Dienstag, 27. Mai 2008
Nur für Beben-Opfer: China lockert Ein-Kind-Politik
Für die Betroffenen des verheerenden Erdbebens im Südwesten Chinas hat Peking seine Ein-Kind-Politik gelockert. Familien, die ihr einziges Kind verloren hätten, dürften ein weiteres Baby bekommen, berichtete die staatliche Zeitung "Chengdu Evening News". Dies bedeute keine Veränderung der bestehenden Regeln, die Familien in der Stadt nur ein Kind und auf dem Land maximal zwei erlauben, sondern eine Klarstellung. Familien, die nach dem Beben ein zweites Kind bekommen möchten, müssen sich laut der Zeitung dafür aber zunächst bei den örtlichen Behörden eine Erlaubnis einholen.
Laut dem Zeitungsbericht dürfen Paare, die ein durch das Beben verwaistes Kind adoptieren, künftig auch noch ein zweites eigenes bekommen. Eltern, die über 50 Jahre als sind und ihren Nachwuchs verloren haben, erhalten einen jährlichen Betrag von 600 Yuan (rund 54 Euro) als Zuschuss. Unter den rund 65.000 Todesopfern bei dem Erdbeben am Pfingstmontag waren mehrere tausend Kinder. Rund 23.000 Menschen werden noch vermisst. Viele Kinder starben unter den Trümmern ihrer Schulen.
Um das Bevölkerungswachstum in China zu stoppen, hatte die Regierung vor fast 30 Jahren die Ein-Kind-Politik eingeführt. China ist mit 1,3 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.
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