Acht Tote in Mexiko"Cancn ist zerstört"
Beim Durchzug des Monsterhurrikans "Wilma" sind am Wochenende in Mexiko mindestens acht Menschen getötet worden.
Beim Durchzug des Monsterhurrikans "Wilma" sind am Wochenende in Mexiko mindestens acht Menschen getötet worden. Der Wirbelsturm richtete massive Zerstörungen an. "Cancn ist zerstört", sagte der mexikanische Vizeadmiral Martn Fernndez.
Die meisten der Opfer des zerstörerischsten Wirbelsturms in der Geschichte Mexikos ertranken oder wurden von herumwirbelnden Ästen oder Metallteilen erschlagen, berichteten mexikanische Medien unter Berufung auf Behörden. Die Häuser und Wohnungen von mindestens einer Million Menschen wurden beschädigt.
Unterdessen baut sich südlich der Dominikanischen Republik bereits ein neuer Tropensturm auf. "Alpha" ist der 22. Wirbelsturm der diesjährigen Hurrikan-Saison. Seit mehr als 100 Jahren hat es nicht mehr so viele Hurrikans in einer Saison gegeben.
Über das Ausmaß der Zerstörungen in der Stadt Cancn mit 600.000 Einwohnern berichtete ein Augenzeuge, es sehe aus, als ob "ein Riese in der Stadt herumgetrampelt sei" und nach Lust und Laune Zerstörungen angerichtet habe.
Plünderungen in Cancn
Hurrikan "Wilma" richtete die größten Schäden in Cancn und auf der Insel Cozumel an, sagte der Gouverneur des Staates Quintana Roo auf der Halbinsel Yucatn, Felix Gonzlez. Meterhohe Wellen peitschten an die Küste der Region. Auf der Insel Isla Mujeres gingen binnen 24 Stunden mehr als 1.500 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Der Strom fiel aus, Wasser stand meterhoch in den Straßen von Cancn und erreichte bei einigen Hotels in Strandnähe das dritte Stockwerk. In Cancn kam es in der Nacht zum Samstag zu einer Welle von Plünderungen. 50 Menschen seien festgenommen worden.
In der Region hatten sich rund 34.800 Touristen aufgehalten, darunter rund 6.000 Deutsche. In der Nacht zum Sonntag schwächte sich der Hurrikan "Wilma" ab. Die Meteorologen erwarten, dass er am Montagmorgen den Golf von Mexiko erreicht und dann nach Nordosten Richtung Kuba und Florida zieht. Die Zerstörungen sind nach Ansicht der Fachleute vor allem darauf zurückzuführen, dass "Wilma", jetzt Kategorie zwei, sich so langsam fortbewegte und deshalb seine zerstörerische Kraft auf eine Region konzentriert.
Alarm in Kuba und Florida
Kuba und Florida befinden sich im Alarmzustand: In Kuba wurden vorsorglich 559.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Dort werden schwere Regenfälle, Erdrutsche und Überschwemmungen befürchtet. Auch in Florida wurden Evakuierungen angeordnet. Nach den verheerenden Zerstörungen in Mexiko bereiten sich die Behörden in dem US-Bundesstaat auf den siebten Tropensturm in 14 Monaten vor. "Wilma" wird möglicherweise am späten Montagabend - erneut erstarkt - auf die US-Küste prallen.
Alle Reisen abgesagt
Die deutschen Reiseveranstalter sagten alle Reisen in das von "Wilma" betroffene Gebiet ab. Eine Sprecherin des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes sagte, diese Regelung gelte bis einschließlich 2. November. Die Veranstalter würden Kontakt zu den Kunden aufnehmen. Diese könnten sich auch über Hotlines informieren, die auf den Internet-Seiten der Veranstalter zu finden seien.