte der heute 52-Jährige zornig und wortgewaltig über die Bundesbehörden. Nun steht dem erprobten Krisenmanager schon der zweite Hurrikan als Bürgermeister bevor.

Doch der Vater von drei Kindern weiß, wie man Probleme löst: Als Manager brachte er einen schwächelnden regionalen Kabelfernsehbetreiber wieder auf Erfolgskurs, führte das Digitalfernsehen ein und verdoppelte die Abonnentenzahl. Da war er Mitglied der Republikaner, aber kaum politisch aktiv. Als er Bürgermeister von New Orleans wurde, war er der erste seit 60 Jahren in diesem Amt, der die Jazzmetropole führte, ohne zuvor je ein öffentliches Amt bekleidet zu haben. Zuvor war er allerdings noch schnell von der republikanischen zur demokratischen Partei gewechselt - New Orleans gilt seit jeher als Hochburg der Demokraten.

In der Stunde der Katastrophe vor drei Jahren, als seine Stadt zwangsevakuiert werden musste, wirkte der telegene Afroamerikaner erstaunlich ruhig und gefasst. Dank seiner klaren Worte auch gegen Präsident George W. Bush, der sich zunächst die Überschwemmungsgebiete nur von der Luft aus ansah und erst spät Hilfe schickte, erntete er Sympathien und Wertschätzung aus der ganzen Welt. Doch gab es auch Kritik an seinem Krisenmanagement, denn nicht alle Fehler bei den Vorbereitungen waren allein der Regierung in Washington zuzuschreiben. So versanken etwa Hunderte von Schulbussen auf Parkplätzen in den Fluten, anstatt bei den Evakuierungen eingesetzt zu werden - Fehler, die Nagin bei "Gustav" nicht machen will.