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Der Flugdatenschreiber konnte trotz der Brandschäden ausgelesen werden.
Der Flugdatenschreiber konnte trotz der Brandschäden ausgelesen werden.(Foto: AP)
Freitag, 03. April 2015

Zweite Blackbox bestätigt Verdacht: Copilot flog mit Absicht in den Tod

Es gibt kaum noch Zweifel daran, dass der Tod von 150 Menschen die Entscheidung des Copiloten war. Auch die Daten des Flugschreibers lassen keinen anderen Schluss zu.

Die Daten der zweiten Blackbox bestätigen den schrecklichen Verdacht: Der Copilot der Germanwings-Maschine hat den Airbus bewusst in den Sinkflug gebracht und dabei beschleunigt. Eine erste Analyse des Flugdatenschreibers ergab, dass der Autopilot von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden sei, dass die Maschine auf 100 Fuß - umgerechnet etwa 30 Meter - hinuntergeht, teilte die französische Untersuchungsbehörde Bea mit. Während des Sinkflugs sei die Maschine zudem mehrfach beschleunigt worden.

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Der zweite Flugschreiber war am Donnerstag an der Unglücksstelle in den französischen Alpen gefunden worden. Er war von Geröll verschüttet. Der Rekorder zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel auf. Staatsanwalt Brice Robin hatte sofort gesagt, das Gerät lasse sich vermutlich auswerten - darauf lasse der Zustand hoffen.

Die erste Blackbox - den Sprachrekorder - des Flugs 4U9525 hatten Bergungskräfte bereits am Unglückstag gefunden. Der deutsche Copilot Andreas Lubitz wird verdächtigt, den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine absichtlich in die Katastrophe gesteuert zu haben.

Lubitz recherchierte über Selbstmord

Nach Erkenntnissen der Ermittler in Düsseldorf suchte Lubitz kurz vor dem Todesflug im Internet nach Suizid-Möglichkeiten und Infos über die Sicherheit von Cockpittüren. Das ergab die Auswertung eines Computers, der in der Düsseldorfer Wohnung des Copiloten gefunden wurde.

Bereits seit kurz nach dem Absturz war bekannt, dass Lubitz die Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa mehrere Monate unterbrach. Lufthansa hatte mitgeteilt, der Copolit habe die Schule 2009 in einer E-Mail über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert. Er wurde danach aber als flugtauglich eingeschätzt.

Bei der Identifizierung der Opfer werden den französischen Ermittlern zufolge die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll Anfang kommender Woche losgehen. Die Angehörigen sollen bei einer Übereinstimmung rasch informiert werden.

Keine Angst vorm Fliegen

Nach dem Absturz ist dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge nur eine Minderheit der Flugpassagiere in Deutschland sorgenvoller. 81 Prozent der Flugreisenden machen sich demnach beim Fliegen keine größeren Sorgen, 17 Prozent machen sich mehr Sorgen, wie die repräsentative Umfrage unter Menschen über 18 Jahren ergab. Dementsprechend wollten 89 Prozent der Flugreisenden das Flugzeug wie bisher nutzen.

Das Flugzeug war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Unter den 150 Toten waren laut Auswärtigem Amt 72 Deutsche.

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Quelle: n-tv.de

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