950 Tonnen an BordDas Öl soll raus

Der Rumpf des vor dem Great Barrier Reef festsitzenden Frachters "Shen Neng 1" schrammt immer wieder über die Korallenbänke am Grund. Nun soll so schnell wie möglich das Öl aus dem Schiff abgepumpt werden. Unterdessen wächst die Empörung unter den Küsten-Bewohnern.
Aus dem Kohlefrachter, der auf dem Great Barrier Reef vor Australien auf Grund lief, soll das Öl abgepumpt werden. Damit soll ein weiteres Auslaufen des Treibstoffes verhindern werden. Das teilte die Regierungschefin des Bundeslandes Queensland, Anna Bligh, mit. Das 230 Meter lange Schiff schrammt zwar durch den Wellengang weiter über die Korallenbänke, doch gehen Experten davon aus, dass der Rumpf intakt bleibt. Einen Tag nach dem Unglück waren am Sonntag etwa vier Tonnen Öl ausgelaufen. Der Kraftstoff wurde mit Chemikalien besprüht und zersetzte sich.
An Bord des chinesischen Frachters "Shen Neng 1" befinden sich rund 950 Tonnen Öl - Kraftstoff, den das Schiff für die geplante Reise nach China braucht. Wenn das Öl abgepumpt ist, soll ein neuer Versuch gemacht werden, den Frachter mit seiner Ladung von 65.000 Tonnen Kohle vom Riff zu ziehen.
Die Küstenbewohner sind empört, dass ein so großes Schiff offenbar ohne einen ortskundigen Lotsen an Bord in den Gewässern in Küsten- und Korallenriffnähe unterwegs sein durfte. Der Unfall passierte mitten in einer Schutzzone, fernab der Schifffahrtsstraße. Experten spekulierten, der Kapitän könnte versucht haben, eine Abkürzung auf das offene Meer hinaus zu nehmen.
Die Umweltweltstiftung WWF fordert angesichts des Geschehens mehr Sicherheit auf See. Zugleich müsse das besonders giftige Schweröl als Treibstoff für Schiffe verboten werden, sagte Stephan Lutter vom WWF Deutschland.
"Die Havarie der 'Shen Neng' im größten Meeresschutzgebiet der Erde ist wirklich ein schwerer Schlag. Sie zeigt ein andermal, dass nicht nur unsichere Öltanker, sondern eben auch ganz normale Frachtschiffe, die voll beladen sind mit Treibstoff, eine ökologische Zeitbombe sein können", so Lutter bei n-tv.
Für empfindliche Gebiete wie das Great Barrier Reef müsse außerdem eine Lotsenpflicht gelten. Die Umweltstiftung betonte, Korallenriffe schützten Küsten vor Sturmfluten und seien die Kinderstube für unzählige Fischarten.