Donnerstag, 25. März 2010
Kopenhagen ohne Wahrzeichen: China bekommt Meerjungfrau
Das Wahrzeichen der dänischen Hauptstadt tritt eine Reise nach China an. Bis zum Winter wird die Meerjungfrau in Shanghai auf der Weltausstellung zu sehen sein.Kopenhagen ist bis zum Winter ohne sein weltberühmtes Wahrzeichen. Die Kleine Meerjungfrau musste bei strahlendem Frühlings-Sonnenschein ihren Stammplatz am Kopenhagener Hafen räumen und sich auf eine Reise ins ferne China begeben. Mehrere hundert Dänen sangen der 96 Jahre alten Dame aus Bronze ein Abschiedsständchen. In Shanghai soll die nur 1,25 Meter hohe Meerjungfrau nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen als Glanzstück im dänischen Pavillon der EXPO 2010 Platz nehmen. Dort werden bis Ende Oktober 70 Millionen Besucher erwartet.
Ein riesiger Kran hob die Bronzestatue von ihrem Felsen am Rand des Hafens. Die Meerjungfrau soll von Mai bis Oktober auf der Expo in Shanghai Publikumsmagnet im dänischen Pavillon sein. "Sie wird mir fehlen, aber ich bin trotzdem stolz, dass sie um die Welt reisen und Dänemark vertreten wird", sagte die junge Dänin Christa Rindom, die wie hunderte ihrer Landsleute und etliche Touristen - zumindest vorübergehend - Abschied von der Statue nahm.
Umstrittene Entscheidung
Die "Kleine Meerjungfrau" wird sich in China jedenfalls fast wie zu Hause fühlen: Neben ihr werden mehrere Tonnen Wasser aus dem Hafenbecken nach China transportiert, in dem die Besucher des dänischen Expo-Pavillons bald auch baden können. In Dänemark ist die China-Reise der Statue allerdings umstritten. Jeder zweite Hauptstadtbewohner war gegen ihren Abtransport zur Expo 2010. Während ihrer Abwesenheit wird sie von einer Kopie desselben Bildhauers, Edvard Eriksen, aus dem Kopenhagener Tivoli-Vergnügungspark ersetzt.
Die kleine Meerjungfrau ist dem gleichnamigen Märchen des dänischen Autors Hans Christian Andersen entlehnt. Die 1,65 Meter hohe und 175 Kilogramm schwere Statue wurde immer wieder zum Opfer von Vandalismus: Zweimal wurde sie bereits geköpft, einmal wurde ihr ein Arm amputiert, und mehrfach wurde sie mit Farbe bemalt. Jedes Jahr zieht sie unzählige Touristen an.
AFP/dpa
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