Panorama

Heftige Kritik an der RegierungChile korrigiert Todeszahlen

05.03.2010, 11:39 Uhr

Die chilenische Regierung muss die Zahl der Toten nach dem Erdbeben nach unten korrigieren, weil sich Vermisste unter den vermeintlichen Opfern befanden. Die Kritik am Krisenmanagement nimmt zu.

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In der Kritik: Chiles Präsidentin Bachelet. (Foto: dpa)

Die Zahl der Todesopfer des verheerenden Erdbebens in Chile ist geringer, als zunächst von der Regierung angegeben. In der besonders betroffenen Region Maule seien irrtümlicherweise 271 Vermisste als Tote registriert worden, teilte Präsidentin Michelle Bachelet mit. Nachdem die Zahl der Toten zuvor mit 803 angegeben worden war, sprach Vize-Innenminister Patricio Rosende nur noch von 279 identifizierten Toten.

Zu den bisher nicht identifizierten Todesopfern wollte er sich nicht äußern. Auch konnte er keine Schätzungen über die Zahl der Vermissten oder Verletzten machen. Die Gesamtzahl der Toten müsste nach der Korrektur rein rechnerisch bei 532 liegen. Bachelet ordnete eine dreitägige Staatstrauer an, um der Toten zu Gedenken.

Kritik am Krisenmanagement

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Der Wiederaufbau wird noch lange dauern. (Foto: REUTERS)

Die fehlerhaften Angaben zu den Todeszahlen löste neue Kritik an der Regierung aus. Sie war schon zuvor wegen der fatalen Tsunami-Entwarnung am Tag des Erdbebens am vergangenen Samstag sowie des späten Einsatzes von Truppen gegen Plünderer im Katastrophengebiet und des späten Eintreffens von Hilfsgütern für die Millionen Hilfsbedürftigen angegriffen worden.

Auch ihr gewählter Nachfolger Sebastián Piñera, der sein Amt kommenden Donnerstag übernehmen soll, äußerte sich kritisch: "Es ist nicht zu übersehen, dass es Schwachpunkte, mangelnde Koordination und Fehler gibt, die durch die Tragödie offensichtlich geworden sind", sagte der konservative Unternehmer. Die Schäden nur an der Infrastruktur wurden unterdessen auf etwa 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) geschätzt.

Quelle: dpa