900 Morde in MexikoChef von Killerbande gefasst

Die mexikanischen Behörden machen einen gesuchten Massenmörder dingfest. García Montoya alias "Carlos", "Ricardo" oder "El Compayito" (Kumpelchen) werden 900 Morde zur Last gelegt. Er soll Chef der brüchtigten Drogenbande "Mano con Ojos" (Hand mit Augen) sein.
In Mexiko ist ein einflussreicher Drogenboss gefasst worden, dem 900 Morde zur Last gelegt werden. Der vermutete Anführer der für ihre exzessive Gewalt bekannten Drogenbande "Mano con Ojos" ("Hand mit Augen"), Oscar Garcia Montoya, sei im Umland von Mexiko-Stadt aufgespürt worden, teilten die Behörden mit. Garcias Gruppe hatte in den Orten rund um die Hauptstadt Schrecken verbreitet, indem sie abgetrennte Köpfe in den Straßen deponierte. Der zuständige Staatsanwalt erklärte, Garcia habe bereits gestanden, persönlich an 300 Morden teilgenommen und weitere 600 angeordnet zu haben. Der Drogenboss sei ein früherer Offizier der mexikanischen Marine-Infanterie und Polizist.
Allein im Bereich der mexikanischen Hauptstadt soll Oscar García Montoya, alias "Carlos", "Ricardo" oder "El Compayito" (Kumpelchen) 20 Menschen getötet und enthauptet haben.
"Kumpelchen" war früher Soldat
García Montoya war früher Soldat der mexikanischen Armee. 2002 habe er sich dem organisierten Verbrechen angeschlossen und Morde im Auftrag verschiedener Drogenkartelle verübt und organisiert. Wie der Staatsanwalt des Staates Mexiko, Alfredo Castillo, weiter mitteilte, war der 36-jährige Bandenchef in der Nacht zum Donnerstag in Tlalpan, einem Stadtteil im Süden von Mexiko-Stadt, festgenommen worden. Er habe geplant, an diesem Wochenende sechs Mitglieder seiner Organisation zu enthaupten, weil diese die kriminelle Gruppe verlassen wollten.
"Er hat darauf hingewiesen, dass seine Ausbildung speziell auf das Töten ausgerichtet gewesen sei", sagte der Staatsanwalt weiter. Er sei seinerzeit aus der Marine desertiert und sei dann eine Zeit lang als Polizist in den Staaten Baja California und Sinaloa im Norden des Landes gewesen. Seit November 2010 wurde García Montoya mit Morden in der Hauptstadtregion in Verbindung gebracht. Auf seine Ergreifung war eine Belohnung von umgerechnet rund 300.000 Euro ausgesetzt.
"Einige Fehler" beim Polizeieinsatz
Bei dem Polizeieinsatz am Donnerstagmorgen drangen die Beamten im Süden von Mexiko-Stadt irrtümlich in das Haus des bekannten Dichters Efraín Bartolomé sowie in die Häuser zweier Nachbarn ein, wie Bartolomés Frau Guadalupe Belmontes sagte. Dabei sei Bartolomé bedroht, zu Boden gestoßen und gegen den Kopf geschlagen worden, sagte seine Frau. Generalstaatsanwalt Castillo entschuldigte sich später bei dem Paar und sagte, es habe "einige Fehler" bei dem Einsatz gegeben.
Seit dem Amtsantritt des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderon im Jahr 2006 sind in dem lateinamerikanischen Land mehr als 42.000 Menschen in einem erbitterten Drogenkrieg getötet worden. Calderon setzte das Militär zur Zerschlagung der einflussreichen Kartelle ein. Als Folge spalteten sich einige der Drogenorganisationen auf: "Mano con Ojos" hatte sich etwa zuletzt von dem mächtigen Beltran-Leyva-Kartell losgelöst.