Panorama

Besuch im KatastrophengebietBush verspricht schnelle Hilfe

16.09.2008, 17:07 Uhr

US-Präsident George W. Bush hat den Opfern von Hurrikan "Ike" umfassende Hilfe versprochen.

Drei Tage nach dem Aufprall des Hurrikans "Ike" auf das US-Festland haben Rettungsmannschaften die am stärksten verwüsteten Küstenorte in Texas auf der Suche nach Opfern durchkämmt. Nach Medienberichten fanden sie auf der langgestreckten Bolivar-Halbinsel am Golf von Mexiko 100 Überlebende und brachten sie in Sicherheit. Die Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan stieg auf 39, wobei die meisten Toten außerhalb von Texas zu beklagen waren. "Ike" hatte nach den Verwüstungen an der Küste bei seinem weiteren Zug als Tropensturm in Richtung Kanada im mittleren Westen teils schwere Überschwemmungen angerichtet.

Noch keine Elektrizitätsversorgung

US-Präsident George W. Bush sagte den Opfern von Hurrikan "Ike" umfassende Hilfe zu. Bei einem Besuch im texanischen Katastrophengebiet sprach er von einer "schwierigen Situation", die rasches Handeln erfordere. Sowohl die Schutzmaßnahmen vor dem Eintreffen von "Ike" als auch die Aufräumarbeiten sollten aus Bundesmitteln finanziert werden. Hunderttausende Menschen, die den Evakuierungsaufrufen gefolgt seien, würden für die Zeit ihrer Abwesenheit finanziell entschädigt. "Mit angemessener Hilfe wird es ein besseres Morgen geben", sagte der Präsident.

Vorrang habe zunächst die Trinkwasser- und Stromversorgung, sagte Bush. In mehreren von "Ike" heimgesuchten Staaten hatten insgesamt fast vier Millionen Menschen auch in der Nacht zum Dienstag noch keine Elektrizitätsversorgung. Etwa 40.000 Einwohner befanden sich weiter in Notunterkünften, wie "USA Today" unter Berufung auf das amerikanische Rote Kreuz berichtete.

Besuch in Galveston

Bush ließ sich in Houston über die Situation unterrichten und verschaffte sich dann von einem Helikopter aus einen eigenen Eindruck. Zum Abschluss seiner Visite wollte Bush das Krisen-Operationszentrum in Galveston besuchen.

"Bitte geht. Die Stadt liegt in Ruinen"

Die Insel Galveston war in weiten Teilen überflutet worden. In der Stadt Galveston gab es nach den Worten der Bürgermeisterin Lyda Thomas kaum noch sauberes Trinkwasser. Das örtliche Krankenhaus sei zudem nicht in der Lage, ernstlich verletzte Menschen zu behandeln. "Bitte geht. Die Stadt liegt in Ruinen", appellierte Thomas erneut an die etwa 20.000 Menschen, die Evakuierungsaufrufen vor dem Eintreffen des Sturms nicht gefolgt waren. Möglicherweise werde erst in einem Monat die Stromversorgung wieder hergestellt, warnte Thomas. Medienberichten zufolge war in der Stadt am Montag nur ein einziges Lebensmittelgeschäft geöffnet.

Auf der Halbinsel Bolivar mit etwa 5000 ständigen Einwohnern fanden Rettungsmannschaften von zahlreichen Häusern nur noch die Betonfundamente. Zu ihrer Erleichterung entdeckten sie keine Toten, befürchteten aber, dass einige Menschen von den hohen Flutwellen in den Golf von Mexiko gerissen worden sein könnten.